Ab ins Moor...

Mitten auf dem ehemaligen Moor-Bahndamm.
 
Vier paar Schüler arme braucht es, um den Stamm der alten "Sachse-Tannen" zu umspannen.
Bad Klosterlausnitz: Grundschule "Hermann Sachse" | ...hieß es am Mittwochvormittag für eine erste Klasse der Bad Klosterlausnitzer Grundschule. Und mich. Aber nicht einfach so – das wäre ja nix besonderes, sondern auf den Spuren der alten Moorbahn. Also querfeldein.

Geführt von einem Vati, der sich besonders gut auskennt in diesem Metier und sich auch als Nichtpädagoge ziemlich gut schlug, um die Aufmerksamkeit der ziemlich aufgeweckten Gruppe zu erlangen. Obwohl in der Natur ja so viel zu entdecken war… Das lag sicher auch daran, dass Martin Klemm die ganze Geschichte mit vielen wissenswerten Informationen und dem „Unvorhergesehenen“ ganz spannend verpackte…

Die Spur ins Moor folgte den einstigen Gleisen der Moorbahn. Entlang dem zugewachsenen Bahndamm. Nur ab und zu die historischen Zeugen - verwitterte Schwellen und Reste des Schotterbettes. Besonders gut zu sehen, wo kurz zuvor Wildschweine kräftig gewühlt hatten. Vorbei an den alten „Hermann-Sachse-Tannen“, deren Stämme so dick sind, dass es vier Schüler braucht, sie zu umfassen. An seltenen Faulbäumen, deren Grün gerade zu sprießen beginnt und dessen Holz früher gern als Baumaterial bei Fachwerkhäusern genutzt wurde, an Moosen, umgestürzten Baumriesen mit riesigen Wurzelballen, an kühlen Bachläufen… Hier und da ein Tier – eine Eidechse, ein Frosch oder eine Blindschleiche…

Dann – so ziemlich am Ende der Wanderung – ging es doch tatsächlich mitten durch die Sümpfe. Hüben und drüben größere und tiefere Lachen Moorwasser. Also schön zusammen bleiben und im Gänsemarsch über die trockenen Stellen des Pfades. Okay – trocken war etwas übertrieben, denn nasse Füße gab’s trotzdem, wenn an mancher Stelle die weiche Masse unter ihnen nachgab. Ein unfreiwilliges „Moorfußbad“ sozusagen. Aber gesund. Und zum Glück war es warm und die Sonne schien. Nur nicht reinfallen. Wie war das mit den Moorleichen? Eine kurze Schauergeschichte mit Gänsehautgarantie… Nun auch das gehört dazu, denn es versanken einst Menschen im Moor. Keine Angst – es gibt genug sichere Trampelpfade, die über die Sümpfe in Bad Klosterlausnitz führen. Dazwischen tat Martin Klemm immer wieder viel Wissenswertes kund – eine kleine Tier-, Pflanzen- und Bau- und Gesundheitskunde sozusagen.

Warum diese Expedition? Weil die bis dato noch namenlose Grundschule am Freitag feierlich den Namen „Hermann-Sachse“ – des „Gründervaters“ des Moorheilbades in Klosterlausnitz – erhielt. Daher widmete sich eine ganze Projektwoche der Thematik mit Besuchen der Kliniken, des „Sachsenhofes“ – der Wiege des Moorbades, dem Gernewitzer Denkmalhof, dem Kristallbad, eine Kräuterfrau war zu Gast und vieles andere.

Das Ganze gipfelte am Freitag in der Enthüllung des Namenschildes an der Schule. Verbunden mit einem bunten Schülerprogramm vor Eltern, Lehrern und Gästen, mit Kaffee und Kuchen, deftigen Rostern, mit tollen Präsentationen der Ergebnisse der Projektwoche, wo auch viel über die Persönlichkeit Hermann Sachses und seine Bedeutung für die Entwicklung des Kurortes Bad Klosterlausnitz zu erfahren war.
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