10. Wanderung im Saale-Holzland-Kreis: Kleines Jubiläum mit Massenstart

Wanderfreunde auf gemeinsamer Entdeckungstour im Saale-Holzland. (Foto: Foto: Wilhelm Schaffer)
Bürgel: Wanderung | Sage und schreibe 150 Wanderlustige versammelten sich gutgelaunt am Gemeindezentrum des „Goethedorfes“ Waldeck. Der herrlich sonnige Herbstsonnabend trug dazu bei, zweifellos aber auch die Kunde von den vorhergegangenen neun Wandertagen in den Fußstapfen des Landrats, die stets höchst Interessantes zu bieten hatten, das oft selbst Eingeborene noch nicht kannten.
Bürgermeister Roland Panitz begrüßte den Tross und führte ihn dann durchs Dorf gleich ins Totalreservat der Waldecker Buchen. Auf dem Schleichpfad, den er mit den Waldeckern vor fünf Jahren im „NAW“ durch den Wald anlegte. Geradezu schwindelerregende Schluchten hinab und hinauf, über hilfreiche Treppen und Brückchen. Wolfsschlucht-Romantik pur. Erster Halt auf einem Hügel zwischen alten Buchen, am vermutlichen Ursprung des Ortes. Weiter ging‘s mit dem zuständigen Bürgermeister Steffen Haase, assistiert von Pfarrer i. R. Wolfram, nach Beulbar.

An seinem „AmViehTheater“ stand Orje mit der Gitarre und sang, natürlich „Das Wandern ist des Hellers Lust“. Kurze Rast mit Erfrischungen. Aufbruch durch das Tal unterhalb des Ortes nach Scheiditz, jenem Dorf, an dem die Wirren des Dreißigjährige Krieges vorbei gingen, wie auch Napoleons Truppen und die der US-Amerikaner, glücklicherweise aber nicht die Fördermittel zur Dorferneuerung. Rast vor dem schönen Gemeindehaus in Bratwurstduft und Bierdunst. Wie Bürgermeister Uwe Appelt und seine Helfer es schafften, noch rechtzeitig den unerwartet hohen Bedarf an Rostern zu befriedigen, zeugt von der Einsatzkraft der Scheiditzer, wenn es ums Überleben geht. Übern Berg, vorbei an einem neuen riesigen Windrad und am alten Wasserturm, trekkte der schier endlose Zug nach Bobeck in den Machtbereich von Bürgermeister Wolfgang Hartung.

Sein Ortschronist Günter Baumann, passionierter Wasa- und sonstiger Schilangläufer, Sammler tausender Bierbüchsen aus aller Welt, gab Einblick in die Ortsgeschichte, ins besondere in die der einst wirtschaftlich und für das menschliche Wohl wichtigen Brauerei. Bedauerlicherweise nun zweckentfremdet genutzt. Nichtsdestotrotz zechen die Bobecker nach wie vor, besonders heftig zur traditionellen Bobecker Kirmse.

In Albersdorf übernahm Bürgermeister Torsten Döhler die Führung. Nicht alle kannten die Kirchturmuhr mit den zwölf Buchstaben an Stelle der Ziffern, die mahnen „NUTZE DIE ZEIT“, lateinisch bekannt als „carpe diem“. Kurz vor dem Ziel in Waldeck, an der 1866 anlässlich des Sieges der Preußen über die Dänen gepflanzten Linde vor dem Forsthaus, wartete erneut „Orje“ mit der Gitarre, stimmte an zum Mitsingen und las aus Briefen Goethes, der fast hundert Jahre früher dreimal in Waldeck beim Wildmeister Slevogt weilte und mit ihm bei Rumkaffee ein Loblied über die schönen Fichtenwälder (!) und die einfachen Menschen sang. Dann konnte, wer wollte, noch Kaffee trinken. Ein Tag ganz nach dem Motto des Albersdorfer Kirchturmuhrzifferblattes.
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