Elvis gibt den Ton an

Wann? 25.01.2011 bis 06.02.2011

Alpaka Elvis lässt sich von "Frauchen" Simone Böhme mit Leckereien verwöhnen. (Foto: Foto: Joachim Brauer)
 
Alpakas auf der Weide. (Foto: Foto: Joachim Brauer)
Hartmannsdorf (J. Brauer). In den 60er und 70er Jahren gab Elvis Presley als „King of Rock’n’Roll“ den Ton an. Manche Neuankömmlinge werden auch heute wieder Elvis benannt. Aber einer davon unterscheidet sich deutlich von allen anderen: Mit seinen großen dunklen Augen und üppiger brauner Mähne macht ein junger Alpaka-Hengst vor allem auf die anderen fünf weiblichen Tiere Eindruck.
Denn unter den drei männlichen Jungtieren ist er eindeutig der King. Er ist gelehrig und neugierig, jedoch keinesfalls musikalisch. Na ja, die Bremer Stadtmusikanten waren auch nicht echt musisch begabt. In Hartmannsdorf haben es die Alpakas gut. In Nachbarschaft mit Pferden, bewacht von einem respektablen Hund, haben sie genügend Auslauf und eine schöne Aussicht gratis dazu. Vom Staatsforst hat Familie Böhme Streuobstwiesen gepachtet. Die Alpakas halten die Flächen frei von Verbuschung, ohne den Bäumen zu schaden.

„Aufmerksam auf die schönen Tiere wurden wir bei einer Haustiermesse in Gera“, blicken Simone und Hans-Jürgen Böhme zurück. Sie sprachen mit Züchtern und informierten sich über artgerechte Haltung der Alpakas. Und so reifte der Entschluss, sich diese hübschen Tiere selbst zu halten. Ein Weidezelt als Unterstand sowie der Auslauf wurden hergerichtet, und Anfang 2008 holte man die ersten beiden Stuten nach Hartmannsdorf. Eine davon war bereits trächtig, und so kam im Sommer das erste Hengstfohlen, der Diego, zur Welt. Inzwischen besteht die Herde aus acht Tieren, im Laufe des Jahres könnten es, mit den zu erwarteten Fohlen, zwölf werden. Die Tragzeit beträgt übrigens 11 bis 12 Monate.
Im Allgemeinen sind Alpakas zurückhaltend und ruhig. Gezüchtet werden sie wegen ihres Fells. Bis ins hohe Alter liefern sie gute Wolle. Diese besteht aus Hohlfasern, die besser isolieren und nicht kratzen. Gegenüber Schafwolle ist sie wesentlich feiner und weicher.

„Wir haben uns eine Schermaschine und entsprechendes Zubehör angeschafft und scheren die Alpakas selbst. Bei der jährlichen Schur fallen bei jedem Tier etwa vier Kilogramm Wolle an, die dabei gleich nach Farben sortiert wird. Von Natur aus gibt es 22 verschiedene Farbnuancen, wir haben vorwiegend Braun- und Grautöne“, erläutert Simone Böhme. „Es macht mir Spaß, die Wolle zu spinnen und davon Schals oder Pullover zu stricken“, fügt sie an. Alpakas stammen aus Südamerika und gehören zu den Verwandten der Lamas, die zu den höckerlosen Kamelen zählen. Es sind anspruchslose Gebirgstiere, denen Kälte nichts ausmacht. „Ihr dichtes Fell ist selbstreinigend und damit pflegeleicht. Dagegen müssen die Fußnägel mehrmals im Jahr geschnitten und bei Bedarf die Zähne abgeschliffen werden. Das machen wir alles selbst“, skizzieren sie die Tierpflege.
Simone und Hans-Jürgen Böhme sind im Schichtdienst tätig, so können sie rund um die Uhr ihre Tiere versorgen. Wenn es nötig ist, helfen auch ihre beiden Söhne (14 und 24) mit aus. Die Alpakas fressen vergleichsweise weniger als Schafe. Sie kommen mit speziellem Müsli, Heu und Wasser aus, sind also sehr genügsam. Als landwirtschaftliches Nebengewerbe angemeldet, trägt sich dieses Hobby in etwa selbst.

„Wir sind Mitglied im Alpaka-Zucht-Verband Deutschland (AZVD). Jedes unserer Tiere hat einen Pass mit DNA-Registrierung und ist mit einem Microchip gekennzeichnet“, erklären sie. „Unsere drei Alpaka-Hengste haben sich inzwischen gut an Besucher gewöhnt. Mit ihnen besuchen wir schon mal Kindereinrichtungen oder Begegnungsstätten und sind auf Veranstaltungen in unserer Region zu finden. Auch für private Feiern sind Termine möglich“. Eine immer wieder auftretende Frage kann Familie Böhme schon beantworten. „Unsere Alpakas werden prinzipiell nicht geschlachtet. Wir wissen also nicht genau, wie deren Fleisch schmeckt, sicher ähnlich wie Wild“.
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