Was das Internet bewirken kann - Meusebach trifft auf Fredericksburg

Am Grabmahl des Fredericksburg-Gründers, John O. Meusebach, legten die acht Meusebacher Besucher jeweils eine Rose nieder. In historischen Gewändern präsentierten sich dort Sylvia, Angelika Vanessa, Torsten (hinten), Fabian Schwarz, Wieland Dassler, Dieter und Petra Schulze (von links). (Foto: privat)
 
Die Urenkelin von Fredericksburg-Gründer John Otfried Meusebach, Marie Fuller (mitte) war gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Stewart Richmond (links) und Meusebachs Bürgermeister Torsten Schwarz auf den Spuren ihrer Vorfahren unterwegs. Hier stehen sie vor dem alten Forsthaus, dem ehemaligen Wohnsitz des Adels.
 
Die Urenkelin von Fredericksburg-Gründer John Otfried Meusebach, Marie Fuller (rechts) war gemeinsam mit ihrem Lebensgefährten Stewart Richmond (links) auf den Spuren ihrer Vorfahren unterwegs. Hier sitzen sie in dem alten Forsthaus, dem ehemaligen Wohnsitz des Adels.
Meusebach: Altes Forsthaus | Meusebach. Eine Webseite ist schuld! Schuld daran, dass das kleine Meusebach auch im fernen Texas, genauer gesagt in Fredericksburg bekannt wurde.

Die Webseite (www.meusebach.de), welche von Meusebachs Bürgermeister Torsten Schwarz für die kleine Gemeinde Meusebach erstellte und seit einigen Jahren ständig auf dem aktuellen Stand hält, fand unter anderem auch Hans Altenburg.
Er lebt seit 42 Jahren in USA, seit 40 Jahren nunmehr in Texas. Dort lernte er auch Marie Fuller – eine Urenkelin von John Otfried Meusebach – kennen.

Dessen (Meusebach’s) Verdienste sind unter anderem die Friedensstiftung mit den, damals dort lebenden, Indianern sowie die Stadtgründung von Fredericksburg.

Ur-Enkelin Marie Fuller nunmehr erfuhr von Hans Altenburg, dass die Spuren ihrer Vorfahren in Europa, bzw. Deutschland noch immer nachzuvollziehen sind. Was sie zunächst nicht so recht glauben wollte.

Hans Altenburg recherchierte intensiv weiter, kontaktierte unter anderem Torsten Schwarz. Es folgte bald eine Einladung nach Fredericksburg, zu den Feierlichkeiten anlässlich des 200.Geburtstag von John O. Meusebach am 26.Mai 2012.

Insgesamt acht Meusebacher (Angelika, Torsten, Sylvia, Vanessa und Fabian Schwarz, Petra und Dieter Schulze sowie Wieland Dassler) flogen so für eine Woche nach Texas, um dort einerseits den Feierlichkeiten bei zu wohnen, andererseits aber auch das kleine Thüringer Dorf Meusebach zu präsentieren.

Einen ausführlichen Reisebericht stellte Wieland Dassler in Zusammenarbeit mit Petra Schulze zusammen:
„Bei unserer Ankunft in Austin / Texas wurden wir von Glen Treibs, unserem Guide und Marie Fuller, der Urenkelin des Fredericksburg-Gründers, John O. Meusebach, empfangen. Marie kümmerte sich um die letzten Formalitäten vor Ort, ehe John mit uns – trotz der anstrengenden Anreise – die ersten Besichtigungspunkte ansteuerte. Die Blumenwiesen der ehemaligen First Lady „Lady Bird Johnson“ stellten an diesem ersten Tag ganz sicher ein Highlight dar. Endlich auf Glen’s Ranch angekommen, fielen wir regelrecht in die Betten.

Am folgenden Tag begann unsere Tour mit einer Museums- und Stadtbesichtigung. Im Museum überreichten wir Prospekte und Filme über Meusebach. Später besuchten wir die Feuerwache von Fredericksburg. Das war ein sehnlicher Wunsch von mir, da ich in Meusebach der Ortsbrandmeister bin und somit quasi von Berufs wegen diesbezüglich neugierig war. Den freien Nachmittag nutzen wir reichlich und verschieden aus. Ich meinerseits besuchte, gemeinsam mit Familie Schulze, entfernte Verwandte – mit einigen Schwierigkeiten.

Am nächsten Morgen verwöhnte uns Peggy, Glens Frau, abermals mit einem reichlichen Mahl, so dass wir gestärkt zwei Schulen (Grund- und Highschool) – ein Wunsch der Lehrerfamilie Schwarz – besuchen konnten. Eine gemütliche Bootstour auf dem Antonio-River lies viel deutschen Architekturursprung erkennen.
Forth Alamo – ein Denkmal für rund 400 niedergemetzelte Freiheitskämpfer – war unser nächster Anlaufpunkt.
Am Folgetag ging es nach San Saba. Hier führte John Otfried Meusebach die Friedensverhandlungen mit den Indianern – und schloss einen Vertrag, der bis heute angeblich ungebrochen sein soll (bis auf einige Kleinigkeiten vielleicht). An diesem Denkmal machten wir, in unseren Extra angefertigten Einheits-T-Shirts gemeinsam mit Glen (er bekam auch eins) viele Fotos.
Holzbohleneisenbahnbrücke, Westernkaufhaus und Viehauktion sind weitere Stationen an diesem Tag. Und auch heute treffen wir Nachfahren des John O. Meusebach.

