Möhrenschaber feiern tierischen Star

Die Musikgruppe "Rodsche Möhrenschaber" sorgte beim Rote-Tor-Fest für stimmungsvolle Musik.
 
Ziege Resel legte beim Toröffnen einen Rekordwert hin.

Am Sonnabend stand Ziege Resel im Mittelpunkt der Feierlichkeiten in Stadtroda.


Stadtroda. Von Generation zu Generation erzählt man sich in Stadtroda die Sage von der Rod'schen Möhre aus dem Jahr 1450. Zur siebenten Auflage des Roten-Tor-Festes am Sonnabend wurde diese mit einem kleinen Schauspiel nachempfunden. Die Veranstaltung lockte Hunderte Besucher zum Roten Tor. Ob der Star des Tages die Möhre frisst oder nicht, das fragten sich wohl die Meisten zu Beginn der Veranstaltung. Die Ziege Resel von dem 21-jährigen Besitzer Daniel Häcker stand im Rampenlicht. Um 14 Uhr begann die Feier und das Rote Tor wurde symbolisch mit einem Vorhang geschlossen.

Die Karotte wurde getreu der Legende in die Torschlaufe gesteckt und das Portal hielt nach dem ersten Angriff der Geraer stand. Doch dann kam Resel ins Spiel. Die Geiß schnappte zu und riss mit Bravour das Gemüse aus der Schlaufe und fraß es auf. So wurde den Feinden der Eintritt in die Stadt gewährt.
Vor zwei Jahren hatte die Stadt zum bislang letzten Mal das Rote-Tor-Fest veranstaltet. Seit 1995 begehen die Rodaer den sagenhaften Einzug der Geraer in die Stadt. Angelika Schieferdecker von der Stadtinformation Stadtroda gehört zu den Organisatoren der Veranstaltung. Sie freute sich über den Besucherandrang und die Ziege hatte es ihr sichtlich angetan. "Resel hat das ganz vorbildlich gemacht. Noch nie war eine Ziege beim Roten-Tor-Fest so schnell", sagte Angelika Schieferdecker.

An diesem Nachmittag wurde das Tier von Daniel Häcker zum Star. Einige Besucher wollten sogar Fotos mit der Burenziege machen. Doch zuvor wurde diese von Angelika Schieferdecker für ihre Liebe zu Karotten aus­gezeichnet. "Resel die Erste" stand auf der Medaille. Auch die Kleinen waren von der Geiß entzückt.

Die Gewänder und Uni­formen der Darsteller beim ­Rote-Tor-Fest erweckten den Eindruck als sei man wirklich 500"Jahre in der Zeit zurückversetzt. Doch auch die Lage des Tores auf den alten Pflaster­steinen mit Blick über Stadtroda und die Marschmusik im Hintergrund sorgten für das passende Ambiente.

Rund um die Ziege gab es ­Dutzende Stände. Nicht nur Speisen und Getränke worden angeboten. Beispielsweise gab es für die Kinder ein Würfelspiel, um Gewinne einzuheimsen, und die Möglichkeit, sich kunterbunt anmalen zu lassen.
Neben zahlreichen älteren Leuten waren auch viele Familien interessiert an der siebenten Ausgabe der Feierlichkeit. Dabei begleitete die Musikgruppe "Rod'sche Möhrenschaber" die Veranstaltung durch den Nachmittag mit stimmungsvoller Schunkelmusik. Der Verein "Historische Uniformen Alt ­Jena e."V." schlug ein Lager im Freien auf und ließ sich über die Schulter schauen. Während ­dessen kümmerten sich der "CVJM e."V." (Christlicher Verein Junger Menschen) und die Kindertagesstätte "Haus Sonnenschein" vor allem um das Wohl der jungen Gäste.

Die Festlichkeit wurde sehr gut besucht. Dabei stand die Austragung des Festes lange auf der Kippe. Erst im Mai dieses Jahres konnte mit Resel eine Nachfolgerin für die Ziege Lotte gefunden werden, die 2011 Hauptakteur war.
Einige Besucher zog es von weit her zum Roten Tor. "Ein Bus mit Touristen aus Bayern ist gerade in der Gegend unterwegs", freute sich Initiatorin Schieferdecker. "Sie schauen sich Wolfersdorf an und bei der Gelegenheit wollen sie mal beim Roten-Tor-Fest vorbeischauen". Eines war den bayerischen Gästen nach ihrem Aufenthalt in Stadtroda gewiss klar: die Möhrenschaber können immer noch gut feiern.
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 28.08.2013 | 20:15  
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