Einmal Kaktus, immer Kaktus

Peter Krehl in seinem Gewächshaus, in dem ausschließlich Kakteen und andere Sukkulenten zu Hause sind...
Peter Krehl aus Gera-Langenberg ist „Jäger und Sammler“ von Sukkulenten

Gera. Peter Krehl war 20 Jahre alt, als ihn die vermeintliche „Königin der Nacht“ in voller Blüte am Fenster der Nachbarin faszinierte. Die, wie sich später herausstellte, gar keine war - aber egal, seine Leidenschaft für diese exotischen Gewächse war entfacht. Als 1965 auf dem Rossplatz ein Blumenladen mit Exoten öffnete, holte er sich dort die ersten Kakteen. Eine von ihnen pflegt er noch heute: seine erste Mammillaria centricirrha.

Auf die Frage, warum es sich ausgerechnet in die dornigen, teils bizarren Schönheiten verguckte, antwortet er: „Es war der Reiz der Fremde, der sie so anziehend macht. Weil man dort nicht hinkam.“ 1967 trat der dem Geraer Verein der Geraer Kakteenfreunde bei, einer Ortsgruppe der Deutschen Kakteengesellschaft. Dort ist er seit 30 Jahren im Vorstand. „Einmal Kaktus, immer Kaktus“, schmunzelt Peter Krehl, der als „Jäger und Sammler“ heute nicht mehr mit seiner großen Box, sondern nur noch mit einer kleinen Kiste auf Pflanzenbörsen oder in Kakteengärtnereien unterwegs ist... Sein Gewächshaus platzt fast aus allen Nähten. „Daher konzentriere ich mich derzeit auf Tillandsien, die Blüten der Lüfte. Nach ‚oben’ habe ich ja noch Platz.“

600 Kakteen und 150 andere Sukkulenten aus rund hundert Gattungen nennt er sein eigen. Ihre Vielfalt in Form, Farbe, Blüte und Bedornung machen sie für den Kakteenfreund so einzigartig. Täglich etwa zwei Stunden widmet er den Kakteen seinen grünen Daumen. Alle vier Jahre ist umtopfen angesagt, bei dem Umfang eine Heidenarbeit. Ihr „Bett“ besteht aus einem Drittel Erde und zwei Drittel Sand – in Form von Bimskies oder Lava. Über Winter bringt er sie mit fünf Grad plus im Gewächshaus, empfindlichere Exemplare kommen mit ins Haus. „Um meine Stromrechnung bin ich nicht zu beneiden“, meint er augenzwinkernd. Und hat noch einen Rat für Anfänger: Viel Licht, keine Staunässe. Lieber mal vergessen, als einmal zuviel gießen. Wenn möglich, die Kakteen in der warmen Jahreszeit ins Freie stellen für eine bessere Bedornung.

Eine Reise in die Ursprungsländer der Kakteen – ob Afrika oder Amerika – war dem rüstigen Rentner nie vergönnt. Damals nicht wegen der Reisebeschränkung, heute aus Zeit- und Geldgründen. Hätte er die Wahl, dann wäre Madagaskar sein Wunschreiseziel No. 1. So gönnt er sich bei regelmäßigen Vereinstreffen zumindest Reiseberichte anderer, lauscht Vorträgen, fachsimpelt und tauscht Erfahrungen mit Gleichgesinnten seiner und anderer Ortsgruppen aus, wie zum Beispiel mit den Nürnbergern, mit denen eine langjährige Partnerschaft besteht. Kontakt pflegt die Geraer Ortsgruppe auch mit Fans in Österreich und der Schweiz. Gemeinsam werden Ausstellungen und Kakteengärtnereien besucht.
Am Hobby in Gemeinschaft interessiert? Kontakt zu den Geraer Kakteenfreunden, die gern neue Mitglieder in ihrer Mitte begrüßen, gibt es über das Museum für Naturkunde unter Tel. 0365/52003 oder museum.fuer.naturkunde@gera.de
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