Standing Ovations für „Froschkönig“

  Reichenbach: Neuberinhaus |

Musikschule Vogtland begeisterte mit Premiere der Kinderoperette


Am Ende stand das Publikum von jung bis alt im gut besuchten Neuberinhaus, mit Bravorufen und begeistertem Applaus die Premiere der Kinderoperette „Der Froschklönig“ durch die 60 Darsteller und Orchestermusikanten der Musikschule Vogtland honorierend – und dies zu Recht. Zweimal ging diese Gemeinschaftsproduktion der MS Vogtland, der Vogtland Kultur GmbH, der Vogtland Philharmonie und der Weinhold-Grundschule Reichenbach – am vergangenen Sonntag, den 14.06.2015, über die Bühne, damit an die vielen guten Initiativen anknüpfend, die erfolgreiche Arbeit unserer vogtländischen Musikschule in der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Ein richtig gutes Stück hatten sich die Veranstalter für diesen Höhepunkt des Musikschuljahres ausgewählt. Die Autoren Gabriele Timm (Text) und Rainer Bohm (Musik) haben das bekannte Märchen der Gebrüder Grimm auf vier Bilder fokussiert, kindgerecht-humorvoll im Libretto, ausgestattet mit manch augenzwinkernden Seitenhieb auf die Erfahrungswelt der Heranwachsenden. Da beklagt der vielbeschäftigte Königvater das Problem, seine fünf quirligen Töchter zu erzieh’n (das ginge nur mit Aspirin), verwöhnt aber die jüngste, Prinzessin Rosalia, die dies weidlich ausnutzt und sogar mit dem Reichsapfel spielen darf. Anstelle väterlicher Strenge gerät ihr Missgeschick zum Erziehungsfaktor: Sie verspricht, dem Froschkönig lieb zu sein, der ihr den Reichsapfel aus dem Brunnen wiederbeschafft. Trotz aller Tricks muss sie ihr Versprechen im 3. Bild erfüllen, einer herrlichen Nebenszene, in der der großspurig-hinterhältige Universalminister aus Großglanzreich beim Galadiner empfangen wird. Zum Schluss wendet sich alles zum Glück: Rosalia bereut, den Frosch im Marzipanstreit an die Wand geworfen zu haben und wird zum Lohn Königin von Großglanzreich – an der Seite des in einen schönen Prinzen verwandelten Froschkönigs, der böse Universalminister und sein Gefolge werden in Frösche verwandelt – alles ist wieder gut.

Gelungen die musikalische Ausgestaltung von Rainer Bohm: Sparsam dosiert und treffend charakterisierend die Soli- und Choreinlagen, fernab von vordergründig-modischem Tingeltangel. Hier bewiesen die jungen Darsteller erstaunliche Qualitäten: Ihren Schwestern (Vanessa Jenisch, Lisanne Wolf, Kristina Frizorger, Theresa Mende) voran Annarosa Junker als Rosalia - dies sowohl stimmlich als auch darstellerisch; ein großes Kompliment allen Jungs, als Gesangssolisten Daniel Synelnikov als König, Alexander Irrgang als Froschkönig und der barsch auftrumpfende Christopher Rödel als Universalminister; gut auch in den Nebenrollen Sandra Tobias, Beatrice Kothe und Felix Richter als Sekretär bzw. Marmorstatuen. Ein Riesenkompliment gebührt Heike Simanowski für die Regie und Gesamteinstudierung: Die komplette Bühnendarstellung samt Kulisse und Beleuchtung war effektvoll, bunt, dennoch nie überladen wirkend angelegt. Unter der musikalischen Gesamtleitung von Artashes Stamboltsyan bewältigte das Musikschulorchester seine aufwändigen Parts mit Bravour.

Dr. W. Horlbeck

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