Der, mehr als zweihundert Jahre alte, amerikanische Tulpenbaum in Meusebach blüht wieder, seine Zukunft ist jedoch ungewiss

Der amerikanische Tulpenbaumes in Meusebach, am Südgiebel des alten Forsthauses. Seit einigen Tagen steht der Tulpenbaum in voller Blüte, ist jedoch krank. Seine Zukunft ist ungewiß.
 
Eine Blüte des amerikanischen Tulpenbaumes in Meusebach, am Südgiebel des alten Forsthauses. Seit einigen Tagen steht der Tulpenbaum in voller Blüte, ist jedoch krank. Seine Zukunft ist ungewiß.
Meusebach: Altes Forsthaus | Meusebach. Lautes Bienengesumm empfängt den Besucher, der die schmale Treppe zum alten Forsthaus empor steigt.
Am Südgiebel des Hauses steht der mächtige amerikanische Tulpenbaum (Liriodendron Tulipifera) derzeit in voller Blütenpracht.
Doch nur, wer genau hinschaut, sieht die bis zu 6 cm großen tulpenartigen Blüten.

26 Meter hoch ist der Baum, entsprechend der letzten Vermessung. Die Krone besitzt einen Umfang von gut 17 Metern.
Das ist viel Raum für Blätter und vor allem für Blüten. Diese trägt der, weit über 200 Jahre alte, Tulpenbaum jetzt zuhauf. Und auch noch jede Menge Blütenknospen.

Irgend wann, zwischen 1750 und 1800 muss der Baum gepflanzt worden sein – so viel ist sicher. Inzwischen hat er sich einen Stammumfang von 3,10 Metern zugelegt. Und könnte sicher jede Menge Geschichten erzählen, wenn er denn reden könnte. Auch wenn er keinen Ton sagt, macht der Tulpenbaum auf sich aufmerksam.

Beatrix Kästner, die in dem alten Forsthaus wohnt, bemerkte im Frühjahr, dass an einer Stelle Flüssigkeit aus dem Stamm austritt. Kein gutes Zeichen!
Als die Mitarbeiter der Naturschutzbehörde des SHK ihre turnusmäßige Kontrolle durchführten, machte Beatrix Kästner die Naturschützer darauf aufmerksam. „Wir haben das natürlich sofort protokolliert und untersucht. Da fiel gleich ein ganzes Stück Rinde ab, auch Bast löste sich. Doch wir sind auch keine Experten auf dem Gebiet“ berichtet Peter Rohde.
Seiner Meinung nach sieht das nicht nach einem Schadpilz aus, sondern mehr nach einer Art Fäule – mit der Krautfäule von Kartoffeln vergleichbar. Inzwischen sind weitere Experten eingeschaltet, weitere Proben entnommen. Doch bis das Resultat verfügbar ist, werde gut vier Wochen ins Land gehen, so Peter Rohde. „Wir wollen das Beste für den Baum hoffen. Aber es ist im unteren Bereich des Stammes gut ein Drittel vom Umfang geschädigt. Da ist längerfristig die Sicherheit gefährdet. Doch ehe Maßnahmen eingeleitet werden, warten wir erst einmal die exakten Untersuchungsergebnisse ab. Im besten Fall müssen nur einige Sicherungen (wie das Verzurren einiger Äste) vorgenommen werden“ so Rohde.

Im gesamten Landkreis fehlt diesbezüglich (glücklicher Weise) die diesbezügliche Erfahrung.
Nicht nur Peter Rohde hofft, dass dieses Naturdenkmal erhalten werden kann. Auch Besitzerin Beatrix Kästner wünscht sich eine ansehnliche Zukunft für den Baum. „Der grünt und vor allem blüht jetzt so schön, dem ist es gar nicht an zu sehen, dass er krank ist. Es wäre in jedem Fall sehr schade, sollte sich herausstellen, dass er nicht zu retten ist. Aber bis dahin bin ich sehr optimistisch. So die Eigentümerin.“

Jährlich zur (möglichen) Blütezeit rufen viele naturinteressierte bei Meusebacher Einwohnern an, erkundigen sich, ob der Tulpenbaum bereits blüht. Einen so mächtigen und seltenen Baum findet man nur selten, daher ist das Dorf ohne Spatzen mit seinem Tulpenbaum besonders jetzt wieder einen Ausflug wert.
Dass es sich bei dem Tulpenbaum ausgerechnet um einen amerikanischen Tulpenbaum handelt, passt recht gut zu den derzeitigen Ereignissen in Meusebach. Acht Meusebacher Einwohner waren vor wenigen Tagen in Fredericksburg / Texas, wo sie an der Gedenkfeier Anlässlich des 200.Geburtstages des Stadtgründers, John Otfried Meusebach, teilnahmen. Doch dazu an dieser Stelle mehr.
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