Vom Wunsch beseelt, zu helfen - Ugandakreis Heiligenstadt feiert sein 20-jähriges Jubiläum

Wann? 30.06.2012 bis 01.07.2012

Wo? Kirche und Pfarrhaus St. Aegiedien, Marktplatz 5, 37308 Heiligenstadt Heilbad DE
Dank den Eichsfeldern existieren inzwischen viele Schul- und Ausbildungspatenschaften. (Foto: Ugandakreis Heiligenstadt)
 
Vor allem die Kinder in Uganda benötigen Hilfe, denn ihnen kann noch nicht einmal die Schulbildung garantiert werden. (Foto: Ugandakreis Heiligenstadt)
Heiligenstadt Heilbad: Kirche und Pfarrhaus St. Aegiedien | Vielleicht ahnte Brunhilde Walter aus der Heiligenstädter Partnergemeinde Heiden nicht, was ihr Vortrag und ihre Bilder über ihre Arbeit und Hilfsprojekte in Uganda auslösen würden, vielleicht hat sie aber auch genau dies bezweckt.

Der Bericht machte jedenfalls auf Anni Lange, Christa Urbanski und Karl Riethmüller aus Heiligenstadt so tiefen Eindruck, dass sie im Juni 1992 nach Makuukulu in Uganda reisten. Zurück kehrten sie, beseelt von dem Wunsch, etwas für das afrikanische Land zu tun.

Zusammen mit 14 Gleichgesinnten wurde am 29. Juli 1992 unter dem Vorsitz von Anni Lange der Ugandakreis gegründet. Das damalige Motto „Hilfe zur Selbsthilfe“, ist bis heute das Leitbild des Vereins. Als im September 1992 Bischof Ddungu nach Deutschland kam, trug der junge Verein ihm sein Anliegen vor, eine Patenschaft für eine Gemeinde in Uganda übernehmen zu wollen. Mit Lwamaggwa war diese Gemeinde auch schnell gefunden.

Knapp 30.000 D-Markt an Spendengeldern sammelten die Mitglieder des neu gebildeten Uganda-Kreises allein schon bis Jahresende 1992 und organisierten außerdem ein Notstromaggregat, Nähmaschinen und vieles andere mehr. Für 118 ugandische Kinder wurden deutsche Paten gefunden. Im November 1993 ging ein erster Hilfs-Container nach Lwamaggwa auf die Reise.

Mit der Eintragung ins Vereinsregister im September 2000 (seitdem unter dem Vorsitz von Elmar Weckenbrock) konnte der heute 63 Mitglieder zählende Ugandakreis seine Hilfe auf eine ganz neue Stufe stellen und startete als Ansprechpartner für Organisationen wie Missio, das Kindermissionswerk oder das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gemeinsame Entwicklungsprojekte mit Kofinanzierung. Allein mit dem BMZ konnten so über fünf Projekte erfolgreich abgewickelt werden.

Das Mobile Home Care Projekt, in dessen Rahmen eine ambulante Versorgung der Aidspatienten erfolgt (zirka 1.500 Menschen sind im Wirkungsbereich des Projektes direkt mit HIV infiziert. Dazu müssen rund 10.000 Familienmitglieder mitbetreut werden), ist seit 2005 das wichtigste Projekt des Vereins. Seit 2008 wird dieses Projekt durch das Eichsfelder Schraubenwerk in Heiligenstadt auf der Basis einer mehrjährigen Kooperationsvereinbarung unterstützt.

Eine gutes Beispiel für Stärkung der eigenen Kräfte vor Ort ist die Ziegelei in Butende, die von der Diozöse in eigener Verwaltung betrieben wird. Nach einem Besuch im Jahr 2000 ergriff Engelbert Dreiling die Initiative. Er suchte Sponsoren und Mitstreiter, reparierte und modernisierte die veralteten Maschinen, organisierte in Deutschland neue Anlagen und koordinierte die notwendigen Arbeiten.

Aus der einst maroden Ziegelei ist ein leistungsstarker Betrieb geworden, in dem viele Menschen eine Arbeit gefunden haben und der die Diozöse mit Geld für kircheneigene Aufgaben unterstützen kann.

Ein anderes Projekt des Ugandakreises beschäftigt sich mit der Ausstattung von Gebäuden mit Wasserzisternen. Wasser ist in der Partnergemeinde Lwamaggwa ein unschätzbares Gut. Leider lässt der Boden rund um Lwamaggwa Wasserbohrungen nicht zu.

So sind es die Kinder, die viele Stunden am Tag mit ihren gelben Kanistern unterwegs sind, um für die Familie von weit entfernten Tümpeln Wasser zu holen. Viele von ihnen können deshalb keine Schule besuchen. Darum war es für den Verein ein besonderes Anliegen, alle neuen Gebäude mit großen Wasserzisternen auszustatten, in denen das Wasser während der Regenzeit aufgefangen wird.

Von Anfang an bildete der Aufbau von Patenschaften als ein Zeichen der persönlichen Verbindung eine wichtige Säule der Arbeit des Ungadakreises. Für mehr als 300 Kinder bestehen inzwischen Taufpatenschaften. Darüber hinaus gibt es viele Schul- und Ausbildungspatenschaften.

Im Sommer 1995 machte sich erstmals eine zehnköpfige Reisegruppe aus dem Eichfeld auf dem Weg nach Uganda. Aus diesen zaghaften ersten Begegnungen sind über die vergangenen 20 Jahre verlässliche und tragfähige Beziehungen geworden, sodass nun in fast jedem Jahr eine Eichsfelder Abordnung in das afrikanische Land reist.

Das Festprogramm:

- Sein 20-jähriges Bestehen feiert der Ugandakreis Heiligenstadt am kommenden Wochenende in der Kirche und dem Pfarrhaus von „St. Aegidien“ 5 mit einem kleinen Programm

Samstag, 30. Juni:
- 16.30 Uhr gemeinsames Kaffeetrinken
- Anschließend Festvortrag
„Bedeutung Interkultureller Partnerschaften“ von Dr. Wilhelm Otte (Köln)
- 19.30 Uhr „Zeppolinos große Reise“, Szenisches Theater von und mit Dr. Olaf Bellmann (Rostock)


Sonntag, 01. Juli:
- 10.30 Uhr Festgottesdienst
- 12.00 Uhr Stehempfang, Grußworte, 20 Jahre Ugandakreis, in Wort und Bild


Höhepunkte aus 20 Jahren Ugandakreis Heiligenstadt:

• 2002 das 775-jährige Jubiläum der Gemeinde St. Aegidien, das wir gemeinsam mit Fr. Peter und Fr. Aloysious gefeiert haben
• 2003 das 25-jährige Jubiläum der Gemeinde St. Egidio in Lwamaggwa, verbunden mit einer Glockenweihe, einem Geschenk aus Heiligenstadt
• Der Besuch einer Gruppe von Jugendlichen zum Weltjugentag im Jahr 2005 in Deutschland
• Die Verleihung des Ehrenringes des Landrates an den Vorsitzenden des Ugandakreises, Elmar Weckenbrock
• Die Übergabe der Reliquien der ugandischen Märtyrer, Karl Lwanga und Mathias Lumumba an unsere Gemeinde durch Bischof Kaggwa während eines feierlichen Gottesdienstes
• Die Teilnahme von Bischof Kaggwa und Bischof Ddungu an verschiedenen Männerwallfahretn im Klüschen Hagis
• Die Feier des Silbernen Priesterjubiläums von Fr. Peter und Fr. Aloysious mit einer Gruppe aus Deutschland im Sommer 2011 in den jeweiligen Heimatgemeinden der Priester im Busch
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