Ottendorfer Hilmar Birke jagt seit 50 Jahren in der Flur Ottendorf

Hilmar Birke
 
Mehr als 50 Ottendorfer folgten der Einladung von Hilmar Birke zur Naturkundlichen Wanderung anlässlich 50 Jahre Jagd in Ottendorf
Lippersdorf-Erdmannsdorf: Tälermarkt | Ottendorf. Einen Rückblick über 50 Jahre Jagd in der Flur Ottendorf gab Jagdpächter Hilmar Birke am Sonnabend.

Er lud, gemeinsam mit dem Vorstand der Jagdgenossenschaft Ottendorf alle Jagdgenossen und Naturfreunde zu einer Wanderung durch den Heischbachgrund, über die Krähenlehden bis zur Jagdhütte am Fuchsschwanz ein.

Unterwegs hatte er viel zu berichten über seine Erlebnisse während 50 Jahren Jagdausübung. Unterwegs gab es ein kleines Wald-Quiz für die kleinen Wanderfreunde, welches er am Endpunkt nicht nur auflöste, sondern für dessen Teilnahme es auch kleine Überraschungen gab.

Hilmar Birke, heute 72 Jahre, zog 1954 nach Renthendorf, machte 1961 seinen Jagdschein und jagte fortan in den Revieren Renthendorf, Kleinebersdorf und Ottendorf.
Diesem letztgenannten Revier blieb er bis heute treu - und die Jagdgenossen ihm. Da er sich immer dafür stark machte, vorrangig die Ottendorfer mit Wildbret zu versorgen, für die Belange der LPG (heute Agrargenossenschaft) ein offenes Ohr hatte, sprachen sich die Ottendorfer für ihn als Pächter aus - als es nach der Wendezeit um die Verpachtung der Jagd ging.

„Im Jahr 1966 erhielt ich die Jagdhütte“ am Fuchsschwanz vom ehemaligen Rittergutsbesitzer. Dies war letztlich die Grundlage für ihn, tatsächlich im Ort zu verbleiben und dort die Jagd auszuüben. Seither musste er eine deutliche Veränderung des Wildbestandes mit verfolgen, ohne tatsächlich großen Einfluss darauf nehmen zu können.
„Bereits 1968 wurden das letzte Auerwild und die letzten Fasane in der Region gesichtet. Seit 1992 gibt es auch keine Rebhühner mehr bei uns“ berichtet Birke während der Wanderung. Weiterhin stellt er fest, dass es seitens der Forstwirtschaft Bestrebungen gibt, das Reh- und Muffelwild aus den Wäldern zu verdrängen. Zwischen ‘90 und ‘92 wurde das Rotwild in den Tälern radikal abgeschossen - nun ist davon nichts mehr zu sehen. Dass in der Zwischenzeit der Eichelhäher zum Singvogel gemacht wurde, ärgert ihn ebenso. Dies alles berichtete er im Verlaufe der Wanderung und legte sehr viel Wert darauf, dies den Teilnehmern der Wanderung verständlich zu erklären.

„Viele kennen keine Hintergründe zu diversen Aussagen, das möchte ich mit der Wanderung ändern“ so Birke.

Gleichfalls vermerkte er, dass er am 10.Oktober vergangen Jahres sein 750. Wildschwein erlegte - „was natürlich das Resultat harter Arbeit und wenig Schlaf ist. Auch war es manches mal nicht ganz ungefährlich, zum Beispiel bei Nachsuchen angeschossenen Wildes“.

Auch stellte er fest, dass in den Tälerdörfern trotz größter Anstrengungen die Wildschweinpopulation weiter ansteigt. Erlegte er 1965 nur 5 Wildschweine, waren es schon im Jahr 1969 29 Stück Schwarzwild - mit steigender Tendenz bis heute.

An der Jagdhütte angekommen, präsentierte er eine kleine Ausstellung über 50 Jahre Jagd in Ottendorf. Die Heimische Tierwelt stellte er dabei mit vor. Auch wertete er das Quiz aus, überreichte den Kindern das Heft„Kinder- und Naturschutz“.
Später stellte er fest, dass diese gesamte Wanderung sehr gut bei den Teilnehmern an kam, erhielt selbst am Montag noch positive Resonanz von vielen Seiten.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige