Das Auge hört schließlich mit!

Ilga Herzog, Johannes Letsch und Kantorin Beate Friedrich (von links) musizierten bei der feierlichen Orgelweihe in der Weißbacher Kirche vor voll besetztem Hause und begeisterten das Publikum mit klassischer, geistlicher und weltlicher Musik.
Weißbach: Kirche | Im Schiff der Weißbacher Kirche blieb kein Platz unbesetzt. Wer „zu spät” kam, musste die steilen Stufen der Holztreppe zur Empore erklimmen. Pfarrer Olaf Wisch nahm das Wort zum feierlichen Anlass der Orgelweihe. Das wertvolle nachbarocke Instrument entstand 1834 in der Werkstatt des Rodaer Orgelbauers Louis Poppe.

Mit Sachverstand und handwerklichem Können setzten sie Reinhard Grimm aus Berga und Gerd Sokolowski aus Ottendorf wieder in Stand. Die wesentliche finanzielle Grundlage dafür schafften Hannelore Krasper und Christine Färber, deren Familie sei 150 Jahren auf Rotvorwerk sitzt, mit weiteren drei Geschwistern. Ihnen galt der Dank des Pfarrers im Namen der Gemeinde. Dann erklang die Weißbacher Orgel unter den Händen und Füßen der Arnstädter Kantorin Beate Friedrich in majestätischen Akkorden und zarten Tönen klassischer geistlicher und weltlicher Musik. Begleitet von Ilga Herzog und Johannes Letsch, die die andächtig lauschenden Zuhörer auch solistisch bezauberten.

Wie beim Essen das Auge mit isst, so hört es auch beim Musikgenuss mit. Die Orgel erklingt zwar im Rücken der Zuhörer, doch ihr Bild prägt das Kircheninnere ganz wesentlich und sich so ein. Das Konzept zur Innenraumrestauration sieht vor, nun auch dem schadhaften Orgelprospekt wieder neuen Glanz zu verleihen. Dazu muss die Gemeinde etwa 2500 Euro aufbringen. Wer mithelfen will, einen weiteren Kirchenschatz in der Region zu bewahren, kann das mit einer Spende auf das Konto der
EKK Kassel,
Kontonummer 802 00 94,
BLZ 520 604 10,
mit der Zweckbestimmung „Kirche Weißbach” tun.

Die Erneuerung der Weißbacher Kirche ist ein Beispiel für das besondere Traditionsbewusstsein der „Tälerdörfler”. In den „Tälerdörfern” im Quellgebiet der Roda erhielt sich aufgrund dessen eine in der Region einzigartige Kulturlandschaft. Geprägt durch eine Fülle erhalten gebliebener und „rehistorisierter” Fachwerkbauten und Umgebindehäusern. Wie sie an Stelle von Holzhäusern entstanden, als sich dieses Baumaterial mit der Blüte des Holzgewerbes verteuerte. In der Zeit des 18. und 19. Jahrhunderts. Der Natur- und Heimatverein Tälerdörfer gestaltete zu diesem Thema eine Ausstellung „Die Täler und ihre Häuser” und stellte sie anlässlich des Orgelkonzertes in der Kirche vor.

Zwölf Tafeln mit eindrucksvollen historischen und aktuellen Bildern, durch wohltuend und knapp formulierte Texte erläutert. Sie öffnen nicht nur den Blick für die dörflichen Schönheiten, sondern große Lust, mal von Tautendorf nach Tröbnitz zu wandern oder zu radeln, mit Abstechern in die ebenso idyllischen Seitentäler. Bei dem, der das nicht schon tat. Dazu lenken sie den Blick aufs Detail und vermitteln eine Menge Wissenswertes über die traditionellen Bauweisen und Baumaterialien, Mauern und Tore, Hecken und Gärten. Ein liebevolles Bekenntnis zur Heimat, mit dem der Verein die allgemeine Heimatverbundenheit befördern möchte. Ab sofort schmücken also wissens- und sehenswerte Tafeln das zweite Geschoss im Landratsamt in Eisenberg. Genau der richtige Ort für die Ausstellung, als „Aushängeschild” für den Verein wie für den Landkreis. Und es kommen dort viele Leute nicht daran vorbei.
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