Ausstellung im Landratsamt zeigt Bilder der KVHS-Schüler - bis Ende August sind rund 50 Gemälde zu sehen; Dozentin Claudia Göckeritz modelt für ihre Schüler selbst und nimmt dafür auch Krämpfe in Kauf

Zwei Bilder der Ausstellung.
 
Der Vorstandsvorsitzende, Dr. Dietmar Möller, betrachtet gemeinsam mit Veronika Wrede die ausgestellten Bilder der neuen Ausstellung.
Eisenberg: Kaisersaal | Eine ganze Unterrichtseinheit als Model auf einem Lehrertisch sitzen, dass kann ganz schön anstrengend sein – und dazu führen, dass man danach gar nicht mehr vom Tisch herunter kommt.
So zumindest passierte es Claudia Göckeritz, die als Kursleiterin für die Kreisvolkshochschule im Saale-Holzland-Kreis diverse Mal- und Zeichenkurse gibt.
„Wir wollten die menschliche Gestalt, die Anatomie des Menschen, darstellen, hatten aber kein Model zur Verfügung. Somit setzte ich mich selbst auf den Tisch. Mir ging es dabei darum, rein optisch verkürzte Gliedmaßen zu haben, was sich als schwierig heraus stellte.
Somit waren zunächst die Kursteilnehmer gefordert.
Aber auch ich.
Später.

Als ich wieder vom Tisch herunter wollte, kam ich kaum mehr aus der Position heraus“ so Claudia Göckeritz. Dabei hatten alle letztlich ihren Spaß. Auch beim betrachten der Ergebnisse.
Doch solche Dinge sind nicht ganz so häufig.

Meist sind es eher Kleinigkeiten, die für die nötige Lockerheit sorgen. So belebt Kaffee nicht nur den Geist, sondern wird auch hin und wieder einmal zur Malerei genutzt, weiß die Kunsttherapeutin.

Vor 26 Jahren kam sie zur Kreisvolkshochschule – damals in Gera - und belegte mehrere Kurse. Unter anderem in der Pastell- oder Portraitmalerei, aber auch in der Schriftgestaltung. Bis sie selbst die Fähigkeit erlangte, einen Kurs selbst zu leiten, vergingen viele Jahre.
Vor rund sechs Jahren begann ihre Dozentenzeit in der KVHS, mit durchschnittlich vier Kursen. „Ich möchte den Kursteilnehmern möglichst viele grafische und malerische Techniken aufzeigen, verborgene Talente aus ihnen heraus kitzeln“.
Dass hierbei die Aquarellmalerei immer wieder sehr gern genutzt wird, ebenso wie die Pastellkreide, ist wohl kein Geheimnis. „Doch auch hierbei bemühe ich mich, die Techniken ab zu wandeln“. Eine richtig coole Sache war in einem Kurs das Zeichnen von geometrischen Formen. „Da staunten selbst die Ehemänner, was ihre Frauen so drauf haben“. Das schlug ein, wie eine Bombe. Letztlich begeisterte sich die gesamte Familie für die Werke von der Ehefrau, Mutti oder Oma.

Es sind übrigens zu 99 Prozent Frauen, die einen derartigen Kurs belegen – obwohl auch der Quotenmann hin und wieder dabei ist. „Irgendwie scheint den Männern das Selbstvertrauen zu fehlen, sich dieser Herausforderung zu stellen. Gerade, wenn die Frauen dann in der Mehrheit sind, scheint es mitunter einen zu hohen Erfolgsdruck zu geben Gleichzeitig sind die Frauen aber richtig locker drauf“.

Inzwischen kommen viele Kursteilnehmer auch zum nächsten (und übernächsten) Kurs. So kann Claudia Göckeritz die Werke zu den Künstlern zuordnen.

Diese Kenntnis stellte sie unlängst in Eisenberg unter Beweiß, als eine Ausstellung anlässlich des Jubiläums 20 Jahre Kreisvolkshochschule im SHK vorbereitet wurde.

Über 50 Kunstwerke galt es, ins rechte Licht zu rücken. „Ich habe bewusst auf die (Namens-)Liste verzichtet, konnte bis auf eines den jeweiligen Künstler zuordnen.
Da ich immer die Kursteilnehmer nur begleite, nicht in deren Maltechnik selbst eingreife, entwickelt jeder seinen eigenen Stil – und den soll er auch behalten!

Für viele Kursteilnehmer ist die wöchentliche Unterrichtseinheit das Highlight der Woche. Man kommt raus, kann sich von Gleichgesinnten inspirieren lassen. „Auch ich lasse mich immer wieder inspirieren“ so die engagierte Kursleiterin.

Die Ausstellung im Eisenberger Schloss, welche übrigens noch bis Ende August zu sehen ist, verdanken die Kunstliebhaber vor allem dem Engagement von Petra Maier. Nachdem die Werke im Thüringer Landtag nicht den gewünschten Stellenwert erhielten, setzte sie sich vehement für eine Ausstellung im Landratsamt ein. Mit der Unterstützung des Vereinsvorsitzenden der KVHS-Vereins, Dr. Dietmar Möller, gelang die Umsetzung letztlich mühelos.

Möller zeigte sich sehr beeindruckt von den Werken, vor allem von der Kaffeemalerei. „Bislang habe ich den Kaffee nur getrunken, dass man damit malen kann, wusste ich gar nicht“.
Obwohl er Das Zitat: „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ zur Eröffnung der Vernissage nutzte, hielt er dennoch seine gut vorbereitete Rede in der Hand, ging zunächst auf die Geschichte der KVHS ein, ehe er an Laudatorin Claudia Göckeritz übergab.
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