Es bläst ein Jäger in sein Horn

Kurt Siegmund bläst seit 50 Jahren kraftvoll in sein Jagdhorn.
Bad Klosterlausnitz: Siegmund |
Wenn Jäger in manch schöner Stunde
nach Weidmannsart in froher Runde
sitzen bei essen, Bier und Wein, -
erzählen … - und es kann wohl sein:
Nicht immer ist es Jagdlatein.

Das reimt einer, der es wissen muss. Kurt Siegmund aus Bad Klosterlausnitz. Passionierter Jäger, Jagdhornbläser seit 50 Jahren, Bewahrer jagdlichen Brauchtums und heimatgeschichtlicher Reimeschmied. Erst im August wurde er 85 Jahre alt und seine Weidgenossen der Jägerschaft Stadtroda sowie seine Musikerkollegen der Jagdhornbläsergruppe „Hubertus“ brachten ihm ein zünftiges weidmännisches Ständchen.

Ansonsten ist er es, der gemeinsam mit Heinz Kirchner, Detlev Göbel, Helmer Becher und Ulrich Jagst bei jedem runden Geburtstag eines Jägers oder bei unterschiedlichsten anderen Anlässen ins Horn bläst. Da kommen, neben der wöchentlichen Probe, so einige Auftritte im Jahr zusammen. „Hubertus“ ein breites Repertoire, es erklingen Jagdmusik vom 18. Jahrhundert bis zur Gegenwart, Jagdsignale und jagdliche Volkslieder. Kurt Siegmund lässt es sich nicht nehmen, dazu stets ein paar erläuternde Worte zu sagen, manchmal in Reimen, ab und zu gewürzt mit einem Schuss Jägerlatein…

Denn er findet, das gehöre einfach dazu, unterhält und vermittelt zudem Wissenswertes. Seine Zuhörer jedenfalls schätzen das und honorieren es mit Applaus.
Als junger Mann und Volksschullehrer kam er durch einen Freund erst zur Jägerei, dann zum Jagdhornblasen, dem er nun schon fast 50 Jahre frönt. Das Blasen brachte er sich autodidaktisch bei, zunächst ohne auch nur eine Note lesen zu können. Erst Mitte 30 setzte er sich noch einmal auf den Hosenboden, um Noten zu lernen… Am Anfang prägten die Jagdsignale seinen musikalischen Werdegang, gefolgt von immer anspruchsvolleren jagdlichen Musikstücken. Bis er schließlich selbst das Thüringer Jägerlied schrieb und vertonte – letzteres mit Unterstützung von Karl-Heinz Geyer. Zu DDR-Zeiten brachte er sein geliebtes Hobby übrigens auch den Kindern seines Heimatortes näher und gründete eine erfolgreiche Kinderjagdhornbläsergruppe.

Das Schreiben ist sein jüngstes Steckenpferd. In seiner heimischen Jägerklause, dass gleichzeitig Computerkabinett und Musikzimmer ist, kramt er in Gedanken alte, wahre Geschichten aus und bringt sie zu Papier. Ob in vier, sechs oder mehr Zeilen wohl gereimt – sie sind - auch für jeden „Jagdlaien“ - höchst amüsant zu lesen. Gleichzeitig bewahrt Kurt Siegmund damit ein Stück Heimatgeschichte…

Zwei seiner Werke wurden bereits in einem Buch mit zeitgenössischer Jagdlyrik veröffentlicht, in dem sich über 120 Autoren aus dem deutschsprachigen Raum verewigten… Es heißt „Was gleicht wohl auf Erden“ – Bunte Brüche, grüne Sprüche, schöne Verse“ und erschien im Neumann-Neudamm-Verlag.
Und wer weiß, vielleicht wird aus dem „Grandeljäger“, der „Entenjagd“, dem „Sauansitz“ und den anderen Geschichten von Kurt Siegmund ja einmal ein eigenes Buch…
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