Musik mit Tiefgang 8. Sinfoniekonzert

Davide Alogne (Violine) zum 8. Sinfoniekonzert 2014/2015 der Vogtland Philharmonie im Neuberinhaus Reichenbach - Dirigent: David Marlow
  Reichenbach: Neuberinhaus | „Das war ja wirklich Musik mit Tiefgang“ – so schwärmte ein begeisterter Besucher, als er am vergangenen Mittwoch das Reichenbacher Neuberinhaus nach dem Genuss des 8. Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie verließ. Sein Eindruck bezog sich auf die soeben gehörte 7. Sinfonie von Anton Bruckner – ein monumentales Werk, das zweifellos zu den ganz großen der gesamten Gattung gehört. Gleich zu Beginn der Konzertsaison hatte auch Chefdirigent David Marlow vor dem Publikum bekannt, dass er dieses Konzert als Höhepunkt der Saison betrachtet, für ihn auch eine besondere dirigentische Herausforderung, der er mit Freude entgegen sähe.

Doch auch das andere Stück – aufgrund der mehr als einstündigen Länge der Bruckner-Sinfonie war das Programm auf zwei Werke begrenzt – war eine durchaus angenehme, gelungene Bereicherung des Konzertabends. Der italienische Gastvirtuose Davide Alogna, ein ambitionierter Künstler, der auf der Violine und dem Klavier gleichermaßen konzertiert, stellte zu Beginn eine Entdeckung aus der reichen Musikkultur Italiens vor: das Violinkonzert f-Moll „all’ antica“ von Ottorino Respighi. Die Darbietung dieses Konzertes ist Teil seiner Bemühungen, dieses Werk, zu dem er in mühevoller Kleinarbeit das Notenmaterial für den Druck zusammengetragen hatte, weltweit bekannt zu machen. Das Stück entpuppte sich als Unterhaltung im besten Sinne: Wie schon der Zutitel verrät, war es das Anliegen des jungen Komponisten, das dreisätzige Konzert im Stile „antiker“ – im Sinne von „klassischen“ – Kompositionstechniken zu schreiben. Davide Alegno agierte, vom Orchester hervorragend begleitet, im Solo mit einer angenehm-dominanten, klaren Tongebung, in den wenigen anspruchsvollen Passagen nicht immer intonationsrein, jedoch stets um exakte Wiedergabe der klassisch-virtuosen Finessen im Konzertieren mit dem Orchester bemüht. Den Beifall des Publikums honorierte der Künstler mit der Zugabe eines virtuosen Tangos von Astor Piazzolla.

Die 7. Sinfonie A. Bruckners ist wohl das genialste, in sich geschlossene Zeugnis der gesamten spätromantischen Musik – anspruchsvoll, aber stets dankbar für die Orchester, zumal sie – trotz ihrer monumentalen Größe – klar durchstrukturiert und mit dem Reichtum der spätromantischen Harmonik genial ausgestattet ist, dem Orchester alle Möglichkeiten bietend, die Vielfalt der Orchesterfarben zu entfalten. Die Philharmonie nahm sich dieser Herausforderung mit musikantischem Herzblut an – ein Generalkompliment deshalb an das gesamte Ensemble: Das war gelungen, ein großes Dankeschön für die vielen herrlichen Soli an den Pulten! Chefdirigent David Marlow führte konzentriert, bemüht, der Ruhe und ‚Erdenschwere’ dieser herrlichen Sinfonie den gebührenden Raum zu geben. Dies gelang gut in den ersten beiden Sätzen; insbesondere der zweite beeindruckte mit seiner berührende Wirkung, geprägt vom Einsatz der Wagner-Tuben, den vier Studentinnen der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar vorzüglich übernahmen. Nach dem berühmt-prachtvollen E-Dur-Schlusspunkt gab es zu Recht Bravorufe und Beifall en masse mit Händen und Füßen. [veho]

Die Greizer Auflage des 8. Sinfoniekonzertes findet am Freitag, den 17.04.15, um 19.30 Uhr in der Vogtlandhalle statt.

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