Und plötzlich jubeln dir alle zu...

v.l.: Thomas, Karlheinz, Patrick, Raven, Walter (Foto: Raven Henley)
 
The Henleys live (Foto: Raven Henley)
 
Raven Henley alias Patrick Henselin (Foto: Raven Henley)
 
Banner "Gegen die Norm" (Foto: Raven Henley)
Deutschrocker mit Erfolgsrezept – Raven Henley

Stell dir vor, du machst dein ganzes Leben lang Musik und binnen einem Jahr stehst du vor gut 5000 Zuschauern in der Dresdener Messehalle auf der Bühne mit einer eigenen Band und die Leute singen deine selbst komponierten Lieder mit.
Wie würdest du reagieren?
Denn so erging es Patrick Henselin alias Raven Henley, geboren in Husum – Schleswig-Holstein. 2010 wurde sein Jahr, denn er trat zusammen mit seinen Jungs als Vorband bei der erfolgreichen Gegengift Tour der echonominierten Deutschrockband Frei.Wild auf. Vor einem Jahr noch, coverte der mittlerweile 25-Jährige mithilfe seiner Gitarre und eigenem Gesang seine Lieblingsbands. Er nahm es mit der Kamera auf und stelltediese in das berühmte Online-Videoportal „Youtube“. Es dauerte nicht lange bis der Nordfriese entdeckt wurde und sich sein Leben komplett änderte…
Doch wie kam es dazu? Welche Entwicklung durchlebte er und seine Band? Und wie sieht es nun mit der Karriere aus?
Für mich ergab sich die Möglichkeit Raven Henley - für Deutschrock-Fans wahrscheinlich schon lange kein Unbekannter mehr - zu treffen und selbst zu fragen.



Raven Henley ist lediglich ein Künstlername von dir. Warum gerade dieser Name?

Nun ich habe eine gewisse Vorliebe für Raben und Raven ist das dazugehörige englische Wort. Danach habe ich ein wenig mit meinem Nachnamen gespielt und einen englischen Ausdruck gesucht, dann kam ich auf Henley. Dass es tatsächlich Raven Henley als Namen gibt überraschte mich. Manchmal sprechen mich Leute an, die mich zu ihrer Familie zählen. Das ist manchmal ziemlich lustig.


Wie hast du mit eigener Musik begonnen und wie gelang der Durchbruch?

Ich habe mir mal Videos bei Youtube angeschaut, bei denen Leute ihre Lieblingssongs covern. Dann habe ich mir gedacht: Wenn die das können, kann ich das auch. Also habe ich mir einen Ruck gegeben und die Kamera angeschaltet, gesungen und Gitarre dazu gespielt. Als dann nur positive Rückmeldungen kamen habe ich mir gedacht, dass ich weiter machen muss. Nach und nach hatte ich schon eine kleine Youtube-Fangemeinde.
2009 coverte ich dann einen Song von Frei.Wild und daraufhin wurden sie auf mich aufmerksam. Ich konnte es selber kaum glauben. So bin ich dann zu „Rookies& Kings“ gekommen – dem Musiklabel.


Wenn du zusammen mit deiner Band auftrittst heißt ihr Raven and the Henleys. Wer gehört denn alles dazu?

Ja das sind zumeinen unsere beiden Gitarristen Karlheinz Weger und Walter Unterhauser. Und zum anderen begleitet uns Patrick Planötscher mit dem Bass und das Schlagzeug ist für Thomas Winkler gut geeignet. Ich bin schließlich der Sänger und manchmal spiele ich auch selber Gitarre.
Wir nennen uns nicht nur Raven Henley sondern Raven and the Henleys, da wir eine Art Familie geworden sind. Wir sind eben die Henleys.

Ist dieser Name nicht etwas untypisch für eine deutsche Rockband?

Als Raven Henley wurde ich bei Youtube schon bekannt. Die Jungs von Frei.Wild hatten mich eben entdeckt und fanden, dass der Name sofort hängen bleibt. Das war ein Grund genug den Namen beizubehalten.


