Vorschläge für mehr Zukunftstfähigkeit - Diskussionsgrundlage: Vorstand des Fördervereins „Pro Wipperwelle“ mit einem vorläufigen Bad-Konzept

Haben nun endlich auch betriebswirtschaftliche Zahlen zur "Wipperwelle" in der Hand: Dr. Uwe Semmelroth, Vorsitzender des Fördervereins "Pro Wipperwelle" (links) und Vorstandsmitglied Dr. Hartmut Dorst (rechts).
 
Der Förderverein sieht für das Hallenbad als Nutzungs-Schwerpunkte neben dem allgemeinen Schwimmen und dem Saunabetrieb, das Schul- und Vereinsschwimmen sowie Kursangebote für Präventions- und Reha-Maßnahmen.
 
Emotional haben die Worbiser eine doch sehr starke Bindung zu ihrem Hallenbad, was sich auch in der steigenden Zahl der Mitglieder des Fördervereins wiederspiegelt.

Der Vorstand des Fördervereins „Pro Wipperwelle – Worbis e.V.“ hat ein vorläufiges Konzept zum dauerhaften Erhalt des Worbiser Hallenbades erstellt. Es soll als Diskussionsgrundlage innerhalb und außerhalb des Fördervereins dienen und wurde daher auch Bürgermeister Gerd Reinhardt (CDU) und den Stadträten zugeleitet.

Seit 4. Juni hält der Förderverein nun auch konkrete Zahlen zu den betriebswirtschaftlichen Ergebnissen des Hallenbades „Wipperwelle“ in den Händen, mit denen er sich auseinandersetzen wird.

In der vergangenen Hauptausschussitzung der Stadt Leinefelde-Worbis bildete das vorläufige Konzept des Fördervereins schon ein Diskussionsthema, wobei bereits bemängelt wurde, dass das Papier eher einem Forderungskatalog gleich käme und keine konkreten Zahlen enthalte.

Das vorläufige Konzept des Fördervereins „Pro Wipperwelle – Worbis e.V.“


Ausgangslage:

Die Existenz von zwei Hallenbädern in unserer Stadt Leinefelde-Worbis macht es erforderlich, dass die Entscheidungsträger der Stadt für beide Bäder Lösungen finden, die der zukünftigen Entwicklung und dem Zusammenwachsen unserer Ortsteile dienlich sind. Um den dauerhaften Erhalt beider Bäder zu sichern, sind ihre weitere Gestaltung aufeinander abzustimmen und dabei Schwerpunkte für jedes Bad festzulegen. Für den Ortsteil Worbis als ausgewiesenen Wohn- und Schulstandort sowie Standort einer Behinderteneinrichtung ist das Hallenbad „Wipperwelle“ als Faktor der Daseinsvorsorge von größter Bedeutung. Daraus ergeben sich als Schwerpunkte der weiteren Nutzung, neben dem allgemeinen Schwimmen und dem Saunabetrieb, das Schul- und Vereinsschwimmen sowie Kursangebote für Präventions- und Reha-Maßnahmen im Rahmen von Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen. Hierfür bietet das Bad günstige Voraussetzungen, so dass es zukünftig um den Erhalt der vorhandenen Bausubstanz und deren Ausstattung geht. Größere Investitionen sind in absehbarer Zeit nicht erforderlich. Zur Verbesserung der ökonomischen Situation ist es aber zweckmäßig, den Badbetrieb zu optimieren und Reserven zu erschließen.

Vorschläge des Fördervereins:

Schulschwimmen, zusätzlicher Schwimmunterricht


Anzustreben ist, dass alle Kinder der Region möglichst frühzeitig Schwimmen lernen. Hierzu ist der obligatorische Schwimmunterricht in der dritten Klasse der Grundschule nicht optimal. Wie in anderen Landkreisen Thüringens praktiziert, sollte Schwimmunterricht bereits für Kita-Kinder im Vorschuljahr und für „ABC-Schützen“ angeboten werden. Anderenorts wird das über den Kreissportbund organisiert und von den Eltern gerne angenommen (auch mit finanzieller Belastung). Das Schulschwimmen würde dann bei vielen Kindern zum Erreichen einer höheren Schwimmstufe als dem „Seepferdchen“ beitragen. Mit dem Landkreis sollte langfristig zusätzliches Schulschwimmen in höheren Klassenstufen vereinbart werden. Weiterhin ist zu erkunden, ob Interesse an Schwimmkursen für ältere Nichtschwimmer besteht, die in ihrer Jugend keine Gelegenheit hatten, das Schwimmen zu erlernen.

