Wie geht‘s Biene Maja?

Imker Roland Weber hat ein Wabenbrett aus einem Bienenstock gezogen und zeigt die Arbeitsbienen, die alle „Flügel“ voll zu tun haben
 
Fleißige Biene auf Nahrungssuche.
Nachgefragt beim Bienenexperten Roland Weber aus Gera-Trebnitz

GERA. Wie geht‘s Biene Maja? „Den Umständen entsprechend gut“, sagt Roland Weber, Hobbyimker und europaweiter Händler für Imkereibedarf aus Gera- Trebnitz. Er ist ein erfahrener Experte auf dem Gebiet, denn er pflegt enge persönliche Kontakte mit vielen Imkern – beruflich und als Vereinsmitglied
des Geraer Imkervereins „Goldene Weisel“.
Leider begann dieses Jahr für die Bienen katastrophal. Erst machte ihnen der lange Winter, dann der kalte, nasse Frühling das Leben schwer.
„Wer seine Bienen vor dem Winter ordentlich mit Futter versorgt und gegen Varroamilben behandelt hatte, brauchte allerdings kaum Verluste zu fürchten. Dennoch hat sich die Entwicklung der Bienenvölker verzögert, weil sie anfangs nur wenig Futter fanden und von den Reserven im Stock zehren mussten“,
erklärt Roland Weber. Dazu trugen die kühle Frühjahrswitterung und Dauerregen bei, denn dann fliegen die Nützlinge nicht.
„Als die Natur schlagartig aufholte und alles auf einmal blühte, waren viele Bienenvölker oft einfach noch nicht stark genug, um die Tracht optimal einzutragen“, weiß der Experte.
Es wird also dieses Jahr in unserer Region wohl etwas weniger Honig geben.

Auch die Globalisierung macht vor den Imkern nicht halt. Durch zahllose Importe von Bienenvölkern aus anderen Ländern gelangen bisher unbekannte Krankheitserreger zu den heimischen Bienen, gegen die sie nicht oder schlecht aufgestellt sind. Und nach wie vor gehören die Varroa-Milben zu den von Imkern gefürchteten Parasiten, die in den letzten Jahren zahllose Bienenvölker ausrotteten. „Die Biene kann sich nicht selbst gegen die
Milbe wehren. Sie ist auf den Menschen angewiesen. Durch den Einsatz von natürlichen Säuren kann der Parasit wirkungsvoll bekämpft werden, so dass er keinen wesentlichen Schaden anrichten kann“, spricht Roland Weber aus Erfahrung.
Außerdem erschwert der Trend zu vermehrten Monokulturen in der Landwirtschaft das Leben der fleißigen Insekten. Wo Monokulturen angebaut werden, werden auch Pestizide eingesetzt. Das hat für die Insekten fatale Folgen. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit bestätigt in einer Studie, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln aus der Gruppe der Neonikotinoide mitverantwortlich für Bienenschäden ist.
Als erfreulichen Teilerfolg sieht der Imker die kürzlich von der EU getroffene Entscheidung, den Einsatz dreier dieser gefährlichen Pestizide per 1. Dezember und zunächst für zwei Jahre zu verbieten.
Die gute Botschaft: Es gibt weitere erfreuliche Entwicklungen für „Biene Maja“. Zum einen profitiert sie – dank großzügiger Fördermaßnahmen
von Land und Bund – von einem enormen Zuwachs an Nachwuchsimkern.
Roland Weber freut es: „Insbesondere ältere Berufstätige und Vorruheständler
entdecken das schöne Hobby für sich mit Blick auf eine sinnvolle Tätigkeit nach dem Berufsleben, die Spaß macht, einen kleinen Nebenverdienst zur Rente sichert und der Natur hilft.“
Auch das Imkern in der Stadt hat eine große Zukunft – die Nützlinge fühlen sich zunehmend wohl in Städten und an Stadträndern, wo sie in Gärten und Parks gesunde und abwechslungsreiche Pflanzen und somit Kost finden.

„Immer mehr
Menschen entdecken
die Hobbyimkerei
für sich.“
Roland Weber
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