Alte "Münze" wird umgemünzt in Kulturstätte

Dem Zimmermann über die Schulter geschaut...
Eisenberg: Scheithof | Eisenberg. Nur vage lässt sich ahnen, wie die Hofbühne später einmal aussehen könnte – die 500 Jahre alte, denkmalgeschützte „Münze“ am Scheithof steckt mitten in der Sanierung.

Ihr altes, hölzernes Dachgebälk wirkt nicht gerade Vertrauen erweckend, ein Großteil von Feuchtigkeit zerfressen, faulig. Die Zimmerer haben viel Arbeit. Stück für Stück werden die beschädigten Balkenteile herausgenommen und durch neue ersetzt. Eine aufwändige Prozedur. Bis Ende Oktober soll das gesamte Dach fertig gedeckt sein – 55 Meter lang. Muss – angesichts der nahenden, feuchtkalten Jahreszeit.

Auch am Rohbau wird geschafft. Dessen Bauteile sind wesentlich besser erhalten und können zum Großteil wieder verwertet werden. Das betrifft die alten Sandsteine, die wegen des wesentlich verbreiterten Spielstättenbereiches nun übrig sind. Sie werden an anderer Stelle wieder eingesetzt. Aber auch die Lehmwickeldecken und Staken werden aufgearbeitet und wieder verwendet. Ganz im Sinne des Denkmalschutzes, der - so Planer und Bauleiter Karl-Heinz Heckmann von der GSL Sachsen/Thüringen GmbH – nicht nur fordert, sondern dankenswerter Weise auch fördert und mit dem trotz schwieriger Materie auch Kompromisse gefunden wurden, mit denen allen Seiten „leben können“.

Im Innenraum auf einer Größe von ca. 250 qm wird die Spielstätte entstehen, die nach oben bis in den Dachbereich geöffnet wird. In den warmen Sommermonaten – das Gebäude bleibt ein „Kalthaus“ - werden hier Theaterstücke und Konzerte aufgeführt. Das Publikum vergnügt sich dabei „Open Air“, wenn der Parkplatz davor – dann abgesenkt - zum „Theatersaal“ wird. Für die unmittelbaren Anwohner vis á vis gibt’s die kostenlosen „Logenplätze“ an ihren Fenstern. Kultur pur in einer besonderen Atmosphäre. Ein Treffpunkt für alle Generationen. Kinder spielen für Eltern und Großeltern, Erwachsene für Kinder und ihresgleichen… Und wenn der kleine „Zappelphilipp“ nicht mehr stille halten kann, tobt er auf dem nebenstehenden Spielplatz im Blickfeld der Eltern aus.

Die Gesamtkosten der gegenwärtigen Arbeiten wie Rohbau und Dachsanierung belaufen sich auf 465 000 Euro – zum größten Teil gefördert von Bund und Land. 10 000 Euro gibt es vom Denkmalschutz für die Dachsicherung und die Stadt trägt einen Eigenanteil von rd. 102 000 Euro.
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