Chance für ein Leben ohne Drogen

Hier wohnen künftig junge Mütter mit Kindern, die rund um die Uhr betreut werden.
 
In der Küche eines Wohnbereiches im Gespräch: Sozialministerin heike Taubert, Einrichtungsleiterin Cathleen Atzrodt und Wendepunkt-Geschäftsführer Michael Frankenstein.
Trockenborn-Wolfersdorf: wendepunkt | Suchthilfeverein Wendepunkt" eröffnet Wohngruppe für abhängige oder gefährdete junge Mütter mit Kindern

Zur Eröffnung des neuen Suchthilfezentrums für suchtmittelgefährdete Schwangere und Mütter mit Kindern in Wolfersdorf hießen die jungen Leute des Trommelprojekts der sozialpädagogischen Jugendhilfeeinrichtung die zahlreichen Gäste mit ihren Instrumenten lautstark willkommen. Diesen Tag nahm Wendepunkt-Geschäftsführer Michael Frankenstein als Träger der neuen Einrichtung zum Anlass, Danke zu sagen.

Danke dafür, dass viele helfende und gebende Hände dazu beitrugen, dass diese sozialtherapeutische Wohngruppe für werdende und junge Mütter hier entstehen konnte, die einzigartig in dieser Form in ganz Thüringen ist. Der Einladung waren unter anderem Dekan Klaus Schreiter und Ortspastorin Andrea Hertel gefolgt, die das Haus, seine Mitarbeiter und künftigen Bewohner segneten. Auch Christian Kipper, Geschäftsführer der ARD-Fernsehlotterie „Ein Platz an der Sonne“ sowie Thüringens Sozialministerin Heike Taubert fanden den Weg nach Wolfersdorf.

Für den Bau de Suchthilfezentrums wurde das ehemalige Sozialgebäude saniert und „es sei eine Freude, die bunten Häuser beim Hereinfahren ins Tal zu sehen und zu wissen, dass hier jungen Müttern eine echte Chance für ein neues Leben gegeben wird“ – so Kipper.
Die Gesamtinvestitionskosten betrugen 954.000 Euro, davon kamen 600 000 aus der Landesförderung. „Der Bedarf zeichnet sich ab. Die Tatsache, dass immer die Drogenkonsumenten immer jünger werden, sie in Folge oft in den Sog der Abhängigkeit geraten und ihr Leben aus den Fugen gerät, lässt sich nicht schönreden. Daher haben wir das Projekt mit Landesmitteln in Höhe von 600 000 Euro unterstützt“, so Taubert.
Der Träger selbst investierte rund 84 000 Euro Eigenmittel, 270 000 Euro stammen von der ARD Fernsehlotterie.

„Der Verein Wendepunkt wird sich in Zukunft gezielt und wirksam um junge Mütter mit Drogenproblemen und kleinen Kindern kümmern können. Auch schwangere suchtkranke oder suchtgefährdete Frauen finden in Wolfersdorf Rat, Hilfe und Unterstützung. Bislang gibt es in Thüringen keine derartige Einrichtung, so dass das Projekt in der Größenordnung von sieben Plätzen ein wichtiges und notwendiges Angebot darstellt“, ergänzt die Ministerin.

Die jungen Frauen und Mütter, die aufgrund verschiedenster Lebenssituationen oder Krisen nicht in ihrem bisherigen Umfeld bleiben können und für eine gewisse Zeit in Wolfersdorf leben und arbeiten werden, finden hier – wie auch ihre Kinder - ein komplexes und zugleich individuelles Hilfsangebot. Dabei werden sie von Pädagogen, Sozialtherapeuten und einer Familienhebamme rund um die Uhr betreut. Leiterin der Einrichtung ist Cathleen Atzrodt. I
Im farbenfrohen Doppelgebäude stehen drei modern eingerichtete Wohnungen mit Wohnbereich, kleiner Küche, Bad/WC und Kinderzimmer für je zwei Mütter mit Kindern sowie eine behindertengerechte Wohnung für Mutter mit Kind zur Verfügung.

Ziel ist es, in einer vertrauensvollen und harmonischen Familiengemeinschaft die Stabilität zu finden, um sich in ihrer Persönlichkeit weiter zu entwickeln und somit mehr in die Rolle als Frau, Mutter und Partnerin hineinzuwachsen. Sie müssen sie lernen Verantwortung für sich selbst und ihre Kinder zu übernehmen. Dazu gehört auch eine berufliche Perspektive. Daher ist eine Berufsausbildung zur Köchin in der Einrichtung möglich und bei Bedarf kann auch der Schulabschluss nachgeholt werden.
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 04.11.2011 | 11:59  
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Hannelore Grünler aus Artern | 04.11.2011 | 20:23  
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