Stellwerk rockt Sheffield - Auf den Spuren der Rolling Stones

Stellwerk vorm Pub... (Foto: Foto: Friderike Franze)
 
auf der Bühne in Sheffield,,, (Foto: Foto: Friderike Franze)
Hermsdorf: Stellwerk | Mit Engländern zusammen arbeiten und wohnen bedeutet nicht nur auf internationales Know-how zurückzugreifen, auch lassen sich bei einem gepflegten Bierchen am Feierabend die eingerosteten Schulsprachkenntnisse auffrischen und freundschaftliche Kontakte zu Einheimischen knüpfen.

So kam es, dass Bob Slack, der als Ferrit-Experte seit einem Jahr beratend in der Tridelta tätig ist, eines Tages im Proberaum der Hermsdorfer Party-Rockband Stellwerk auftauchte und fortan ein treuer Begleiter von Bandtreffen und Auftritten wurde. In seiner Jugend selbst Musiker und „Globetrotter“ obendrein, nachdem die letzte Ferritefabrik in den 90-er Jahren in seiner Heimat Sheffield schloss, ging er auf Wanderschaft. Südafrika und Hongkong waren dabei zwei seiner Stationen. Nun also Deutschland – genauer: Hermsdorf.
Hier der rockigen Stellwerkmusik verbunden, entstand die Idee einer ersten Auslandstour.

„Wenn Träume Flügel bekommen, dann befindet man sich plötzlich auf den Bühnen im Ursprungsland des europäischen Rock, interpretiert Songs, die dort geboren wurden und reißt die harten Jungs der Stahlindustrie von ihren Hockern“, umschreibt Dietrich Dreikorn, der die Band begleitete, das Erlebte. „Noch nie habe ich Stellwerk so nervös erlebt. Denn im angesagten Sheffielder „Working Men’s Club“ spielen sonst nur Profis.“
Und im Vorfeld wurde ihnen in einer E-Mail angekündigt, dass man dort nicht auf „Softrock“ wie CCR oder AC/DC steht… „Bob – Kopf ab – wenn das schief geht“, so die letzte Warnung der Bandmitglieder vor Reiseantritt. Der erste Auftritt dann Samstagabend im „Silver Fox“, einem urigen Pub in Stocksbridge. Zum Warmwerden.

„Der absolute Wahnsinn. Wenn die alten Engländer jeden alten Rocktitel mitsingen und das Publikum sofort richtig ab geht und tanzt. Was kann es Besseres für Musiker geben“, berichten die Stellwerker. Und auch tags darauf im berühmten „Working Men’s Club“ genossen sie bei den Insulanern zweimal 45 Minuten berauschendes Konzertfeeling, in dem Band und Publikum zu einer Einheit verschmolzen. Zwischen dem traditionellen Bingo, dem die Engländer dort jeden Samstag und Sonntag frönen…

Ein Erlebnis, was mit Geld nicht bezahlbar ist. Und da sich gleich und gleich gern gesellt, war es keine große Überraschung, dass sich auch ortsansässige Musiker unter den Zuhören tummelten. Die Aftershowpartys boten Gelegenheit, sich auszutauschen und Pläne zu schmieden. Nächstes Jahr soll daher eine Tour für die Sheffielder Band „One for the road“ durch Thüringen stattfinden.

Und überhaupt waren die Hermsdorfer begeistert von der ganzen Atmosphäre, der First-Class-Gastfreundschaft. Alles andersherum – nicht nur der Linksverkehr. „Hier werden wir aufgefordert, leiser zu spielen. In Sheffield kam nach dem ersten Song sofort die Ermahnung: ‚Hey – macht mal ordentlich laut, ihr spielt Rockmusik!’ Ehe die Deutschen bei Konzerten „auftauen“, ist der Abend fast rum. In England rockt das Publikum vom ersten Ton an mit.“ Ach ja – unfreiwillig umgetauft wurde die Band bei ihrer Ankündigung auf der Bühne auch gleich noch: ‚Steelwork’. Sie trugens mit Humor. Nun ja – eben eine Stahlwerkergegend…
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