„Pathetique“ mit Herzblut

Janina Ruh (Violoncello) zum 6. Sinfoniekonzert 2014/2015 der Vogtland Philharmonie am 25.02.2015 im Neuberinhaus Reichenbach
Reichenbach: Neuberinhaus |

6. Sinfoniekonzert der Vogtland Philharmonie


Die „Pathetique“, die letzte Sinfonie Peter Tschaikowskis, war zweifellos der herausragende Höhepunkt des 6. Sinfoniekonzertes der Vogtland Philharmonie, das am vergangenen Mittwoch im ausverkauften Neuberinhaus Reichenbach stattfand. „Das war hinreißend, so richtig mit Herzblut musiziert“, so eine der begeisterten Meinungen aus dem Publikum.

Dies war in der Tat so, selbst wenn man relativiert, dass ein solches Meisterwerk – die „Pathetique“ gehört zu Recht zu den größten sinfonischen Schöpfungen der Musikliteratur – in den Konzerten ein mitreißender ‚Selbstläufer’ in der Gunst des Publikums ist (Der begeisterte Zwischenapplaus nach dem 3. Satz machte dies deutlich). Es war von den ersten Einsätzen an zu spüren, dass Chefdirigent David Marlow und die Philharmoniker an diesem Abend Großes vorhatten, und dies glückte außergewöhnlich gut. Herausragend die Interpretation der beiden Ecksätze: Ausdrucksvoller kann man Einleitung und Exposition des Kopfsatzes kaum bringen, dramaturgisch eindringlich die Durchführungsarbeit – glasklar im Orchestersatz das berühmte Fugato; ebenso überzeugend im Ausdruck gelang das Weltschmerz-Finale – es brauchte einige Zeit, ehe sich das sichtlich beeindruckte Publikum zum Applaus rührte. Auch der Scharfrichter dieses Werkes, der in puncto Tempo, Rhythmik und Einsätzen anspruchsvolle 3. Satz wurde gut gemeistert, ebenso die schönen agogischen Effekte im zweiten Satz, in beiden Sätzen vielleicht nicht immer konsequent im Piano, und Subito, etwas zu schnell beim Forte. David Marlow bekam zu Recht großen Applaus für seine souveräne Führung, ihn verdiente sich ebenso das musikantisch eindrucksvoll agierende Ensemble.

Im konzertanten Teil des Programms kam das Publikum wieder einmal in den Genuss des Violoncellokonzertes von Robert Schumann – vor zehn Jahren erklang dieses bedeutende Werk der Celloliteratur letztmalig hier. Als Gastsolistin konnte Janina Ruh verpflichtet werden, eine hoffnungsvolle junge Künstlerin, die bereits ausgezeichnete Meriten und ein umfangreiches Repertoire vorweisen kann. Sie stellte sich mit einer soliden künstlerischen Leistung vor, anspruchsvoll-subtil ihre interpretatorische Auffassung – gelungen vor allem im grazilen zweiten Satz, hier aufmerksam begleitet vom zweiten Solocello (Peter Manz). Dennoch fehlte der Gesamtdarbietung so etwas wie der ‚große Ton’, der dem starken melodischen Gestus dieses Schumann-Konzertes vielleicht konsequenter entsprochen hätte. Den herzlichen Beifall des Publikums honorierte Janina Ruh mit der vorzüglichen Zugabe des ungemein effektvollen Dolcissimo „Das Buch“ des lettischen Komponisten Peter Vasks.

Ein guter Einstieg in den Konzertabend gelang der Philharmonie mit der Orchestersuite aus „Sigurd Jorsalvar“ von Edvard Grieg, einem lebensfroh-gefälligen Werk, das viel Beifall fand. [veho]

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