Wertvolles Kulturgut erhalten

Pilzbefall hat enorme Schäden verursacht und nun müssen die beschädigten Holzteile zügig ausgetauscht werden. Diplom-Ingenieur Uwe Eichhorn vom Ingenieurbüro Goglin, "Hausherr" Ulrich Sittner und Bürgermeister Ingo Lippert begutachten mit den Fachmännern der Gefüge- und Gefache-Zimmerei Crimmitschau die zum Teil schlimm zerfressenen, tragenden Balken. (Foto: Viererbe)
Eisenberg: Stadtkirche St. Peter | (Viererbe)

Stadtkirche St. Peter weiter in dringende Kur genommen - hochgradige Schäden am Gebälk gebieten zur Eile

Dem Himmel ein Stück näher auf den knarrenden Holzstufen der Stadtkirche St. Peter bis ganz nach oben unters Dach des Kirchenschiffes, wo sich ein außergewöhnlicher Blick eröffnet. Und ein beklommenes Gefühl, wenn man sieht, wie der „Zahn der Zeit„ an ihrem hölzernen Gebälk seine zerstörenden Spuren hinterließ. Nun gut – die noch ursprünglichen Balken haben immerhin ein stattliches Alter von knapp 500 Jahren auf dem „Buckel“. Kälte und Feuchtigkeit über die Jahrhunderte leisteten dem Pilzbefall Vorschub, ließen ihn prächtig gedeihen und sein zerfressendes Werk langsam aber sicher beginnen. An manchen Teilen des Dachtragwerkes ist es inzwischen so schlimm, das schnell gehandelt werden musste. Denn auf Dauer wäre die Sicherheit der Kirchenbesucher nicht mehr gegeben. Hinzu kommen Schäden an der längst überalterten Dachhaut und sie ist stellenweise undicht. Also steht derzeit die Sanierung der Nordseite an, weil die Begutachtung hier die größten Schäden zutage trug.
In vorhergehenden Bauabschnitten wurde der Dachreiter aufgebaut, das Kirchturmdach instand gesetzt sowie der Chorbereich saniert. Dabei kam natürlich auch neues Holz zum Einsatz – was wiederum den „alten“ Pilz freut… Um zu verhindern, dass er darauf über geht, wird der Wichtigkeit des jetzigen zügigen Handelns noch einmal Nachdruck verliehen.
Das Gerüst steht, die alten Betonziegel aus DDR-Zeit sind zum Teil abgetragen und die Zimmerleute walten ihres Amtes und tauschen beschädigte Holzteile aus.
Weil dabei auch die unterseitige, wertvolle Decke des Kirchenschiffes betroffen sein wird, die aus denkmalschützerischer Sicht im Original erhalten bleiben soll, wird mit größter Sorgfalt vorgegangen, damit im Anschluss so wenig Restaurierungsarbeiten wie möglich folgen müssen. Daher ist das kirchliche Leben während dieser Zeit etwas eingeschränkt. Die Emporenbänke und das Kruzifix sind entfernt und alles staubdicht „abgehängt“. „Die Orgel bleibt bespielbar und die Gottesdienste finden weiterhin statt“, versichert Küster Ulrich Sittner, Baubeauftragter des Kirchenkreises.
Ende Oktober, Anfang November soll die Nordseite des Langhausdaches fertig sein. Äußerliches Zeichen wird dann die schwarze, altdeutsche Schieferdeckung der Dachhälfte sein. Investiert werden für diesen Abschnitt insgesamt 165 500 Euro. Gefördert im Rahmen der Land-Bund Städtebauförderung in Höhe von 66 200 Euro und der Denkmalpflege, die 25 000 Euro zuschießt. Die Stadt Eisenberg unterstützt das Projekt mit 33 100 Euro, den „Rest“ steuern Kirchgemeinde und Landeskirche bei. Das gesamte Sanierungskonzept für St. Peter liegt in den bewährten Händen des Ingenieurbüros Harry Goglin, das die Sanierung von Anfang an begleitet und auch beim nächsten Bauabschnitt – der Südseite des Daches - .

Ulrich Sittner appelliert an Bund und Land, auch künftig die Förderprogramme wie u.a. die Thüringer Förderinitiative Kirchen im Rahmen der Städtebauförderung aufrecht zu erhalten. Denn ohne diese Zuschüsse könnten viele Kirchgemeinden – sowohl die größeren in den Städten als auch die kleinen auf dem Land - ihre Gotteshäuser nicht erhalten und verlören damit ihr vielleicht wertvollstes Kulturgut und den Dorfmittelpunkt.
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