Hochwasser in Meusebach - ein kleiner Rückblick

Am schwersten betroffen vom Hochwasser war Hanfried Kraft. In seinem Haus stand das Wasser 33 cm hoch.
 
Die Verrohrung des Baches genügte den Wassermassen nicht. Das Wasser lief auf der Straße in Richtung Ortsausggang.
Meusebach: Dorfstraße | Die Freiwillige Feuerwehr im kleinen Meusebach wurde mit dem Hochwasser, welches am 31.Mai den Ort überrollte, auf eine harte Probe gestellt, sind doch echte Einsätze eher die Ausnahme.

Dass der kleine Bach derartige Schäden anrichten kann, war selbst für die älteren Meusebacher Einwohner absolutes Neuland. „Das habe ich in den zurückliegenden 50 Jahren noch nicht erlebt“ sagt Hanfried Kraft, dessen Haus vom Hochwasser am stärksten betroffen war.

Gegen drei Uhr lief der Bach bereits "über".
Die Einfassung am Ortsende konnte die Wassermassen nicht mehr aufnehmen, das Wasser lief über ein Feld und später auf die Straße. Von dort aus in mehrere Grundstücke, welche tiefer als die Straße liegen.

Ab 3.15 Uhr lief eine Schmutzwasserpumpe im Dauerbetrieb bis in die späten Morgenstunden, um Wasser unterhalb des Dorfteiches, noch oberhalb der Brennpunkte, aus dem Bachbett zu entnehmen und später gefahrlos wieder dem Bachlauf zu zu führen. So konnten die Brennpunkte deutlich entlastet werden.

„Nur so konnte die Situation im Dorf etwas entschärft, aber auch die Straße vom Wasser befreit werden. Dennoch sind mehrere Häuser abgesoffen“ zieht Wehrleiter Wieland Daßler Bilanz.

Seit dem Auslösen der Sirene, wenige Minuten nach 3.00 Uhr waren nicht nur alle 20 Kameraden der Meusebacher Feuerwehr, sondern auch viele weitere freiwillige Helfer im Einsatz, um Sandsäcke (gut dass im Meusebacher Spielplatz genügend Sand vorhanden war – nur die Sandsäcke waren plötzlich alle) zu füllen, und an neuralgischen Punkten zu platzieren. Mit Handwagen, Schubkarren und einem Traktor kämpften die Meusebacher Einwohner so gegen die erste große Flutwelle.

Da weitere Niederschläge erwartet wurden, blieben einerseits alle Feuerwehrmänner weiter vor Ort und damit im Einsatz, organisierten weitere Sandsäcke, pumpten andererseits aber auch immer wieder den Bach ab. In der Zwischenzeit begannen die ersten Aufräumarbeiten.

An dieser Stelle lobt Hanfried Kraft das umsichtige und schnelle Wirken der Feuerwehr „Die haben schnell mit angepackt, das Haus von Wasser und Schmutz weitestgehend beräumt. Ich muss der Feuerwehr wirklich ein großes Lob aussprechen. Die Kameraden haben mir enorm geholfen“.

Sein Keller jedoch konnte erst am Sonntag Vormittag ausgepumpt werden, nachdem der Pegelstand des Baches ein Zurückdrücken des Wassers ausschloss.

Bis zum Sonntag Vormittag lief eine TS 8 in kleineren Intervallen immer wieder, während die zweite TS 8 – eine ehemalige Wettkampfpumpe – wieder für den Dauereinsatz (statt 20 Minuten Höchstleistung) umgerüsten wurde.
„Da muss aber vermutlich doch ein neuer Vergaser dran, dann ist auch diese Pumpe wieder voll für den Dauereinsatz tauglich“ so der Wehrleiter.

Am Sonntag Vormittag begannen die Kameraden, die beiden Schlauchleitungen, welche aus dem Ort heraus führten, wieder aufzurollen, die Technik in das Feuerwehrhaus zurück zu schaffen. „Im Grunde genommen waren die Kameraden seit Freitag früh im Dauereinsatz, auch wenn ich die Männer zwischendurch mal zum schlafen heim geschickt habe.
Doch selbst in den Nächten von Freitag zu Sonnabend und Sonnabend zu Sonntag wurde der Pegelstand des Baches ständig kontrolliert, um gegebenen Falls schnellstens handeln zu können.

Es war zwar nicht gut, dass einige Häuser voll gelaufen sind, doch für die Feuerwehr war es in gewisser Weise auch wichtig, mal einen richtigen Einsatz zu haben. Bei einer Übung geht man doch etwas lascher an die Sache heran. Hier musste alles klappen – und das hat es auch“ zieht Wehrleiter Wieland Daßler Bilanz. Ebenso lobt er die Einsatzbereitschaft aller Meusebacher Einwohner. „Egal ob Feuerwehr oder nicht, alle haben mit angepackt, als es darauf an kam. Das ist das entscheidende“.

Zwischen 200 und 250 Sandsäcke wurden übrigens noch mit Privatfahrzeugen aus Stadtroda nach Meusebach geholt, um sich gegen eine mögliche weitere Flutwelle zu wappnen. Die glücklicher Weise ausblieb.
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