Fotoausstellung: Höchste Zeit ist's, Reise, reise...

Monika Thoma und Gunter Helbich zeigen Urlaub zu Hause mit wunderschöner Pfingstrose beziehungsweise die wilden Tiere Kenias...
Eisenberg: Landratsamt | Verblüfft stand ich vor dem Foto des Leuchtturms inmitten der großen Wanderdüne in Rubjerg Knude in Nordjütland. Sofort erfasst von Fernweh. Als wäre es erst gestern gewesen… Eines der Fotografien der neuen Ausstellung im Eisenberger Landratsamt erinert mich an den letzten Sommerurlaub in Dänemark. Auch ich habe den Leuchtturm samst Düne in all seinen Fassetten fotografiert. Im Tageslicht, bei Sonnenuntergang…
Ein paar Augenblicke weiter der Bratwurst-Kultstand am Ende der alten Welt - am Kap St. Vicente in Portugal, rostige Überreste auf vier Rädern, die eins werden mit der Natur, die tiefrote Pfingstrosenblüte inmitten der Wildkräuterwiese, Porträts von Menschen, einzigartige Naturschauspiele, wunderbare Landschaften und witzige Tierfotografien… Aus aller Herren Länder, aus unterschiedlichsten Perspektiven. Von Amerika über Afrika, Asien bis Europa. Und direkt vor der „Haustür“.
Herrlich – gleich ist man wieder mitten in der schönsten Zeit des Jahres: im Urlaub.

Unter diesem Titel steht die neueste Ausstellung im Eisenberger Schloss. 17 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamtes gönnen dem Betrachter einen kleinen Einblick in etwas ganz Persönliches, in ihre eingefangenen Urlaubsimpressionen und lassen ihn daran teilhaben.
Sie zeigen schöne und originelle Plätze auf unserer Erde und beleben mit ihrem Anblick die doch recht triste Jahreszeit. Und hoffentlich inspirieren sie den einen oder anderen Betrachter dazu, sich mit einem Reiseziel zu beschäftigen oder auch selbst zu verreisen. Und die Fotografien zeigen auch – es darf auch die heimische Region sein.

Gina Dechant, Ideengeberin und Organisatorin für diese und viele vorhergehende Ausstellungen im Landratsamt (81 bis heute insgesamt) nahm die bei der Ausstellungseröffnung anwesenden Aussteller und Gäste mit auf eine spannende Zeitreise in Sachen Urlaub.
Woher dieses Wort kommt und was es ursprünglich für eine Bedeutung hatte. Das althochdeutsche Wort »urloub«, das seit dem 8. Jahrhundert in Gebrauch ist, bedeutete schlicht »Erlaubnis«. Damit war die Genehmigung gemeint, sich entfernen, sich verabschieden zu dürfen. Nicht etwa um zu entspannen, sondern um wichtige Dinge erledigen zu können. Man erfuhr, dass sich Goethe und auch Schiller unerlaubter Weise – also ohne bei ihren „Dienstherren“ um Erlaubnis zu bitten, davon stahlen… Goethe in der Phase einer Identitätskrise unter Pseudonym; Herzog Carl Eugen steckte den unbotmäßigen Dichter Schiller zur Strafe für vierzehn Tage in Arrest, weil der gleich zweimal ohne Urlaubsgenehmigung entfleuchte.

Und spätestens jetzt werden alle Leser das Hier und Heute sehr zu schätzen wissen: In China beispielsweise darf jeder Arbeitnehmer, der mindestens zehn Jahre für sein Unternehmen tätig ist, auf zehn Tage Urlaub im Jahr hoffen…
Gina Dechant freute sich über die zahlreich mitgebrachten Fotos und hatte entsprechend die Qual der (Aus)Wahl.
„Es war interessant, über die Fotos und der Geschichte dahinter einmal den oder die Kollegin von einer anderen, der privaten Seite kennen zu lernen“, so die Kulturengagierte. Auf jedem Fall sollen die rund 90 ausgewählten Urlaubsimpressionen Freude bereiten – und bei dem einen oder anderen die Reiselust wecken. Hier kommt es auch nicht auf das fotografische Können an - sondern auf den Blickwinkel – und der liegt im Auge jedes Betrachters… Wer also etwas Zeit hat, sollte schauen gehen und sich Wilhelm Busch zu Herzen nehmen:
„Viel zu spät bemerken viele die versäumten Lebensziele:
Freude, Schönheit der Natur, Gesundheit, Reisen und Kultur.
Darum, Mensch, sei zeitig weise! Höchste Zeit ist`s - Reise, reise!
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