Musical "Gröbener Spukgeschichte" wird ein Kassenschlager

Gruppenfoto der Laiendarsteller vor ihrem ersten Auftritt.
 
Andreas Ebing gibt unmittelbar vor Beginn der Vorstellung, zunächst mit etwas geschwächter Stimme, einige organisatorische Hinweise sowie zum Stück.
Schlöben: Dorfplatz | Standing Ovation gab es am Sonntag Abend im ausverkauften Festzelt in Gröben, nachdem „Die Gröbener Spukgeschichte“ erfolgreich über die Bühne ging.

Bereits in der ersten und zweiten Umbaupause gratulierten die ersten Besucher dem Hauptverantwortlichen für dieses Stück, Bernd Rönnefahrt, zur erfolgreichen Inszenierung. Doch dieser wehrte zunächst mit den Worten ab „das Stück ist noch nicht zu Ende“.

Als es dann zu Ende war, gab es für das begeisterte Publikum kein Halten mehr. Jubelrufe ertönten, der Beifall forderte die Akteure zurück auf die Bühne.

Nicht nur aus Gröben, sondern aus der gesamten Umgebung kamen die Besucher, um sich dieses ländliche Musical in drei Akten an zu sehen. Sogar das halbe Ensemble des TIB, des Theater in Bockedra, kam nach Gröben. „Wir müssen auch mal über den Tellerrand schauen. Man kann dabei nur lernen, sich eventuell auch neue Ideen holen“ erzählt Peter Reich über die Beweggründe der Bockerschen.

Bereits vor der Aufführung zeigten sich die Laiendarsteller sehr aufgeregt. Selbst Hans-Peter Perschke, der das Reden gewohnt ist, meinte: „lieber drei Reden im Kreistag, als eine Theateraufführung“ – und meisterte seine Rolle als Gerichtshalter später sogar mit Gesang meisterlich. Doch auch der Vereinsvorsitzende von Realia Gröben, Andreas Ebing, ging in seinem Part voll auf. Zunächst zeigte er noch etwas Unsicherheit bei seinen einleitenden Worten zum Stück, ja sogar etwas gerührt schien er zu sein – angesichts des ersten großen Auftritts. Zumindest fehlte seiner Stimme anfangs die gewohnte Festigkeit.

Während der Aufführung ließ er dann keinen Zweifel mehr daran, ein engagierter Wirt zu sein. Der natürlich möglichst sein Scheffel ins trockene bringen möchte. Wie auch der Oberhofprediger und Kirchenrat zu Gotha (Gerd Simon) schlussendlich sinngemäß durchblicken lässt „lasst das Volk weiter dumm bleiben, damit der Wohlstand der oberen gesichert ist“. Dass die Steinwürfe auf das Dach des Pfarrhauses letztlich nur ein Streich der Studenten von Jena waren und nur auf das prall gefüllte Kirchensäckel abzielten, zeichnete sich spätestens ab dem zweiten Akt ab.
Doch bis zu dieser Erkenntnis musste selbst Pfarrer Jeremias Heinisch (Arnd König) noch gehörig zittern. Und sich seine Stimme vor Angst überschlagen. Ebenso, wie der Schulmeister Johann Friedrich Franke (Enrico Feser) oder der Schmiedemeister Hans Böber (Uwe Eisentraut). So manch eine unerklärliche Angelegenheit aus der Vergangenheit kam auf Grund der Geschichtsforschungen von Pfarrer Jeremias Heinisch zutage. Szenenapplaus gab es mehr als einmal. So unter anderem für die Äußerung des Pfarrers „gebt den Männern, was des Geistes und den Frauen was des Leibes“ oder des Schmiedes Worte „Sei nicht so neugierig und bleib bei deinem Herd“. Doch auch des Schulmeisters Leidklage „anderer Leute Bälger erziehen ist nicht leicht …“ traf auf breite Zustimmung im Publikum.

Einen gelungenen Auftakt zur Festwoche in Gröben bildete somit das Musical am Sonntag Abend, nachdem bereits am Sonnabend mit dem Film „Sushi in Suhl“ der erste Trumpf gestochen hat und unheimlich viele Besucher anlockte.
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