Grüner Hoffnungsträger aufs Feld

Pflanzmaschine bringt die Pflänzchen aus. (Foto: Foto: Ronny Kilian)
Schkölen: Agrargenossenschaft | Agrargenossenschaft Schkölen pflanzt Energiepflanze Silphie - mit ihr soll künftig über Biogasanlage Strom erzeugt werden

SCHKÖLEN (Kilian). Viel Handarbeit leisteten dieser Tage die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Schkölen. Eine Pflanzmaschine wurde vorbereitet, die „durchwachsene Silphie“ aufs Feld brachte. Die Erwartungen an diese Energiepflanze sind hoch: in einer Biogasanlage soll sie Mais ersetzen, auf dem Feld für Abwechslung und Artenvielfalt sorgen.

Das Pflanzen indes ist aufwändig und personalsintensiv – also teuer. Vor allem deshalb wagte sich bisher im gesamten Landkreis kein Landwirt an die mehrjährige Pflanze. Die Regionale Aktionsgruppe Saale-Holzland e.V. half mit einem Förderprojekt: 36.000 Euro werden für die Pflanzungen auf verschiedenen, über das gesamte Gebiet der Bioenergieregion Jena-Saale- Holzland verteilten Feldern benötigt, drei Viertel davon
kommen aus dem Leader- Fördertopf der EU.

Bislang nimmt sich die junge Silphie neben dem stattlichen Mais noch recht unscheinbar aus, doch schon bald wird sich dieses Bild umkehren. Im Energiepflanzengarten der Bioenergieregion in Ahlendorf hat man schon im vergangenen Jahr die durchwachsene Silphie gepflanzt. Mit zwei Meter fünfzig steht sie gerade doppelt so hoch wie der Mais. Das bedeutet viel Biomasse zur Energieerzeugung und ganz nebenbei blühen die Pflanzen auch noch ähnlich einer Sonnenblume und bringen Abwechslung aufs Feld und den Speiseplan von Bienen und anderen Insekten.

Viel Aufwand also um einen kleinen grünen Hoffnungsträger. Ob der sich gelohnt hat, wird man im nächsten Jahr wissen, wenn die einstigen Wildblumen in einer Biogasanlage Strom erzeugen sollen.

Wissenswertes über die Pflanze
Die Durchwachsene Silphie stammt aus der gemäßigten
Klimazone Nordamerikas. In Deutschland wurde sie
bisher von einzelnen Landwirtschaftsbetrieben als Futterund
Silagepflanze angebaut.
Sie wird als potenzielle Energiepflanze angesehen und ist vor allem aufgrund ihrer Anpassung an trockene Standorte interessant, da sie
ihre Feuchtigkeit nicht nur aus dem Boden, sondern auch
aus den Blattbechern beziehen kann.
Zudem zeichnet sie sich durch eine hohe Biomasse und eine hohe Biogasausbeute aus, die mit Energiemais vergleichbar sind.
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