Sachkunde Kälberaufzucht von der Landvolkbildung erstmalig angeboten

Die Prüflinge Lydia Jakob (li) und Carolin Bernhard (re) mit ihrer Chefin Mandy Seidemann kümmern sich liebevoll um die jungen Kälber.
Trockenborn-Wolfersdorf: Kuhstall | Stadtroda. Sehr gut angenommen wurde der Sachkundenachweis Kälberaufzucht, welchen die Landvolkbildung Thüringen e.V. jetzt erstmalig anbot.

Insgesamt 28 junge Frauen absolvierten diesen Kurs.
„Dass dabei auch Freizeit drauf geht, war allen bereits vorneweg klar. Doch wenn nach dem Lehrgang noch eine Prüfung erfolgt, prägt sich so mancher den Inhalt des Unterrichtsstoffes noch besser ein. Dieser Sachkundenachweis hat den Hintergrund, dass immer noch so manches Kälbchen nach der Geburt stirbt - was eigentlich unnötig ist. Weiterhin fehlt dieser Nachwuchs dann später für die weitere Aufzucht sowie für die Milch- und Fleischproduktion“ wissen Ingrid Model und Dr. Gudrun Sieler zu berichten.

Beide Frauen nahmen die praktische Prüfung in den jeweiligen Ställen, unter anderem Trockenborn, Tautendorf und St.Gangloff, ab.
Besonders Ingrid Model - sie ist die Vorsitzende des Prüfungsausschusses - löcherte die Prüflinge bis zum geht-nicht-mehr. Wollte alles ganz genau wissen.
Was denn alles bei den trächtigen Muttertieren, besonders kurz vor der Geburt, zu beachten ist, ob das gesamte Geburtsmanagement und die Gesundheitsüberwachung bekannt sind. Und stellte natürlich auch die Frage, ob denn alles auch so wie vorgeschrieben, eingehalten wird. Über die Fütterung der Kälbchen in den ersten Tagen nach der Geburt und auch in den darauf folgenden Wochen sowie die Hygiene wollten Ingrid Model und Dr. Gudrun Sieler möglichst viel von den Prüflingen hören.
Großen Wert legten sie auf das Wissen über das Kolostrum - was zunächst die Ernährungsgrundlage bildet - , die gesamte Haltung der Jungtiere und ab wann welches Futter verabreicht wird. Auch die persönliche Einschätzung, ob denn die gesamte Aufzuchtanlage oder auch einzelne Bereiche entsprechend der Anforderungen gestaltet sind, hinterfragten die Prüfer gründlich.

Dass die jungen Frauen auf viele Dinge nur wenig bis gar keinen Einfluss haben, war den Prüferinnen klar - weshalb es hierbei keine Bewertung gab.

Ingrid Model gab auch zahlreiche Hinweise, welche Möglichkeiten der Verbesserung noch bestehen. „Dezente Hinweise an den Chef dürfen dabei schon einmal kommen“ so Ingrid Model. „Oder auch mal eine Nachfrage, warum exakt jenes Futter eingesetzt wird. „Da spielt oftmals auch der Preis eine Rolle, das ist uns bekannt. Doch in vorderster Linie sollte zunächst einmal die Gesundheit der Kälber, sowie der Muttertiere stehen“ meint Gudrun Sieler.

Diese 28 Unterrichtsstunden in der Theorie sowie die anschließende Schriftliche und Praktische Prüfung sind eine hervorragend angelegte Investition, welche einerseits durch die Landesvereinigung Thüringer Milch und andererseits durch die Betriebe selbst getätigt wird. „Dazu werden die Arbeitnehmer für die Zeit des Unterrichtes von der Arbeit frei gestellt“ so Dr. Gudrun Sieler.
Jedoch investierten die Teilnehmer auch einiges an Freizeit in den Sachkundenachweis. So kam Carolin Bernhad zB. an ihrem Freien Tag nach Trockenborn, um dort die praktische Prüfung ab zu legen. Nach bestandener Prüfung gibt es ein staatliches Zertifikat der Thüringer Anstalt für Landwirtschaft. Und als Zugabe vielleicht das Leben eines Kälbchens.
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