Geplante Investition bei Lust Hybrid-Technik im „Schwebezustand

Thomas Walther, Geschäftsführer bei Lust Hybrid-Technik, in der Fertigung am Stadtort Hermsdorf.
Hermsdorf: Lust hybrid-technik | Ungewissheit bremst Entwicklung

HERMSDORF (Viererbe).
Der Erwerb eines 5000 qm großen Grundstücks für einen Erweiterungsneubau der Firma Lust Hybrid Technik im Industriepark Tridelta, bestätigt Bürgermeister Gerd Pillau, ist seit langem „in Sack und Tüten“. Der Spatenstich hätte bereits im Juni erfolgen sollen. Hätte.

Doch das Projekt, in das das Unternehmen fünf Millionen Euro am Standort Hermsdorf investieren wollte, liegt unfreiwillig „auf Eis“. Grund dafür sind ausbleibende Mittel des Landes aus dem GA-Fördertopf des Wirtschaftsministeriums in Höhe von 1,2 Mio Euro, die fest eingeplant waren, um die Finanzierung stemmen zu können.
Die 200 Millionen Euro, die das Thüringer Ministerium in diesem Jahr Unternehmen für Investitionen zur Verfügung stellte, reichten nicht aus, um
alle Anträge zu berücksichtigen. So wurden im dortigen Hause kurzfristig für am Ende noch zu vergebene 20 Millionen die Vergabekriterien
geändert und die Schaffung von Arbeitsplätzen in den Vordergrund gesetzt. Das Hermsdorfer Unternehmen fiel dabei
heraus, wobei der Antrag auch nicht abschlägig beschieden
wurde.
Ein Schwebezustand, der bei Firmenchef Thomas Walther, auf Unverständnis
stößt. „Zum einen benötigen wir ein eindeutiges Ja oder Nein, mit einem „vielleicht“ – wie der Zustand momentan - können wir nicht arbeiten“. Auch nicht bis „Ultimo“ warten, sondern brauchen schnell Klarheit, um entsprechend reagieren zu können. Denn die Kunden warten nicht. Wenn
sich bis zum 1. Quartal 2012 nichts bewegt, dann geht das ganz klar zu Lasten des Standortes Hermsdorf“, so Walther.

Zum anderen sieht er darin eine Ungleichbehandlung. „Es kann bei der Vergabe nicht mit zweierlei Maß gemessen werden“. Karl-Heinz Lentzy, Prokorist und Leiter Technologie bei Lust Hybrid, formuliert
es noch schärfer: „Es führt zu einer Wettbewerbsverzerrung“.
Trotz der herrschenden Unklarheit will Thomas Walther investieren – wenn auch nur 2,5 Mio Euro in Maschinen und Anlagen. Doch das sei lediglich eine Übergangslösung. Für das Elektronikunternehmen ist die geplante Investition enorm wichtig, um dem rasanten Wachstum der letzten Jahre Rechnung zu
tragen. Das basierte unter anderem auf Ankäufen eines Werkes in Wutha-Farnroda und dem Sensor-Spezialist Sensitec mit Firmensitzen in Lahnau und
Mainz. Unterstützt wurde Lust Hybrid dabei über eine stille Beteiligung der Sparkasse Jena Saale-Holzland und der Mittelständischen Beteiligungsgesellschaft (MGB) Thüringen.

So sind heute insgesamt 245 Mitarbeiter an vier Standorten beschäftigt, 130 davon in Thüringen. Und mit dem Erweiterungsbau stünden weitere
Arbeitsplätze für Hermsdorf in Aussicht. Wohl zu wenige nach Vergabekriterium...

„Dank dieser Entwicklung wurde Vorlauf geschaffen, der natürlich nun im nächsten Schritt auch weitergeführt werden muss“, formuliert es
Erhard Bückemeier von der Sparkasse. „Das sollte mit dem Neubau erfolgen. Im Vorfeld wurden Aufträge in Größenordnungen avisiert, die nur so auch umsetzbar sind. Der „alte“ Standort in Hermsdorf platzt aus allen Nähten. Es ist
zu befürchten, dass die fehlenden Mittel aus dem Ministerium diesen wichtigen Schritt bremsen.

Annette Theil-Deininger, Chefin der MBG: „Lust Hybrid ist auf dem Weg zu einem mittelgroßen Unternehmen, das – insbesondere durch den Kauf von Sensitec – heute schon ein weltweit gefragter Hersteller von Sensoren auf Weltniveau ist. Aus eigener Kraft, ohne Investitionszulagen, kann es die momentane Situation nicht stemmen. Das Unternehmen braucht die
Zuschüsse.“

Zitat: „Wir brauchen eine schnelle Entscheidung. Ein „vielleicht“ hilft
uns nicht weiter.“
Thomas Walther, GF Lust Hybrid-Technik
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