Sozial und beruflich mittendrin

Kerstin Ristau ist in der Porzellanfabrik Hermsdorf eine wirkliche Hilfe.
Hermsdorf: Porzellanfabrik | 100 Prozent Einsatz am Arbeitsplatz: In der Porzellanfabrik Hermsdorf arbeiten sieben behinderte Menschen.


Begibt man sich durch den Haupteingang der Porzellanfabrik Hermsdorf, dann strahlt dem Besucher eine nette Empfangsdame an. Ihr Name ist Kerstin Ristau, sie ist schwerstbehindert. Seit 1996 ist Kerstin in diesem Unternehmen beschäftigt und ihre Arbeit bereitet ihr Spaß und erfüllt sie mit Stolz.

Darüber freute sich am 27. August auch Matthias Machnig (SPD), Thüringens Minister für Arbeit, Wirtschaft und Technologie, als er die Porzellanfabrik Hermsdorf besuchte. „Gute Arbeit heißt für mich, dass gerade auch Menschen mit Behinderungen hier im Land eine berufliche und soziale Perspektive bekommen“, erklärt der 52-Jährige.

Sybille Kaiser, Geschäftsführerin der Fabrik, ist stolz auf ihre Angestellten mit einer Behinderung: „Bei uns sind sieben Mitarbeiter körperlich oder geistig gehandikapt und wir kommen super mit ihnen klar. Wir kennen ihre Stärken und Schwächen und so setzen wir sie in unserem Betrieb ein.“

Viele Firmen engagieren sich bereits, indem sie behinderten Menschen eine Stelle anbieten und ihnen damit die Chance ermöglichen, nicht nur sozial, sondern auch beruflich integriert zu werden. Derzeit sind 86 Arbeiter in der Porzellanfabrik beschäftigt, die mittlerweile in die USA, nach Japan oder gar Korea exportiert.

Zu seiner „Gute-Arbeit-Tour“ besuchte Minister Matthias Machnig am 27. August gleich drei Einrichtungen in Ostthüringen. Neben der Hermsdorfer Porzellanfabrik waren dies das Berufsförderungswerk in Seelingstädt und die Kahla Thüringer Porzellan GmbH. „Wir brauchen mehr Unternehmen, die sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung stellen und Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderungen schaffen“, appelliert der Politiker. Mit seinem Besuch möchte Machnig genau dafür werben.

“Ich verstehe Arbeitgeber nicht, die behinderten Menschen keine Chance geben. Es ist vielleicht anders als bei Beschäftigten ohne Handicap, aber sie zeigen 100%-igen Einsatz am Arbeitsplatz. Außerdem erhält man auch Förderungsgeld zur Unterstützung. Ich sage immer: man muss es nur wollen“, betont Sybille Kaiser.

Kerstin Ristau arbeitet mittlerweile euphorisch weiter und ist der Fabrik eine wirkliche Hilfe geworden. „Sie nimmt uns sehr viele Aufgaben ab und ist ein herzensguter Mensch“, ergänzt die Geschäftsführerin. Ans Aufhören denkt die Frau im Empfangsraum noch lange nicht. Hier fühlt sie sich wohl. Kerstin Ristau ist ein Beispiel dafür, dass es funktionieren kann, die berufliche Integration.



Hintergrund: Die Porzellanfabrik Hermsdorf entstand 1890 als Niederlassung der heutigen Thüringer Porzellan GmbH in Kahla. Seit 1892 werden technische Keramiken produziert. Der Durchbruch gelang im Jahre 1897 mit der Entwicklung des „Delta-Glockenisolators“ – die Wiege der Technischen Keramik in Hermsdorf.
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3 Kommentare
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Regina Pfeiler (aus Gera) aus Gera | 05.09.2012 | 20:26  
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Renate Jung aus Erfurt | 06.09.2012 | 01:01  
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Hannelore Grünler aus Artern | 06.09.2012 | 01:27  
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