Zu Reh und Wildschwein

(Foto: Landratsamt)
 
(Foto: Landratsamt)
Frühjahrswanderung des Landrats am 20. April

"Selbstverständlich ist das Wildschwein ein viel vollendeteres und muthigeres Geschöpf als unser durch die Knechtschaft verdorbenes Stallthier. Alle Bewegungen des Wildschweins sind, wenn auch etwas plump und ungeschickt, so doch rasch und ungestüm." Das schrieb der aus Renthendorf stammende Alfred Brehm in seinem berühmt gewordenen Almanach "Brehms Tierleben". Und über das Reh urteilt er: "Die Bewegungen des Rehes sind behend und anmuthig. Das Reh kann erstaunlich weite, bogenförmige Sätze ausführen und über breite Gräben, hohe Hecken und Sträuche ohne irgend welche bemerkbare Anstrengungen fallen, schwimmt sehr gut und klettert recht leidlich. Es vernimmt, wittert und äugt vortrefflich, ist listig, vorsichtig und sehr scheu." Freundlichkeit und "Zuthunlichkeit", zitiert Brehm einen weiteren Fachmann, "spricht aus jedem seiner Blicke..."

Ob das stimmt, können Wanderfreunde am Sonnabend am lebenden Beispiel überprüfen: Die Frühjahrswanderung des Landrats führt ins Wildgehege Untergneus, wo sich dem Besucher in idyllischer Umgebung der Blick auf zahlreiche Spezies unserer heimischen Wald- und Wildfauna bietet. Die Wanderung startet am 20. April um 10 Uhr in Großbockedra.

Die diesjährige Frühjahrswanderung mit dem Landrat führt in die Verwaltungsgemeinschaft Hügelland-Täler. Termin ist Sonnabend, der 20. April, Start um 10 Uhr in Großbockedra, Höhe Dorfberg/Gutshof. "Parkmöglichkeiten sind in dem Bereich ausreichend vorhanden", versichert der VG-Vorsitzende Hartmut Weidemann, der die Veranstaltung mit dem Heimatverein Großbockedra, den Bürgermeistern und weiteren Beteiligten aus den Gemeinden vorbereitet hat.

"Von Großbockedra geht es Richtung Untergneus", berichtet er. "Wir haben da hervorragende Aussichtspunkte an der Strecke, von denen man bei gutem Wetter weit ins Saaleland blicken kann." Der Großbockedraer Heimat- und Flurnamenforscher Edgar Seim wird dazu Interessantes über die Geschichte und die Menschen der Region erzählen.

Über das Seifertstal gelangen die Wanderer dann nach Untergneus, wo sie vom Leiter des Wildgeheges, Thomas Töpel, empfangen werden. Das Wildgehege hat sich in den vergangenen Jahren zu einer Attraktion des kleinen Ortes entwickelt und zieht vor allem an Wochenenden viele Besucher an. Heimische Wildtiere von Wildschwein über Waschbär bis zum Hirsch kann man hier aus der Nähe beobachten. Am Wildgehege wird es auch eine Stärkung für die vielleicht schon recht hungrigen und durstigen Wanderer geben.

Auf der Wanderung nach Untergneus wird der dortige Heimatforscher Wolfgang Seim so einiges über Untergneus, Obergneus und über Gneus generell zu erzählen haben, das im Jahre 1411 erstmals urkundlich erwähnt wurde und lange Zeit zum Amt Leuchtenburg gehörte. Das Ziel des Rundweges ist dann wieder Großbockedra, der Abschluss am Dorfberg. Bei schlechtem Wetter steht die Festscheune zur Verfügung. Um zünftige Versorgung, bei der weder Deftiges vom Rost noch Kaffee und Kuchen oder kühle Getränke fehlen werden, kümmert sich der Heimatverein.

Die Strecke ist ca. 12 Kilometer lang und von mittlerer Schwierigkeit. "Sie ist für Wanderfreunde aller Altersgruppen geeignet", sagt Hartmut Weidemann und lädt besonders auch Familien ein. "Das Wildgehege wird bestimmt auch den Kindern gefallen." Die Organisatoren vor Ort wollen, wenn es draußen etwas trockener ist, die Strecke im Ganzen abfahren. Danach erfolgt noch eine Feinabstimmung, und dann sollte einer erlebnisreichen Frühjahrswanderung nichts mehr im Wege stehen. Landrat Andreas Heller freut sich schon und lädt alle Wanderfreudigen herzlich ein: "Auf diese Weise lernt man immer wieder ein Stück unseres schönen Landkreises näher kennen, erfährt Wissenswertes über die Geschichte und die Besonderheiten dieses Landstrichs, man trifft gute Bekannte und kommt mit vielen Menschen ins Gespräch." (Claudia Bioly)
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