Wolfersdorfer Waldbad "Herzog Ernst" feiert 80-jähriges Jubiläum

Eine Torte für den Jubilar - von der Bäckerei Ronny Hunger in Tröbnitz gefertigt.
 
Ständchen für den Jubilar von Roland Lattemann aus Neuenhofen.
Trockenborn-Wolfersdorf: Waldbad Herzog Ernst | „Jetzt seid ihr alle überrascht, dass es im Bad Wasser gibt“ meinte Ulli Rösel scherzhaft zu den Besuchern, als es wenige Minuten vor halb drei zu regnen begann. „Der Wetterdienst hat aber gemeldet, in zehn Minuten hört es auf, dann geht’s auch hier richtig (mit der Feier) los“ so Rösel und hat sofort die Gäste aus seiner Seite. „ Nicht nur das Bad feiert in diesem Jahr sein 80-jähriges Jubiläum, ich habe übrigens in diesem Jahr mein 40-jähriges Jubiläum hier im Bad. Ich sehe hier Schwimmmeisterin Rose Schmidt, bei der ich damals schwimmen gelernt habe. Später war ich als Rettungsschwimmer hier im Bad ehrenamtlich tätig. Seit nunmehr 40 Jahren“. Der Begriff „Unser Bad“ machte am Sonnabend im Wolfersdorfer Bad immer wieder die Runde – nachdem Roland Lattemann aus Neuenhofen ein Trompetensolo ablieferte. Ulli Rösel, der gemeinsam mit Joachim Meyer und Wolfgang Priebs im Namen aller Mitglieder der Bürgerinitiative „Freunde des Waldbades“ die Gäste begrüßte, betonte dieses immer wieder. Zustimmendes Gemurmel gab es dazu auch, insbesondere von den älteren Wolfersdorfer Einwohnern, die der Einladung zur Festveranstaltung folgten. Neben einer Modenschau mit Bademode aus den zurückliegenden 80 Jahren stand der geschichtliche Abriss nochmals ganz oben auf der Tagesordnung. Natürlich erst, nachdem die zahlreichen Ehrengäste, einzeln begrüßt wurden. Zu diesen zählte auch Rose Schmidt, Gerhardt Kober, und Stefan Rode – die ehemaligen Wolfersdorfer Schwimmmeister. Später kam noch Astrid Rippke zur Feierstunde hinzu.
Sie seinen an dieser Stelle stellvertretend für alle ehrenamtliche Helfer, weitere Ehrengäste und Mitglieder der BI genannt. Nur der Tatsache, dass Herzog Ernst der II. im Jahr 1933 den Prozess um sein Vermögen gewann, die Besitzungen zurück erhielt und einen Teil davon in eine Stiftung umwandelte, ist das heutige Waldbad zu verdanken. Die Vertragsunterzeichnung zwischen Stiftung und der Gemeinde Wolfersdorf-Trockenborn am 28.06.1934 sah die Schaffung eines Bades mit dem Namen Herzog-Ernst vor und sorgte für einen Zustrom von Sommerfrischlern aus Jena und damit einen Aufschwung in der Gemeinde. Auf 5,1 Millionen Reichsmark bezifferte Wolfgang Priebs das damalige Stiftungsvermögen. Damals wurden zunächst Halbhölzer rings um den Teich als Befestigung am Ufer eingeschlagen, der Bademeister kam täglich mit dem Motorrad aus Jena. Mit einem Vorwärmebecken, welches gleichzeitig als Kinderplanschbecken diente, eine 50-Meter-Bahn, Umkleidekabinen und ein separates Schwimmmeisterhäuschen gab es damals bereits. 1947 begann die erste Sanierung – in mehreren Etappen. Nahezu alle Arbeiten erfolgten in ehrenamtlicher Arbeit. Trotz Besucherzahlen zwischen zehn- und zwanzigtausend pro Jahr trug sich das Bad nie selbst. Dennoch stand der Erhalt des Bades bis jetzt nie zur Debatte. Da jedoch das Haushaltvolumen der Gemeinde jährlich schrumpfte, sind jetzt dringend Maßnahmen zur weiteren Finanzierung des Bades erforderlich. Ein erster Ansatz ist die Gründung der Bürgerinitiative. An dieser Stelle fordert Bürgermeister Dieter Hoog auch den Kreistag zum Handeln auf. „Schließlich kommen unzählige Badbesucher auch heute noch aus Jena, Neustadt und sogar von weiter her“. Inzwischen unterstützt auch Hummelshains Bürgermeister, Stephan Tiesler, die Arbeit der BI und das Ansinnen des Bürgermeisters. Gemeinsam sollen Anstrengungen unternommen werden, das Wolfersdorfer Freibad „Herzog Ernst“ auch in den nächsten Jahren öffnen zu können. Als Ideen zur Erhöhung der Attraktivität des Bades benannte Priebs unter anderem: Inbetriebnahme einer Dorfsauna, Errichtung von Blockhütten zur Übernachtung, Bau eines Direkteinleiters gemäß der ZWA-Forderung, Gewinnung von Schulen zur Durchführung von Schwimmunterricht oder Verbesserung der Außenwerbung.
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Hannelore Grünler aus Artern | 01.07.2014 | 16:12  
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