Wenn man sich über eure Musik informiert steht da etwas von „German Count Rock“. Was ist das für eine Musikrichtung?

Also „German Count Rock“ ist eine Musikrichtung, die ein sehr weites Spektrum umfasst. Wie im Namen enthalten, hat es etwas mit deutschem Rock zu tun, es ist aber auch vom Country-Einfluss geprägt. Es ist sozusagen ein Mischmasch aus den verschiedensten rockigen Musikrichtungen. Auch Balladen zählen dazu. Hört man kurz in mein Album, weiß man mehr.


Welche Musikgruppen sind deine Vorbilder bzw. Anreize dafür gewesen deine Musikkarriere zu starten?

Wie man auf dem Album bemerkt –viel Abwechslung. So prägte mich die Musik. Ich höre wirklich jede Musikrichtung. Von Irish Folk, Metalcore und Mittelalter-Musik bis hin zu 60er,70er und 80er Hits. Ich hatte am Anfang mit Deutschrock wirklich nicht viel am Hut bis ich Frei.Wild gehört habe. Das musste ich covern und was danach passierte ist ja klar.


Für welche Altersgruppe ist eure Musik gut geeignet?

Darüber haben wir uns nie Gedanken gemacht. Es kommt ganz auf den Geschmack an. Natürlich hören vorwiegend Jugendliche beziehungsweise Leute im mittleren Alter unsere Musik. Doch es gibt auch Lieder, welche für alle Altersklassen gut geeignet sind. Unsere Ballade „Mein Leben ohne dich“ spricht da eine eindeutige Sprache. Es ist mit Abstand unser bekanntester Song und es gefällt auch älteren Personen.
Witzig finde ich, dass auch manche unsere Musik hören, deren Lieblingsmusik Hip Hop oder sonstiges ist. Also auch ein Beweis für die Vielseitigkeit unseres Albums.


Spätestens nachdem ihr im vergangenen Jahr als Vorband von Frei.Wild auftreten durftet, seid ihr keine Unbekannten mehr. Was war bei der Tour für dich der schönste Augenblick oder Auftritt?

Es war wirklich alles genial. Jedes Konzert war auf seine Weise etwas ganz besonderes. Natürlich war die Dresdener Messehalle ein Höhepunkt mit gut 5000 Zuschauern.
Aber auch Hamburg war für mich als Norddeutscher eine Art Heimkonzert. Ein Jahr zuvor stand ich lediglich mit einer Kamera auf der Bühne zum Frei.Wild-Konzert und konnte die Emotionen der Zuschauer besonders gut mitverfolgen. Ein Jahr später trat ich sozusagen in meiner Heimat auf und die Leute konnten tatsächlich meine Texte zum Teil auswendig. Das hat mich natürlich sehr berührt. Und plötzlich jubelten sie dir alle zu. Alles in Allem war das eine sehr beeindruckende und erfolgreiche Tour.


Euer Album beinhaltet vom rockigen Stil bis hin zu sanften Tönen im Grunde genommen alles. Wie konnte sich das Album „Richtung Schicksal“ verkaufen?

Die Tour gab natürlich einen gewissen Schub für den Verkauf des Albums. Natürlich muss man sich erst mal etablieren. Eine neue Band, ein neues Album und eine neue Musikrichtung. Das braucht seine Zeit. Wir waren selber überrascht als wir die ersten Lieder fertig hatten. Mal Country-Rock, dann wirklich Deutschrock aber auch ruhigere Nummern sind dabei.
Viele Kritiker prophezeiten uns, dass wir mit „Richtung Schicksal“ einen Reinfall landen. Sie sagten wir hätten keinen roten Faden der sich durch das Album ziehe. Dann dachten wir uns doch: Jetzt erst recht und siehe da, es war eine gute Entscheidung. Unser Motto lautet eben: Gegen die Norm. Viele Leute, die das Album hören, sagen zu mir, dass diese Mischung sehr gut sei. So könne man es wirklich mehrere Male hören ohne zu denken es sei die gleiche Band.
Jeden Tag kommen neue Fans dazu und das macht uns mehr als stolz.