Der „Enchanted Rock“, einem aus Vulkanen entstandenen, runder Bergklotz stand für uns am folgenden Tag auf der Besichtigungstour. Der Blick in die Natur kam hierbei nicht zu kurz. Auf der Beckman-Ranch, einer urtümlich erhaltenen Farm, verweilten wir, ehe wir mit unserem Reiseleiter Glen zur Johnson Ranch (Johnson war der nächste Präsident nach Kennedy) fahren. Dort bekommen wir, auf Grund Glens guter Kontakte eine Extra-Führung.

Der 26.Mai ist angebrochen. Heute finden die Feierlichkeiten aus Anlass des 200.Geburtstag von John Otfried Meusebach statt. In, extra ausgeliehenen, historischen Kostümen treffen wir auf die Nachfahren des Adelsgeschlechtes der Herren von Meusebach und machen uns auf den Weg zum Grabmahl des berühmten Mannes. Blumen werden niedergelegt, natürlich auch wieder jede Menge Fotos gemacht.
Die Ranch mit dem Namen Unter dem Regenbogen begeisterte uns wahrlich. Am Abend schließlich, wir waren abermals in unsere historischen Kostüme geschlüpft, wurden wir nicht nur noch einmal öffentlich auf das herzlichste in Fredericksburg begrüßt und vorgestellt, sondern wir übergaben weitere interessante Geschenke. Zum Beispiel hatte Dieter Schulze eine Hellebarde im Gepäck. Später wurden wir noch zu Ehrenbürgern der Stadt Fredericksburg ernannt. Viele Besucher des Empfangs wollten sich später mit uns unterhalten. So auch ein rüstiger Rentner namens Dieter Kemper. Er bat uns, am kommenden Tag (Sonntag) zum Gottesdienst in die evangelisch-lutherische Kirche zu kommen. Was wir auch taten.

Nach dem eigentlichem Gottesdienst, der im übrigen sehr locker vom Pfarrer abgehalten wurde, richtete ich einige Worte an die Fredericksburger, überreichte später die Thüringenfahne. Bei dem, darauf hin einsetzenden, tosenden Applaus lief es mir kalt den Rücken herunter. Später entdeckten wir auf der Fahrt zur Meusebach Creek School noch die Meusebach Creek Road – was für eine Freude, unser Meusebach in allen Ecken wieder zu treffen! Der Besuch eines Rodeos beendete unseren Besuch in Texas.
Am folgenden Tag hieß es, Abschied nehmen!“ fasst Wieland Dassler die aufschlussreiche und kurzweilige Woche in Texas zusammen.
„Wir sind inzwischen mehr als nur Freunde geworden“ stellte Guide und Gastgeber Glen Treibs zum tränenreichen Abschied fest.

Dem Besuch der Meusebacher in Texas schloss sich nunmehr ein Besuch von Meusebach-Ur-Enkelin Marie Fuller und deren Lebensgefährten Stewart Richmond an.
Unter anderem waren beide am Todestag von John Otfried Meusebachs Vater, Karl Hartwig Gregor v. Meusebach, dem 6.Juni, zum jährlich stattfindenden Singen an seinem Denkmal in Geltow. Weitere Stationen folgten, alle um auf das eigentliche Highlight des Deutschland-Besuches hin zu arbeiten.
Geschickt führte Hans Altenburg die beiden Mittachtziger über Ottendorf, Lippersdorf und Tröbnitz bis nach Meusebach. Ab Ottendorf übernahm Meusebachs Bürgermeister Torsten Schwarz übrigens die fundierte und äußerst sachkundige Führung. In Meusebach stand unter anderem ein Besuch im alten Forsthaus, dem früheren Wohnsitz der Herren zu Meusebach, auf dem Plan. Aber auch eine Kremserfahrt zur Wüsten Kirche und der Besuch im Mittelalterdorf von Alt-Meusebach vervollständigten den Besuch der beiden Texaner.
„Das was die beiden hier von ihren Vorfahren gefunden haben, hätten sie beide nicht erträumen lassen“ berichtet Hans Altenburg.

Fazit der Geschichte: Eine Webseite kann viel bewirken. Kann auf der Suche nach den eigenen Wurzeln helfen und die Geschichte aufrollen. Das Beispiel Meusebach ist hier ein lobenswertes Vorbild.
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1 Kommentar
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Antje Hellmann aus Jena | 19.06.2012 | 01:51  
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