Bauruine endlich abgerissen

Vor-Ort-Gespräch mit Bürgermeister, Planern, Bauüberwachung und der bauausführenden Firma.
Eisenberg: ernstbad-ruine | Eisenberg. Lautstark packen die großen Greifer der Bagger zu. Stück um Stück der Bauruine oberhalb des ehemaligen Ernstbades fällt ihnen zum Opfer. Das Dach aus Wellasbest wurde zuvor bereits entsorgt, die zwei Seitenarme des Gebäudes sind nur noch Bruchstücke aus Stein und Beton. Jetzt fressen sich die Baggerarme ins „Hauptgebäude“ vor. Gnadenlos. Der hölzerne Dachstuhl knickt ein, eine Wand nach der anderen fällt…

Doch Wehmut kommt dabei bestimmt nicht auf. Vielleicht nur in Gedanken jener Möbelwerker, die das damals zu DDR-Zeiten Anfang der 80-er Jahre in freiwilligen Arbeitseinsätzen als „Feierabendbrigade“ begonnen hatten, es aufzubauen. Weil ihre Mühe umsonst war, denn das Bauwerk – ursprünglich als Ferienheim gedacht – wurde nie fertig gestellt.

Der begonnene Bau wurde kurzfristig auf Beschluss des damals 9. Plenums eingestellt und stillgelegt. Erst 1988 kam kurzzeitig wieder Bewegung in die Sache. Das Ganze wurde über die kommunale Wohnungsverwaltung umprojektiert und sollte künftig dem seniorengerechten Wohnen mit kleinen Ein- und Zweiraumwohnungen dienen. Doch auch das wurde schnell wieder „Eis gelegt“. Anfang der 90-er Jahre wurde es in den Bebauungsplan integriert, doch auch damit kam es nie in die Umsetzung, denn es fehlten die wichtigsten Voraussetzungen: es gibt weder Strom, noch Anschlüsse für Wasser und Abwasser. Und auch der steile Weg als Zugang zum Gebäude wäre alles andere als „seniorengerecht“ und zudem liegt das Gelände „ab vom Schuss“. Auch hier wären aufwändige infrastrukturelle Baumaßnahmen nötig. Diese Faktoren für das Gebäude zu erschließen, wäre weit weg jeglicher Wirtschaftlichkeit und daher nicht umsetzbar.

Inzwischen ist der Bebauungsplan längst aufgehoben und so dümpelte das angefangene Bauwerk viele Jahre vor sich hin. Bis nun endlich die Bagger des Betriebes von René Burkhardt taten, was sinnvoller Weise zu tun war. Dank des positiven Bescheides des Amtes für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera (ALF) auf den Antrag der Stadt Eisenberg zur Förderung des Abbruches über den Europäischen Fond für regionale Entwicklung, über den 60 % der Kosten finanziert werden konnten. Dieser Fond fördert die Revitalisierung von Brachflächen.

Und so soll es werden – die Natur darf sich dieses Stück - von Menschenhand veränderte Land – wieder zurück erobern. Das unkontaminierte Abbruchmaterial wird vor Ort geschreddert und wieder eingebaut und wird sicher schnell von Grün überwuchert. Dann wir bald nichts mehr an die alte Bauruine erinnern, die am Hang von der B7 aus einst durch die Bäume „schimmerte“. Die Gesamtkosten für das Projekt betragen 105 000 Euro.
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