Führungswechsel an der Spitze der Jägerschaft Stadtroda

Dr. Karl-Heinz Böttcher (li) gratuliert seinem Nachfolger Stephan Böhl, wünscht ihm eine glückliche Hand bei der Führung der Jägerschaft Stadtroda
 
Diese beiden Muffel hatten sich derart ineinander verhakt, dass sie erlegt werden mussten - nicht mehr befreit werden konnten
Reichenbach: Bürgerhaus | Reichenbach. Nachdem Karl-Heinz Böttcher 10 Jahre lang die Geschicke der Jägerschaft Stadtroda als Vorsitzender in der Hand hielt, sah er nun die Zeit gekommen, einem jüngeren Platz zu machen.

„Ich bin als Vizepräsident des Landesjagdverbandes Thüringen tätig, war bereits nach der Wende eine Wahlperiode als Vorsitzender der Jägerschaft Ascherhütte aktiv. Ich denke, es ist an der Zeit, die Leitung der Jägerschaft in jüngere Hände zu legen“ so Böttcher. Seinen Posten nimmt ab sofort Stephan Böhl ein.

Stephan Böhl ist 37 Jahre jung, Abschluß als Diplom Forstingenieur, seit 2003 jedoch in einem mittelständischen Unternehmen tätig. Bereits seit einigen Jahren arbeitet er im Vorstand der Jägerschaft mit, somit bereits bestens mit seiner zukünftigen Aufgabe vertraut. Er möchte die Arbeit Böttchers fortführen, dabei versuchen, die heftige Diskussion um die Wald- und Wildkonflikte zu versachlichen. „Diese Spannungsmomente müssen abgebaut werden“. Das lebendige Vereinsleben soll erhalten und weiter gefördert werden, so Böhl. „Wir wollen fachliche Akzente setzen, haben dafür bereits eine gute Basis“. Der fachlicher Schulterschluss zwischen Jägerschaft und den drei Hegegemeinschaften (Damwild, Muffelwild und Rehwild) soll zukünftig noch enger werden. Er schließt mit dem Satz „Die Jagd ist ein gutes und ehrliches Handwerk“.

In seinem Rechenschaftsbericht zum abgelaufenen Jagdjahr mahnte Böttcher erneut die intensive Schwarzwildbejagung an. Hier steht die Jägerschaft nach wie vor in dem Zugzwang, dass mehr und vor allem jüngere Schwarzkittel erlegt werden müssen – wenn auch in Zukunft die Höhe des Wildschadens minimiert werden soll. In Zahlen ausgedrückt sind dies 579 Wildschweine, die erlegt wurden. Weiterhin 352 Stück Rehwild, 364 Stück Damwild sowie 49 Stück Muffelwild. Hinzu kommen jeweils einige „Unfallopfer“ – Wild, welches dem Straßenverkehr zum Opfer fiel.

Der Präsident des Landesjagdverbandes, Steffen Liebig, machte einige Ausführungen zu diversen Jagdangelegenheiten. Die wichtigste seiner Aussage sorgte jedoch für Aufruhr – zumindest bei Dr. Günter Ahnert, der als Vorsitzender des Bauernverbandes später im Namen der Kreisbauernschaft seinen Unmut äußerte. „In Untergneus soll ein Schwarzwildgewöhnungsgatter entstehen. Dieses ist nach seiner Fertigstellung für Jäger aus ganz Ostthüringen Anlaufpunkt, um deren Jagdhunde an Wildschweine zu gewöhnen und auf die gezielte Jagd, besonders auf die bevorstehenden Drückjagden vorzubereiten. Das ist sehr wichtig, um die langfristig Population des Schwarzwildes einzudämmen“.

Dr. Günter Ahnert jedoch warnte im Namen der Kreisbauernschaft vor diesem Gatter. „In weniger als 10 Kilometer Entfernung werden gut 40.000 Mast- und Zuchtschweine gehalten, im Umkreis von 20 Kilometer noch einmal 40.000 Schweine. Im Falle einer Seuche - und die von diesem Gatter geht eine gewisse Seuchengefahr aus - müssten diese dann umgehend getötet werden“, hält er dagegen.

„Im internationalen Jahr der Wälder (UNO-Erklärung) bedeutet zeitgemäße Jagd nichts anderes, als Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Jagd in einen Einklang zu bringen“ resümiert Karl-Heinz Böttcher am Ende der Versammlung, fordert zugleich den Staatsforst zu besserer Zusammenarbeit in Sachen Wildbewirtschaftung auf.
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