Erste-Hilfe-ABC für Igelfreunde

Inga aus der 2a der Grundschule Windischleuba besuchte mit ihrer Klasse die Igelauffangstation von Stefanie Meißner und lernte dort mit ihren Klassenkameraden viel über die Igel.
Altenburg: Igelauffangstation | Tipps, wie man den Wildtieren in Not am besten über den Winter hilft

Igel - sie sind possierlich anzuschauen gehören zu den geschützten Wildtieren. Leider wird ihr Leben oft aus Unaufmerksamkeit und unüberlegtem Handeln von Menschen gefährdet und sie benötigen unsere Hilfe. Der AA Gera holte sich bei Stefanie Meißner aus Altenburg wichtige Tipps, wie jeder helfen kann. Die Tierfreundin engagiert sich seit 25 Jahren für Igel, betreut seit über 20 Jahren die Igelauffangstation in Altenburg. Jährlich päppelt sie ehrenamtlich rund 300 Igel auf, pflegt sie gesund und wildert sie wieder aus.

Tipp 1: Wiegt ein Igel in dieser Jahreszeit nur 300 Gramm oder weniger, ist sein Leben akut in Gefahr, weil er nicht über genügend Fettreserven für den Winterschlaf verfügt. Wer einen solchen Igel – insbesondere tagsüber - umherirren sieht, kann sicher sein, dass er Hilfe benötigt. Das gilt natürlich auch für verletzte oder kranke Tiere.

Tipp 2: Das Tier mitnehmen - wenn möglich, umgehend einen sachkundigen Tierarzt, eine Igelstation oder auch das Tierheim aufsuchen. Dort gibt es Rat und erste Hilfe. Ist das am Fundtag nicht möglich, Tier mit Wärmflasche aufwärmen (kann nur fressen, wenn es warm ist), Katzenfutter und Wasser anbieten, geeignete Unterkunft schaffen, und am nächsten Tag unbedingt fachliche Hilfe suchen.

Tipp 3: Wer sich entschließt, betroffenen Igeln in den eigenen vier Wänden über den Winter zu helfen, braucht ein passendes Igelquartier. Igel sind Einzelgänger, jeder braucht ein eigenes, ausbruchsicheres Gehege (ca. 2 qm) an einem ruhigen Platz, wo er tagsüber schlafen kann. Am günstigsten aus Holz-, Span- oder Hartfaserplatten, ausgelegt mit mehreren Lagen Zeitungspapier und mit Schlafhäuschen. Das kann ein Karton mit seitlichem Einschlupfloch sein, reichlich gefüllt mit zerrissenem und zerknülltem Zeitungspapier.

Tipp 4: Das Beste Angebot ist Katzendosenfutter oder Katzentrockenfutter – immer ein Schälchen frisches Wasser dazu anbieten. Am Abend füttern - Igel sind nachtaktiv! Auf keinen Fall Milch geben – das führt zu Durchfall, Krämpfen und meist zum Tode! Obst und Gemüse fressen Igel als reine Insektenvertilger nicht. "Wenn sich ein Igel im Garten an einem Apfel zu schaffen macht, dann nur, weil er darin nach dem Wurm sucht." Schnecken (insbesondere Nacktschnecken) frisst der Igel übrigens nur im Notfall, wenn ihn der Hunger plagt, weil kaum noch Insekten zur Verfügung stehen. Leider sind Schnecken Träger von Parasiten, die sich im Igel ansiedeln und ihn krank machen...

Tipp 5: Den Igel bitte nicht in Kontakt mit dem Hund kommen lassen, es besteht die Gefahr der Krankheitsübertragung und der Igel verliert seinen Gefahreninstinkt, was ihm – wieder in Freiheit – das Leben kosten kann.

Tipp 6: Wer Igeln allgemein Gutes tun möchte, verzichtet auf Laubsauer, hat beim Rasenmähen ein wachsames Auge, setzt seinen Kompost frühestens Anfang Oktober um, stapelt in der Verbrennungszeit Holzhaufen vorher um, ehe er sie anzündet und hat eine flache Trinkschale mit Wasser über den Sommer im Garten stehen…
Viel mehr und detaillierte Infos gibt es unter www.pro-igel.de
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4 Kommentare
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Renato Pietsch aus Heiligenstadt | 26.10.2012 | 19:42  
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Hannelore Grünler aus Artern | 26.10.2012 | 19:45  
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Constanze Fuchs aus Gotha | 27.10.2012 | 00:01  
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Karin Jordanland aus Artern | 28.10.2012 | 21:29  
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