Wovon handeln die Texte? Was ist deren Intention?

Spontan denkt man es seien persönliche Erfahrungen, doch das kann ich nur teilweise bejahen. Meisten geht es um Beobachtungen, die wir bei anderen gemacht haben. Im Prinzip wurden die Erfahrungen von vier verschiedenen Menschen in dieses Album integriert. Dazu gehörten unser Produzent - Alexander -, der Frontmann von Frei.Wild - Philipp -, unser Gitarrist Walter und ich - Raven Henley.
Zu Beginn klingen die Texte sehr einfach, doch beim genaueren Hinhören kann man sehr viel hineininterpretieren. Das spiegelt sich auch beim Titel unseres Albums „Richtung Schicksal“ wider. Man sollte eben mehr in die Materie gehen um den Inhalt der Songs richtig zu deuten.


Habt ihr vor demnächst allein auf Tour zu gehen?

Definitiv. Eine eigene kleine Kneipentour beziehungsweise eine Clubtour ist geplant. Das hat bisher leider noch nicht funktioniert, aber es ist geplant für die kommende Zeit. Finanzielle Probleme spielen natürlich allgegenwärtig eine Rolle, doch eine Tour wird kommen.


Viele Fans möchten unbedingt wissen wann euer nächstes Album erscheint.
Nun die Frage: Arbeitet ihr zurzeit an einem neuen Album und wann wird es möglicherweise zur Veröffentlichung kommen?


Ich möchte nicht zu viel verraten, doch es ist ein Album in Planung. Wann dieses erscheinen wird ist noch unklar, doch wir werden versuchen noch dieses Jahr eine neue Platte zusammenzustellen.


Wo würdest du mal am liebsten spielen?

Das ist schwer. Ich möchte so viel Menschen wie möglich mit meiner Musik erreichen.
Ein Traum von mir wäre ein Megakonzert vor circa 200000 Besuchern. Ein großes Festival also. Das wäre unbeschreiblich.


Was wünschst du der deutschsprachigen Musik in Zukunft?

Ja, eine wichtige Frage. Deutschrock ist im Grunde genommen eine verpönte Musikrichtung und das muss sich so schnell wie möglich ändern. Man ist kein Nationalsozialist oder sonstiges wenn man deutsche Texte im rockigen Stil wiedergibt. Es hat sich in letzter Zeit schon gebessert, doch man sollte nicht aufhören bis auch die Letzten es akzeptiert haben.
Ansonsten würde ich mir wünschen, dass man bei der Musik wieder mehr wagt. Viele Bands verlieren den Kontakt zu ihren Fans und das darf nicht passieren. Es geht um ehrliche Musik und man sollte eine Familie bleiben.


Was dürfen wir denn noch von euch zukünftig erwarten?

Ich hoffe nur das Beste. Wir werden versuchen das zweite Album noch ein wenig besser zu bestücken als „Richtung Schicksal“. Ein Musikvideo zum Song „Mein Leben ohne dich“ ist ebenfalls in Planung.


Was möchtest du selber noch sagen?

Ganz klar gebührt der erste Dank meinen Fans. Ich hoffe ich werde euch gerecht und ihr werdet auch in Zukunft nie enttäuscht von mir sein. Ihr seid wirklich eine große Hilfe für mich und die Band!
Dann möchte ich noch Rookies& Kings danken, denn ohne sie hätte ich keine Chance gehabt. Bei Frei.Wild habe ich mich schon sehr oft bedankt, kann es aber gerne wieder tun. Danke!
Es ist echt erstaunlich wie rasant es in einem Jahr mit mir und der Band nach oben ging. Ich hoffe es geht einfach weiter so. Uns geht es dabei auch um den Spaß an der Musik. Den möchten wir definitiv behalten.



Raven, danke für das Interview!


Michael Sieß
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1 Kommentar
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.05.2011 | 19:16  
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