Ottmannsdorfer findet acht Geschwister in Australien!

Peter Weber-Fiorentino (67) und seine Frau Gudrun bei den "Aussis". (Foto: Foto: privat)
Von Wilhelm Schaffer

Unglaublich aber wahr! Peter Weber-Fiorentino (67) lebt seit 1965 in Ottmannsdorf (kurz hinter Renthendorf), im elterlichen Gehöft seiner Frau Gudrun. Als quasi “vaterloser Geselle”.
Gudrun drängte ihn immer wieder, nach seinem Vater Saverio Fiorentino zu suchen. Versuche seiner Mutter Gertrud Roth, geborene Weber, über das “Comité International de la Croix Rouge” und “The War Office” gleich nach dem Kriege blieben erfolglos. Sie wusste weder wann, noch wo Saverio geboren worden war. Als sie den in der Nähe von Comotau kriegsgefangenen britischen Soldaten kennen lernte, lebte sie mit zwei Mädels dort. Verwitwet. Ihr Mann fiel 1941 bei Leningrad. Die Liebe gebar Peter. Das Kriegsende bedeutete die zwangsweise Aussiedlung aus der Tschechoslowakei, auf der Elbe nach Magdeburg, dann nach Unterwellenborn und Kamsdorf, schließlich nach Ottmannsdorf. Saverio Fiorentino verschwand aus ihrem Gesichtskreis und hinterließ nur ein Bild und ein Buch mit dem Stempel des StaLag-Gefangenenlagers.

Das Internet macht’s möglich! Peters Kinder Roberto und Ralf stöberten 2002 die E-Mail einer Mirella Jakimoff aus Australien auf, die den Name Fiorentino enthielt. Im Gespräch mit Sigrid Luzius, einer guten Nachbarin, sie lebt jetzt in Bad Sachsa, erfuhr Peter, dass sie ihre Verwandtschaft in Australien besuchen wolle. Als passionierter Sammler von Militaria und Fahnen bat er sie, ihm eine Aussi-Flagge mitzubringen.
Sie erbot sich auch, mal über ihre Verwandten vor Ort zu versuchen, mit Missis Jakimoff Kontakt aufzunehmen. Das gelang: Mirella Jakimoff, geborene Fiorentino, stellte sich als Saverios Tochter heraus. Als vierte von sieben Mädels nebst drei Jungs: Silvana, Clelia,Bruna, Mirella, Anthony, Henrietta, John, Caroline, Domenic und Bernadette. Das Gros der Familien lebt um Perth herum, Mirella unweit von Brisbane, Henrietta in Houston/Texas. Caroline verstarb 1988.

Auf einem Europatrip trafen Clelia und ihr Mann Graham im August 2010 Peter und Gudrun in München. Mitte September weilten Mirella und Alex in Ottmannsdorf zu Besuch. Gemeinsam mit Bruder und Schwägerin ging es dann zurück nach Australien, zum ersten großen Treffen mit dem “Rest” des Fiorentino-Clans, der mittlerweile insgesamt 92 Mitglieder zählt. Vier Wochen, von denen die Weber-Fiorentinos schwärmen, begeistert vom weiten Land und von der Lebensart der Aussis.
Über den Vater erfuhren sie, dass er nach seiner Befreiung aus dem StaLag zunächst in seine Geburtsstadt Kairo zurück ging. Als Ägypten Krieg gegen die Engländer führte, wies Nasser alle Briten aus. Alternativ nach Kanada oder Australien. Saverio entschied sich für Letzeres. Er starb leider bereits 1989, seine Frau Adalgisa Ferrante 1999.
Per Bild im Familienalbum lernte er auch seine Großeltern väterlicherseits kennen: Giovanni Fiorentino und Domenica Vasallo aus Lucca.
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