Daseinsvorsorge Gesundheit:

Die Nutzung des Bades für Präventions- und Reha-Maßnahmen wird auf Grund der Alterssituation unserer Bevölkerung an Bedeutung gewinnen und ist auch ökonomisch ein wichtiger Faktor. Die Kapazität des neu geschaffenen Bewegungsbeckens im „Leinebad“ reicht nicht aus, um den zukünftigen Bedarf für das gesamte Stadtgebiet abzudecken. Entsprechende Kurse sollten langfristig in beiden Bädern angeboten werden. Als Kursanbieter sollten mehrere Partner ausgewählt werden, um durch Wettbewerb eine hohe Qualität und Effektivität zu sichern.

Öffnungszeiten, Schließzeiten, Sommerbetrieb, Nutzung Außenbereich:

Die Öffnungszeiten des Bades und der Sauna sind regelmäßig den sich ändernden Bedürfnissen der Bevölkerung anzupassen. Schließzeiten des Bades wirken sich grundsätzlich negativ auf die Attraktivität eines Bades aus, weil Bad- und Saunanutzer sowie Kursbesucher eher einen kontinuierlichen Badbetrieb bevorzugen. Deshalb sollten Schließzeiten, die über das technisch erforderliche Maß hinausgehen, möglichst vermieden werden. Eine besucherschwache „Saure-Gurken-Zeit“ im Sommer lässt sich durch attraktive Angebote reduzieren. Da aus Kapazitätsgründen zusätzliche Schwimmkurse während der Schulzeit schwierig zu realisieren sind, sollten dafür vorrangig die Ferienwochen genutzt werden. Der Außenbereich des Bades mit Liegewiese und anschließender Kleinfeld-Sportanlage wird zur Zeit nicht optimal genutzt. Um von den Besuchern stärker angenommen zu werden, muss sich die Liegewiese in einem guten Pflegezustand befinden, ausreichend Liegen vorhanden sein und die gastronomische Versorgung den Wünschen der Badegäste entsprechen. Eine Familie mit Kinder wird im Sommer das Bad nutzen, wenn Öffnungszeit, Eintrittspreis und Komfort einladend sind (unter anderem Wassertemperatur nach Wetterlage einstellen).

Ein Schwerpunkt im Sommerbetrieb sollte die Nutzung des Bades durch die Hortkinder sein. Für sie ist als besondere Attraktion in den Sommerferien ein Neptunfest zu organisieren. Ein weiterer Aspekt der zukünftigen Badnutzung ist der zunehmende Übergang zur Ganztagsschule. Es ist für die Entwicklung der Kinder von großem Vorteil, wenn sie sich ortsnah und ganzjährig stundenweise im Hallenbad körperlich betätigen können. Hierfür und auch für die Hortkinder sollte die Kleinfeld-Sportanlage zeitweise dem Bad zugeordnet werden. Technisch ist das durch die vorhandenen Zäune und verschließbaren Tore unproblematisch möglich.


Saunabetrieb:

Der Saunabetrieb könnte durch Spezialaufgüsse und sonstige Angebote (zum Beispiel einmal im Monat Mitternachtssauna) attraktiver gestaltet werden und damit auch vermehrt jüngere Besucher ansprechen.

Weitere Möglichkeiten der Verbesserung der Ökonomie:

Die Werbung für das Bad ist zu verbessern, um auch Besucher der umliegenden Orte langfristig an das Bad zu binden und Gäste der Stadt Worbis auf das Bad aufmerksam zu machen (Aufstellen von Werbetafeln, Pressearbeit und intensive Zusammenarbeit mit den Schulen, Kindergärten, ortsansässigen Hotels und sonstigen Institutionen sowie Vereinen). Ein jährlich vom Förderverein und der Stadt gemeinsam organisiertes Badfest im Sommer erhöht den Bekanntheitsgrad des Bades und erschließt weitere Nutzer. Die Eintrittspreise und die finanziellen Regelungen mit den das Bad benutzenden Vereinen sind regelmäßig zu überprüfen und anzupassen. Der Energiebedarf für Wärme und Beleuchtung ist kritisch zu verfolgen und möglichst zu reduzieren (zum Beispiel Einsatz von Energiesparlampen). Das Beschaffungswesen für den technischen Bedarf ist mit dem „Leinebad“ zu optimieren.

Fazit:

Emotional besteht eine starke Bindung der Bewohner der Ortsteile an „ihrem“ Bad. Für das harmonische Zusammenwachsen zu einer Stadt ist es deshalb anzustreben, beide Bäder dauerhaft als Faktor der Daseinsvorsorge zu erhalten. Hierfür sind die Organe der Stadt, die Stadtverwaltung und die interessierte Bürgerschaft aufgefordert, praktikable Lösungen zu finden, die ökonomisch vertretbar sind und den Bedürfnissen der Einwohner entsprechen. Der Förderverein „Pro Wipperwelle - Worbis e.V.“ möchte hierzu seinen Beitrag leisten.
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