Kaffeeklatsch im Knopfmuseum

Sammler Bernd Vogt aus Zwickau stellt im Schmöllner Knopf- und Regionalmuseum wunderbare Kaffeemühlen aus - in der Hand eine seiner Lieblingsmodelle: eine Holzmühle aus dem Jahr 1940 mit Einlegearbeiten.
Schmölln: knopfmuseum | Im Porträt: Kaffeemühlensammler Bernd Vogt aus Zwickau

Schmölln. Nichts geht über einen Pott Kaffee am Morgen. Besser noch zwei – ganz in Ruhe genossen, so hält es Kaffeeliebhaber und Kaffeemühlensammler Bernd Vogt aus Zwickau. „Und wenn mich der Teufel packt, brühe ich ihn mir aus frisch gemahlenen Bohnen auf. So wie früher.“
Als er aus seiner Großmutter Nachlass zwei alte Kaffeemühlen erbte, erblühte seine Sammelleidenschaft für diese Haushaltgeräte. Seit dem Jahr 2004 sammelt er historische und außergewöhnliche Kaffeemühlen und hat es bereits auf stolze 400 Stück gebracht. Es sind Schoß-, Tisch-, Wand- und Schlagmühlen aus aller Herren Länder, aus unterschiedlichstem Material und verschiedenen Jahrhunderten, die er oft beim Stöbern über Flohmärkte entdeckte. Sein ältestes Stück ist eine handgeschmiedete Eisenmühle aus dem Jahr 1830, seine Lieblingsmühlen solche mit Einlegearbeiten.
„Die Gebrauchsspuren der Mühlen zu sehen, macht ihren Charme aus“, schwärmt der Sammler und deshalb legt er auch kaum Hand an seine Schätze. „Ganz wenige landen zur Reparatur auf meinem ‚OP-Tisch’“, schmunzelt der 61-Jährige. Und es sind nicht nur die Mühlen selbst, die ihn faszinieren. Die Geschichte und die Geschichten dahinter sind nicht minder spannend.
„Wenn ich mich intensiv mit etwas beschäftige, möchte ich natürlich mehr über die Materie wissen. Über den Kaffee, seine Zubereitung, Kaffeerezepte, die verschiedenen Hersteller der Mühlen.“ Wer weiß schon, dass eine Kaffeebohne 1500 Aromen beinhaltet, wovon bisher 800 identifiziert sind. Oder dass eine Kaffeemühle aus 58 Einzelteilen besteht. Gern erzählt er auch über die Erfindung des Kaffeefilters 1877 durch die Dresdner Hausfrau Melitta Benz. Sie und ihre Damen des Kaffeekränzchens, zu denen sie sich regelmäßig trafen, waren den Kaffeesatz im Munde leid. Um ungetrübte Kaffeefreuden zu genießen, durchlöcherte sie kurzerhand einen alten Metalltopf, legte ein Löschblatt ihres Sohnes hinein… – und siehe da, der erste Filterkaffee erblickte das Licht der Welt.
Sein Wissen eignet er sich autodidaktisch an, liest in Büchern nach, im Internet. Für andere Interessierte hält er Vorträge. Viel Neues entdeckt er heute auf Flohmärkten leider nicht mehr. Dabei ist er noch auf der Suche nach einer besonderen Kaffeemühle aus Österreich mit Intarsienarbeiten. „Sie zu finden, wäre ein großer Wunsch.“
Einen Teil seiner Sammlung stellt Bernd Vogt derzeit im Schmöllner Knopf- und Regionalmuseum aus. Die Augen schließen und mit etwas Fantasie riecht man den Duft frisch gemahlener Kaffeebohnen, der durch die Museumsräume zieht…
Ein Besuch ist nicht nur für Freunde des heißen Schwarzen ein wahrer Genuss und noch bis zum 18. August möglich.
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