Großbockedra - ein Dorf mit Zukunft, Einwohner und Vereine engagieren sich für ihren Heimatort

Klaus Schirmer, der Vorsitzende der Keiskommission betrachtet noch einmal die Tafel mit Großbockedraer Highlights.
 
Gabriele Görtel erläutert der Landeskommission die Errungenschaften in der Bockerschen Kulturscheune.
Großbockedra: Altes Rittergut | Großbockedra. Wenn sich neben den ortsansässigen Vereinen auch die Einwohner mit diversen Aktionen, egal ob groß angelegt oder nur im kleinen, engagieren, dann muss dem Gemeinderat nicht Bange sein um die Zukunft des Ortes.

So auch in Großbockedra. Die kleine Hügellandgemeinde erreichte nicht umsonst im Vorjahr den Sieg im Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“.

Da ist es unter anderem Karl Metzler, der in jahrelanger Kleinarbeit landwirtschaftliche Maschinen und Hilfsmittel zusammen trug und so inzwischen eine ansehnliche Ausstellung daraus erstellte.
Unzählige Objekte aus rund einhundert Jahren bäuerlicher Arbeit schaffte er heran, um sie vom Rost zu befreien, mit einem neuen Farbanstrich zu versehen, verrottete Hölzer aus zu tauschen und dann wieder – voll funktionstüchtig – dem Besucher zu präsentieren.
Kartoffelroder, Tippelmaschine, Heuwender oder Schnitzbock, alles kann angefasst werden.
Bei einem Rundgang durch das Freilichtmuseum am Ortsausgang in Richtung Sulza kommen besonders die älteren Besucher dazu, Geschichten aus zu graben. Wie sie früher auf dem Feld helfen mussten, wie schwer die Arbeit in der Landwirtschaft früher war. Mit heute kein Vergleich!
Gern führen Karl und Ehrentraud Metzler durch die Reihen der Geräte und Hilfsmittel auf ihrem Grundstück, erzählen, wo sie dieses oder jenes Stück her holten. „Ja, manchmal bekommt man auch einen Pflug oder ähnliches geschenkt, da ist das teuerste der Transport. Aber für einige Exponate habe ich auch dreihundert, vierhundert Euro hingeblättert oder bin bis nach Leipzig und weiter gefahren“ berichtet der rüstige Rentner.

Nicht ganz so schwierig war es für Bettiina Romahn, in ihrem Elternhaus die Heimatstube als Museum zu gestalten. „Ehemals befand sich das Standesamt in diesem Haus, so bot es sich an, dieses wieder zugänglich zu machen und der Gemeinde aus Highlight an zu bieten. Führungen bietet auch sie gern an.

Beides, die Landwirtschaftsausstellung, wie auch die Heimatstube gehören zum Gesamtkonzept, welches Großbockedra nutzt, um seinen Einwohnern eine Zukunft zu bieten.
Zu diesem Konzept zählt aber auch, dass sich der Heimatverein seit nunmehr zehn Jahren in Einklang mit dem Leitbild der Gemeinde engagiert. „Inzwischen sind wir auch von der Verwaltungsgemeinschaft anerkannt als Kulturdorf“ berichtet Heimatvereinsvorsitzender, Edgar Seim.
Monatliche Veranstaltungen des Bockerschen Heimatvereins (BHV) sorgen für ständige Abwechslung im Dorf.
Zweifellos im Mittelpunkt steht dabei jedoch das Theater in Bockedra, das TIB. Mit ausverkauften Aufführungen, welche jeweils im Rahmen des Erntefestes statt finden und immer die Geschichte Großbockedras in irgend einer Form behandeln, geniest es große Beachtung.
Doch zu den Aktivitäten des BHV gehört viel mehr als das Theater. Von Heimatabenden, über Flurzüge, naturkundliche Wanderungen reicht die Palette der Angebote bis hin zum Advents-Dorffest.

„Das ganze funktioniert aber nur, wenn viele Vereinsmitglieder und Einwohner mitziehen, sich einbringen. Und das ist bei uns der Fall“ so Edgar Seim.

Sehr gut beschilderte Rundwanderwege, eine weithin bekannte und beliebte Gaststätte und vieles andere tragen dazu bei, dass der Ort selbstsicher in die Zukunft blicken kann.
Mankos, wie fehlende Arbeitsplätze im Ort können durch die gute Anbindung an Jena und Stadtroda ausgeglichen werden. Unter diesen Gesichtspunkten ist es nicht verwunderlich, dass Großbockedra im Vorjahr den Kreiswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ gewonnen hat und somit für den Landeswettbewerb qualifiziert war.

Unlängst besuchte die Kommission des Landes unter der Leitung von Heike Roos die kleine Hügellandgemeinde, um sich ein vor Ort Bild zu machen. Sie zeigte sich sehr erfreut, dass die Bockerschen nicht nur ihre positiven Qualitäten darlegten, sondern auch ganz offen noch vorhandene Mankos ansprachen. Ende Juni wird die Landeskommission alle neun Kreissieger besucht haben und ihre Auswertung vorlegen.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige