Eidechsenfreundlicher Radweg entsteht...

Durch Flechtwerk gesicherte Reisighaufen sind eine der Maßbahmen zum Schutz der Population von Zauneidechsen seitlich des neu entstehenden Radwegabschnittes.
Noch liegen sie in Winterstarre in Erdlöchern und frostfreien Erdspalten – doch wenn Ende März oder Anfang April die ersten Sonnenstrahlen das Areal um das ehemalige Gleisbett der Bahn zwischen der Bahnhofstraße und der Königshofener Straße in Eisenberg erwärmen, werden sie hervorkommen und ein Sonnenbad nehmen, um wieder auf „Betriebstemperatur“ zu gelangen: die Zauneidechsen.
Sie gehören zu den geschützten Arten Europas und just in diesem Bereich ist eine wertvolle Population beheimatet, die es zu schützen und zu erhalten gilt. Daher wurden in Absprache mit dem Naturschutzbeirat durch das Planungsbüro Dr. Weise bei der Planung des fortführenden Radwegabschnittes entsprechende Maßnahmen konzipiert, die mit Wegfall des Gleisschotters durch eine versiegelte Fläche einen alternativen Lebensraum für diese Art am gewohnten Standort schaffen. Für eine schonende „Umsiedlung“.
Das kann mit relativ einfachen Mitteln geschehen – mit durch Flechtwerk befestigten Reisighaufen seitlich der Radfahrbahn und Flachsteinhalden aus Sandsteinen, die – hoffentlich – als „Wohnstandorte“ und „Sonnenplätze“ angenommen werden. Und nicht der Bitumen – das wünscht und hofft Landschaftsgärtner Ulli Rosenkranz, der mit seinen Mannen neben dem Beräumen, dem Entbuschen und Fällungen auch diese Aufgabe im Rahmen des Artenschutzes übernimmt. Daher sollen nach Abschluss der Bauarbeiten und mit Freigabe zur Nutzung des Radwegabschnittes, der 810 Meter lang und 2,50 Meter breit ist, Hinweisschilder künftig die Nutzer zur Rücksichtnahme auffordern und eine Schautafel zeigen, dass hier ganz bewusst Maßnahmen zum Schutz der heimischen Fauna – hier der Zauneidechse - in das Planungskonzept eingebaut und baulich umgesetzt wurden. In diesem Habitat fühlen sich übrigens auch Blindschleichen und Ringelnattern heimisch, weil zudem auch feuchte Flächen vorhanden sind. „Wir haben den Erhalt des Lebensraumes sehr ernst genommen und hoffen damit auf Vorbildwirkung und Akzeptanz“, so das Planungsbüro Dr. Weise aus Mühlhausen.
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