Geschenkt, gestiftet, geliehen…

Kunstfreunde, die die Moritz-Klinik gleichzeitig zum „Kunsttempel“ machen: Ideengeberin und Galeristin der Moritz-Klinik, Dr. Ursula Pfeifer (re.) mit ihrer Nachfolgerin Cordula Leidner und Verwaltungschef Ralf Winkhaus.
Bad Klosterlausnitz: Moritzklinik | Moritz-Klinik: Kunstvolle Idee, die aus dem Rahmen fällt

„Frau Dr. Pfeifer, ich habe eine Wand für Sie“ – dieser Satz von Verwaltungschef Ralf Winkhaus per Telefon klang in Ohren der Angerufenen vermutlich wie der Paukenschlag in Haydns Symphonie… Endlich kann sie ihren lang gehegten Traum in die Tat umsetzen. Seit zwei, drei Jahren rumort dieser Gedanke in ihrem Kopf: nämlich in der Moritz-Klinik eine Dauerkunstausstellung zu installieren. Mit je einem Werk der Künstler ihrer mittlerweile 112 organisierten Ausstellungen in der Klinik, die Kunstfreundin und –sammlerin Dr. Ursula Pfeifer seit fast zwei Jahrzehnten mit wahrer Leidenschaft und ungebrochenem Engagement in Szene setzt. Eine ehrgeizige Idee, die auch bei Kunstfreund Ralf Winkhaus auf offene Ohren stieß – und der ihr nun nach erfolgreicher Suche innerhalb „seiner“ Klinik die Wand „sponserte“. Natürlich dort, wo Patienten und Besucher täglich das Vergnügen haben, die Kunstwerke zu betrachten und ihren Gedanken dazu nachzugehen … Das motiviert ungemein.

Und wieder einmal verschwendet die 79-jährige Ärztin im Unruhestand keine Zeit. Lieber heute als gestern macht sie sich dafür auf die Socken. „Klinken putzen“ bei den Künstlern oder ihren Angehörigen, denn einige sind mittlerweile verstorben. Diese für ihren Traum zu gewinnen, ihnen ein Werk „abzuluchsen“. Das holt sie, wenn es sein muss, auch persönlich ab.

Bei vielen brauchte es nicht viel Überzeugungskraft – sie gaben gern. Darunter bekannte Namen wie Horst Sakulowski, Professor Willi Sitte, Otto Paetz, Ludwig Maresch, Heinz Bochmann, die Lohses und Neuperts… 28 Kunstschaffende aus der unmittelbaren Region und aus Mitteldeutschland schenkten, stifteten oder liehen bis dato 29 Bilder – und Ursula Pfeifer ist sicher, es werden noch einige mehr. Dank des Kunstsinnes von Ralf Winkhaus nun alle im passenden Rahmen und vereint mit dem Frau Dr. Pfeifers - passend angeordnet an der Wand.
Klar war ihr von Beginn an, dass sie nicht alle „rumkriegen“ wird – nicht einmal unter der Maßgabe der „Dauerleihgabe“. Wer nicht wagt, nicht gewinnt. Das sei aber nicht so schlimm, denn der Platz an der Wand im Lesezimmer für die Patienten ist begrenzt.
Nach dem Hintergrund für die Idee gefragt: „Hier sehen die Leute die Bilder. Hier kommen tausende Menschen durch. Die Maler malen, malen und malen – haben aber irgendwann keinen Platz mehr in Wohnung oder Atelier. Also verschwinden ihre Bilder oft irgendwo „in der Versenkung“ und fristen in Schubläden, auf Dachböden, im Schuppen, ja sogar unterm Bett ein ungesehenes Dasein. Viel zu schade“!

Diese zum Gesamtkunstwerk gewordene Wand setzt ihrer aktiven Zeit als „Galeristin“ zum Abschluss die Krone auf, denn sie wird sich – pö á pö – von diesem Amt zurückziehen.
Eine Nachfolgerin fand sie in Cordula Leidner, die ihre Leidenschaft für Kunst teilt und sich in anderen Bereichen schon lange ehrenamtlich engagiert. Sie fand auch die Schlagzeile „Geschenkt, gestiftet, geliehen“, die interessierten Patienten und Besuchern demnächst den „Weg zur Kunst“ im Klinikum weisen wird. Daneben soll ein Heft entstehen, in dem die Bilder mit Titel, Fotos der Künstler und deren Kurzbiografien enthalten sind. Für diejenigen, die mehr über Kunst & Künstler erfahren möchten.
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