Wird der Hochwasserschutz tatsächlich groß geschrieben? In Stadtroda scheiden sich die Geister

So sah das Roda-Wehr am Stadtrodaer Ortseingang vor vielen Jahrzehnten aus. Davon ist heute nahezu nichts mehr zu erkennen. Repro: Veit Höntsch
 
Blick auf das ehemalige Roda-Wehr, vom dem nahezu nichts mehr zu erkennen ist. Inzwischen wurden einige Bäume gefällt.
Stadtroda: Neustädter Straße | "Das nächste Hochwasser kommt bestimmt!" Mit dieser Aussage konfrontiert der Stadtrodaer Eitel Glück seit beinahe zwei Jahren Mitarbeiter der Stadtrodaer Stadtverwaltung. Bislang ohne Erfolg. Er bezieht sich dabei konkret auf das Rodawehr am Ortseingang Stadtroda aus Richtung Tröbnitz kommend, welches längst kein Wehr mehr ist.

"Anfang der 50-er Jahre war es noch ein Schmuckstück, die Wehranlage neben der Neustädter Straße. Sie hatte fünf Schützen von insgesamt 14,5 Meter Durchlass, eine Überlaufkrone von ca. 16 Meter und einen Mühlgraben, der sich wieder an der Brauerei mit der Roda vereinte. Heute ist das ganze ein Schandfleck, welches nur noch einen Durchlas von etwa drei Metern besitzt. Von der Gehrenbrücke, früher Ziegeleibrücke, bis hin zur Brauerei ist heute alles mit Bäumen und Sträuchern zugewachsen, so dass das Bachbett kaum noch zu erkennen ist. Hohe Bäume wachsen beinahe in die Hochspannungsleitung und biegen sich teilweise zur Straße. Mitten im Bachbett stehen weitere Bäume, die beim nächsten Hochwasser wieder Hindernisse für Treibgut sind. Geröll und größere Steine mitten im Rodalauf unterhalb der Wehranlage geben einen ungehinderten Durchlauf den Rest. Eine Mindestbreite von etwa 5 Metern und einer geringen Staustufe von ca. 0,5 Meter würde den entstehenden Treibsand, der sich zur Stadtmitte zieht, zurückhalten. Durch die fehlende Staustufe sind unschöne Sandbänke, die sich zu Dreckinseln entwickeln, die Folge" zieht Eitel Glück Bilanz.

"Hoffentlich ändert sich der jetzige Zustand bald, damit das nächste Hochwasser ungehinderter die alte Wehranlage passieren kann".

Nach diesen eindringlichen Worten holt Eitel Glück noch Karten mit Zeichnungen vom Alten Wehr in seiner Glanzzeit heraus, zeigt auch den derzeitigen Rodaverlauf und diverse Schwachstellen auf. "Wird hier nichts unternommen, kann das Unternehmen am Wehr (Allied Vision Technologies) beim nächsten Hochwasser große Probleme bekommen".

Stadtrodas Bürgermeister Klaus Hempel (FWG) hätte diese Thema auch liebend gern längst vom Tisch. "Mir sind dabei aber die Hände gebunden. Es geht dabei einerseits um Geld (Fördermittel) aber auch um Auflagen bezüglich Gewässerschutz. An dieser Stelle sind sich die Behörden selbst nicht einig. Es sollen zwar Staumöglichkeiten geschaffen werden, aber gleichzeitig alle Flieshindernisse - wie zB. das Wehr - beseitigt werden. Vermutlich wird es darauf hinaus laufen, dass das Wehr in absehbarer Zeit komplett zurückgebaut wird" so Hempel. Bezug nehmend auf die Bäume im Rodalauf informiert er, dass zumindest teilweise etwas Abhilfe geschaffen wurde. Der Bauhof beseitigte, gemeinsam mit einem Unternehmen, Gehölz im Bereich des Wehres bis hin zum "Sand". Somit auf einer Länge von rund 200 Metern.

Alles unter Beachtung der Baumschutzverordnung und mit Blick auf potentielle Gefahren durch zu erwartendes Hochwasser, wie aus dem Rathaus zu erfahren war. Jedoch wartet die Stadt immer noch auf Mittel aus der Fluthilfe, mit denen hier richtig angepackt werden kann. "Noch schwieriger gestaltet sich übrigens die Situation mit dem Alten Bad, aber darauf möchte ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Das ist ein Kapitel für sich" so Klaus Hempel.
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2 Kommentare
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Hannelore Grünler aus Artern | 14.03.2015 | 21:52  
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Wolfgang Glück aus Hermsdorf | 09.04.2015 | 01:59  
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