Zwei Filme über Aussterbende Berufe werden am 12.September in Meusebach gezeigt - Walzenriffelei und Köhlerei wurden von Roland Wozniak nachvollzogen

Eitel Glück in der Walzenriffelei.
 
Eitel Glück in der Walzenriffelei.
Meusebach: Mittelalterdorf | Die Walzenriffelei von Eitel Glück in Stadtroda gilt als die letzte in Thüringen, ist seit 1996 ein technisches Denkmal, lockt zum Tag des offenen Denkmals immer wieder interessierte Besucher an. Der Beruf des Walzenrifflers ist inzwischen von allen aktuellen Listen gestrichen - den Beruf gibt es praktisch nicht mehr. Exakt diese Dinge sind es aber, welchen sich der freie Autor und Journalist Roland Wozniak seit 2009 widmet.

Den alten Thüringer Berufen. In Zusammenarbeit mit SON-Film e.V. entsteht seit dem, im Auftrag der Volkskundlichen Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen, die Filmserie „Traditionelle Thüringer Arbeitswelt“. Das Projekt wird gefördert durch den Freistaat Thüringen. Die Reihe entwickelt sich zu einer anschaulichen filmischen Dokumentation über alte Handwerke und Berufe welche bereits ausgestorben sind oder welche es bald nicht mehr geben wird, ein einzigartiges kulturhistorisches Zeugnis für kommende Generationen um den Alltag ihrer Vorfahren zu verstehen.

Die vollständige Serie dieser filmischen Dokumentationen ist auf DVD und BluRay-Disc erschienen. Zu beziehen über die Volkskundliche Beratungs- und Dokumentationsstelle für Thüringen oder über den Roland Wozniak. E-Mail: roland-von-georgenberg@t-online.de.

"Zum Mahlen des Korns verwendete man in den Mühlen seit dem ausgehenden neunzehnten Jahrhundert stählerne Riffelwalzen. Waren diese stumpf, dann wurden sie in der Walzenriffelei neu geriffelt. 2014 besuchten wir in Stadtroda Eitel Glück, den letzten Walzenriffler Thüringens. In dritter Generation betrieb er ein Leben lang den Mühlenbaubetrieb und die Walzenriffelei. Seit 1996 ist die Walzenriffelei ein technisches Denkmal. Eitel Glück warf noch einmal die Transmission an und demonstrierte uns sein altes Handwerk. Anschaulich schildert er auch jene Zeit, als sie landauf, landab in den Mühlen die Wasseräder bauten" berichtet der Filmemacher.

Am 12.September soll dieser Film im Meusebacher Mittelalterdorf um 19.30 Uhr erstmals der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Nach einer kurzen Versorgungspause will Roland Wozniak auch sein Werk aus dem Jahr 2010 "Wo die letzten Meiler rauchen" - eine Dokumentation der Holzkohleherstellung in Meusebach - nochmals zeigen.

Hierzu berichtet er wie folgt "Der Köhler ist heute in Deutschland ein nahezu ausgestorbener Beruf, seine Aufgabe ist es aus Holz in Meilern Holzkohle zu fertigen. Holzkohle kennen viele nur noch aus dem Freizeitbereich, was wäre auch die berühmte Thüringer Bratwurst ohne Holzkohle. Der überwiegende Teil der heute in Deutschland verkauften Holzkohle wird importiert. Einst schufen die Köhler mit ihrer Holzkohle die Grundlage für die Entwicklung der menschlichen Gesellschaft, das Schmelzen von Eisen war bis ins neunzehnte Jahrhundert ohne Holzkohle nicht denkbar. Im Sommer 2010 besuchten wir im Thüringischen Meusebach eine der letzten Köhlereien und in Mengersgereuth-Hämmern durften wir die Freunde vom Geschichts- und Köhlerverein beobachten, wie sie einmal im Jahr das alte Gewerk der Köhlerei pflegen und ihre Holzkohle im Erdmeiler gewinnen"
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 05.09.2015 | 18:04  
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Hannelore Grünler aus Artern | 09.09.2015 | 13:45  
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