Das Beratungsnetzwerk „Schau hin“ und ihre Partner klären über die offene und schleichende Verbreitung des Rechtsextremismus auf

Lieber bunt statt braun. Foto: Jürgen Jotzo/pixelio (Foto: Foto: Jürgen Jotzo/pixelio)
Eisenberg: Stadtbibliothek | In Sömmerda ist für den 14. Juni der rechtsextreme sogenannte „Tag der Nationalen Jugend“ angemeldet worden. Rechtsrock und rechter Lebensstil werden auf dieser Veranstaltung präsentiert. Mit beidem wollen die Neonazis eine menschenverachtende Ideologie verbreiten, ein antidemokratisches Gemeinschaftsgefühl erzeugen und Jugendliche für die Szene rekrutieren. Es ist Zeit dagegenzusteuern.

Mit „Braune Musikwelt – von Grauzone bis Rechtsrock“ organisiert das Beratungsnetzwerk „Schau hin“ des Paritätischen Thüringen und des Bildungswerkes Blitz einen Informationsabend in Sömmerda, um dafür zu sensibilisieren, dass Musik ein Instrumentarium der ideologischen Hetze sein kann. „Wir wollen die Öffentlichkeit erreichen, denn jeder Einzelne muss wachsam sein, sagt der Solzialpädagoge Karsten Thiersch aus Sömmerda. Im Rahmen des Beratungsnetzwerkes wird er gemeinsam mit Andreas Böttger zum Beratungsmanager für Demokratiestärkung ausgebildet.

Aufrüttelnde Fakten zur Musik aus der rechten Szene, zusammengetragen mithilfe von „Schau hin“, Bildungswerk Blitz und den Partnerportalen wie Mobit, sollen zeigen, dass es schon lange Zeit ist, zu handeln. Einige Fakten sind hier protokolliert.

Laut Mobit e.V. (Mobile Beratung in Thüringen) ist die Zahl der Rechtsrock-Konzerte ein Thüringen angestiegen. Im Durchschnitt findet jedes zweite Wochenende ein Konzert der braunen Szene statt. 25 waren es 2013. Es konnte keines verhindert werden, jedoch vier wurden von der Polizei aufgelöst,. Elf der Konzerte waren „Liederabende“.

Diese Abende sind attraktiv für die Neonazis. Der Aufwand dafür ist mit Gitarre und Notenständer gering, das geschäftliche Risiko überschaubar. Zudem bedarf es keiner Bühne und Tontechnik. Die Veranstaltungsorte sind nebensächlich.

Ansonsten sind die „Kammwegklause“ in Erfurt als auch die Immobilie der „Hausgemeinschaft Jonastal“ in Crawinkel Schwerpunkte für Rechtsrock-Konzerte.

In keinem anderen Bundesland finden so häufig und so kontinuierlich Rechtsrock- Open-Air-Veranstaltungen statt wie in Thüringen. Zu den drei Großveranstaltungen pro Jahr zählen neben dem „Rock für Deutschland“ in Gera und dem „Thüringentag der nationalen Jugend“ auch der „Eichsfeldtag“. Die Anziehungskraft der Veranstaltungen ist groß. Beispielsweise besuchten 2009 rund 5000 Neonazis das „Rock für Deutschland“. Alle drei Open-Air-Veranstaltungen sind auch 2014 bereits terminiert.

Die musikalische Vielfalt, die sich seit den 1980-er Jahren herausgebildet hat, reicht von NS-Hardcore, klassischem Nazi-Hardrock über NS-Black Metal und Liedermachern bis zu extrem rechtem Hip Hop.

Verbreitet werden diese Musikprojekte über das Internet und Versandunternehmen. Elf Rechtsrock-Versandhändler und Labels haben ihren Sitz in Thüringen.

2013 lag das Niveau der rechtsextrem eingestellten Thüringer unverändert bei rund zwölf Prozent, bei jedem Zwanzigsten ist ein geschlossen rechtsextremes Weltbild zu beobachten (Ergebnisse Thüringen Monitor 2013).


Hintergrund
Das Beratungsnetzwerk „Schau hin“, Träger sind die Paritätische Thüringen und das Bildungswerk Blitz, will Ungleichwertigkeiten und Rassismen beim Namen
nennen und mithilfe von Veranstaltungen zum Nachdenken und zum Handeln im Sinne einer demokratischen Teilhabekultur anregen.


Internettipps
• www.demokratiestark.de
• www.apabiz.de (Antifaschistisches Pressearchiv und Bildungszentrum Berlin)
• www.denkbunt-thueringen.de
• www.mobit.de
• www.bildungswerk-blitz.de
• www.jugendschutz.net


TERMINE
• 26. März um 18 Uhr im Bürgerzentrum Sömmerda: „Braune Musik – Von Grauzone bis Rechtsrock“ (Vortrag und Austausch mit apabitz e.V. )
• 7. April um 18 Uhr im Familienzentrum „Family Club“ Drosselberg
in Erfurt: „Neue Nazis .... und mehr“ (Toralf Staud liest aus seinen Werken)

12. Mai um 19 Uhr in der Stadtbibliothek Eisenberg: „Europas radikale Rechte“ (Lesung mit Andreas Speit)
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1 Kommentar
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Jürgen Reinhardt aus Sömmerda | 22.04.2014 | 16:46  
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