Alles Gute - neue „Schöne Aussicht“

Fühlen sich seit 30 Jahren als Mieter und Nachbarn wohl in ihren "vier Wänden" auf der Schönen Aussicht in Stadtroda: Marina Grube und Christian Vogel aus der Rosa-Luxemburg-Str.
Stadtroda: Schöne Aussicht | Stadtroda. Es gibt ein Jubiläum in Stadtroda – eines, über das die wenigsten Einwohner vielleicht etwas wissen: Die (neue) Schöne Aussicht wird 30 Jahre alt. Einer kennt sich da genau aus – Christian Vogel, selbst seit 30 Jahren Mieter im Neubaugebiet – und immer noch gern. „Sein Neubaugebiet“ betreffend ist er ein wahres „Lexikon“. Für den AA Holzlandbote grub er ein wenig in seinen persönlichen Unterlagen und Erinnerungen.

Ausgangspunkt war die intensive Entwicklung der Mikroelektronik in den KWH. Dort wurde dringend junges, technisches Personal aus der Republik benötigt. Doch das ging nur über Bereitstellung von Wohnraum. Dazu gab es 1976 einen Regierungsbeschluss – und weil Hermsdorf bereits sein Neubaugebiet „Waldsiedlung“ hatte, fiel die Wahl auf Stadtroda. Die „alte“ Schöne Aussicht wurde um ein Neubaugebiet erweitert und erhielt so ein völlig neues Gesicht. Zuerst entstand vom November 1981 bis März 1982 der Abschnitt Tachover Ring mit insgesamt 285 Wohnungen. Im April folgte das Mittelganghaus, im Zeitraum von Mai bis August wurden die Wohnblöcke der Rosa-Luxemburg-Straße Schritt für Schritt bezogen, etwas später die in der August-Bebel-Straße - im Volksmund „Chinesische Mauer“ genannt – weil dort viele vietnamesische Gastarbeiter ein Zuhause fanden.
Vorrangig wurden natürlich die Wohnungen über die Keramischen Werke zugeteilt, aber auch die Stadt hatte ein gewisses Kontingent. Und die Liste der Suchenden war immer noch länger als Wohnraum vorhanden. „Für die glücklichen Auserwählten entschied das Los, in welcher Etage sie einziehen durften…
Im Zuge der Neubauten wurden auch Einraumwohnungen geschaffen mit dem Ziel, alte Menschen aus der Altstadt umzusiedeln, denn der Zustand der Altbausubstanz war oft haarsträubend und sie dringend sanierungsbedürftig. Der damalige Bürgermeister Heinz Rosenkranz kann bestimmt noch ein Liedchen davon singen, wie sie damals mit Engelszungen versuchten, die alten Leutchen zum Umzug zu bewegen… „Na, Frau Müller, Meier, Schulze… so eine schöne, moderne Wohnung mit Fernheizung, Bad, Warmwasser und Fahrstuhl“. „Ach, Sie wissen doch, einen alten Baum verpflanzt man nicht…“, gab’s meist zu Antwort. Doch ein paar umzugwillige Senioren gab’s dann doch, die den Komfort schnell zu schätzen lernten. Das sprach sich herum und plötzlich war der Andrang so groß, dass man glatt einen zweiten Senioren-Block gebraucht hätte.
Nun ballten sich viele neue Menschen in dem Wohngebiet – viele Familien mit ein bis vier Kinder… Die beiden kleinen Konsumverkaufsstellen reichten längst nicht mehr, so entstand eine große Kaufhalle, die Regelschule und eine kombinierte Kindereinrichtung entstand. Die Grundschule gab es bereits. Ach ja - die Wohngebietsgaststätte „Freundschaft“ bot Raum fürs gemütliche Feierabendbier, für Familien- und andere gemeinsame Feiern.

„Als wir die Schlüssel für die Feinreinigung unserer Wohnungen in die Hand gedückt bekamen, gab’s nur die Blöcke - noch keinen Gehweg, keine Straße, Wir standen anfangs mit Gummistiefeln im Schlamm. Doch letztlich hat uns das als Nachbarn und Hausgemeinschaft zusammengeschweißt. Eine 3-Raum-Wohnung kostete damals 91,50 Mark warm“, erzählt Christian Vogel. „1992 bis 95 erfolgte eine komplexe Sanierung unter bewohntem Zustand – das war kein Zuckerschlecken. Aber dafür – und Dank des Einbaus von Fahrstühlen – können meine Frau und ich hier unbeschwert alt werden.“
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