„Tritt ein, bring Glück herein“

Dass sie Spaß an ihrem Beruf hat, ist der jungen Schornsteinfegerin Vanessa Hornung auf den ersten Blick anzusehen.
Tautenhain: schornsteinfegerin | Männerdomäne adé - Schornsteinfegerin Vanessa Hornung schwingt den Kehrbesen
Oft erntet sie verdutzte Blicke, wenn sich nach ihrem Klingeln die Haustür öffnet. „Mit mir rechnet kaum jemand, sofern es sich im Ort noch nicht herumgesprochen hat“, schmunzelt Vanessa Hornung. Kein Wunder - blutjung, hübsch, blond - und Schornsteinfegerin.
Die 20-jährige Gesellin aus Niederorschel im Eichsfeld steigt den Saale Holzländern seit einem Jahr Ort für Ort, Haus für Haus „aufs Dach“.

Weiblich und blond – klar, dass daher schon mal ein paar „Sprüche“
fallen – von wegen „verirrte Friseuse“ oder so… Doch mit den üblichen Vorurteilen kann sie gut leben. „Insbesondere Männer reagieren zunächst skeptisch und unterschätzen mein Können. Doch oft reichen ein paar gewechselte Worte – und sie werden ganz Gentleman…“, plaudert sie aus dem „Nähkästchen“. „Am Ende überzeuge ich mit guter Arbeit, das ist das
Wichtigste.“

Die meisten Leute freuen sich ehrlich über den Besuch der jungen Schornsteinfegerin – auch als Glücksbotin. Und sind natürlich neugierig, warum
es ausgerechnet dieser Beruf sein sollte… Ganz einfach: „Ich wollte unbedingt einen Männerberuf. Friseuse kann Jede werden. Ich hatte keine Lust auf „Gezicke“. Zu Hause bei mir in der Nachbarschaft wohnt ein Schornsteinfegermeister. Bei dem fragte ich spontan mal nach und lief drei Tage mit. Heizung, Dach und Rohbauabnahme – meine Entscheidung
stand schnell fest. Genau das sollte es sein – und bis heute habe ich es nicht bereut. Der Job ist abwechslungsreich. Die körperlichen
Anforderungen sind heute nicht mehr so groß, dafür bedarf es mehr technischem Verständnis. Schwindelfrei sollte man sein und kein Angsthase.“
Gefeit vor Unfällen ist man natürlich nicht, denn auch bei Wind, Wetter und Schnee muss ein Schornsteinfeger aufs Dach.

„Manchmal zittern mir schon ein wenig die Knie. Doch man darf nicht darüber nachdenken, was passieren könnte, sondern sich einfach konzentrieren. Toll
am Job ist auch, dass man die unterschiedlichsten Menschen, ihre Lebensumstände und oft auch Lebensgeschichten kennen lernt. Und reichlich Arbeit gibt es immer. Insbesondere seit den letzten Jahren hat fast jedes Haus wieder einen Kamin – den teuren Öl- und Gaspreisen geschuldet.“
Und was gehört noch dazu? „Der Ruß im Gesicht, Leute auf der Straße, die mich anfassen oder die Hand schütteln, um Glück zu haben, Hochzeiten...“

In neun verschiedenen Bezirken Thüringens war Vanessa Hornung bereits tätig. „Hier macht es mir besonderen Spaß, deshalb bleibe ich gern noch im nächsten Jahr und freue mich schon darauf, viele Leute wiederzusehen.
In diesem Sinne wünscht Vanessa allen ein gesundes neues Jahr und viel Glück - dem schließt sich das Team des AA Holzlandbote gern an!
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