Resels großer Auftritt beim Rote-Tor-Fest in Stadtroda

Daniel Häcker mit seiner Ziege Resel, die Stargast beim Rote-Tor-Fest in Stadtroda sein wird.

Beim Rote-Tor-Fest am Sonnabend soll Daniel Häckers Ziege die Möhre aus der Torschlaufe fressen und somit erneut den Gerschen Horden Einlass in die Stadt verschaffen. Ganz vernarrt ist die Ziege jedenfalls in Karotten.


Stadtroda. Immer wieder schnappt Resel nach der Karotte. Schließlich hat sie das Gemüse im Maul und frisst es mit sichtbarem Genuss einfach auf. Doch Resel ist nicht irgendeine Ziege. Sie ist die Ziege des diesjährigen Rote-Tor-Festes am Sonnabend in Stadtroda.

Daniel Häcker ist der Besitzer des Tieres und macht derzeit eine Lehre zum Hufschmied. Von Generation zu Generation wurde der tierische und flächige Familienbesitz der Häckers weiter vererbt. Der Familie gehören zwei Ponys, eine Kuh mit Kalb, mehrere Schweine, Dutzende Hühner, Enten und Kaninchen. Fast wie in einem kleinen Zoo. Doch das mit den Ziegen, das war Daniels Idee. "Vor sieben oder neun Jahren wünschte ich mir zum Geburtstag Ziegen. Seitdem züchte und pflege ich sie", erzählt der 21-Jährige. Auf einer circa 200 Quadratmeter großen grünen Fläche oberhalb des Alten Marktes in Stadtroda leben Daniels Tiere. Insgesamt werden hier drei Ziegen von ihm gehalten. Alle sind weiblich.

Die jüngste unter ihnen ist Resel. Sie ist gerade einmal anderthalb Jahre alt. Ihre Hörner sind ein wenig länger als zehn Zentimeter und sie ist kaum mehr als 60 Zentimeter groß. Resel ist eine sogenannte Burenziege und zählt somit zu der Rasse der Hausziegen. Ihren Ursprung haben die Burenziegen in Teilen Südafrikas. Eine ausgewachsene weibliche Burenziege kann bis zu 80 Kilogramm auf die Waage bringen. Resel wiegt zurzeit nicht mehr als 40. Eine schmächtige Geiß, die Möhren zum Anbeißen findet. Doch listig ist sie auch. "Es ist in letzter Zeit öfter passiert, dass die Tiere durch freie Stellen in den Zäunen abhauen. Guckt man einmal nicht hin, kann Resel ganz schnell weg sein", betont Daniel mit einem Grinsen im Gesicht.

Doch Namen, so sagt der 21-Jährige, bräuchten die anderen beiden nicht. "Ein Pfiff, und sie kommen auf mich zu gerannt. Wozu dann Namen? Das verstehen sie doch sowieso nicht", sagt er gut gelaunt. Nur Resel bekam einen Namen. Extra für das Fest, versteht sich.

Am Sonnabend ist es wieder soweit. Zum siebten Mal findet das Fest in Stadtroda statt. Von 14 bis 18 Uhr sollen dabei die "Rodschen Möhrenschaber" und Sven Kattein für die passende Unterhaltung sorgen.

Am Nachmittag soll das Rote Tor geschlossen werden. Die Frage lautet dann, ob es wie in der Sage der Rod'schen Möhre wieder von einer Ziege geöffnet wird. Sie besagt, dass im Jahre 1450 der Probst des Klosters Roda mit dem Stadtrat in einen Streit wegen der Braugerechtigkeit des Bieres geraten sein soll. Daraufhin rief das Kloster den Grafen Heinrich von Gera zu Hilfe und dieser rückte mit seinem Heer unaufhaltsam an. Als die Rodaer keinen Riegel fanden um das Stadttor als Schutz zu verstärken, steckte einer der Torwächter kurzerhand eine lange Möhre in die Torschlaufe. Alles hielt stand, bis eine listige Ziege die Karotte fraß und somit dem Feind das Tor öffnete. Ob Resel diesem Beispiel folgen und die Möhre am Sonnabend verschlingen wird, dies bleibt vorerst abzuwarten.
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Hannelore Grünler aus Artern | 25.08.2013 | 20:14  
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