In glänzende Kinderaugen geschaut - Ausländerbeauftragte besucht Landesaufnahmestelle

Puppen, Bälle, Holzspielzeug, Plüschtiere, Spiele und Süßes - alles was Kinderherzen höher schlagen lässt, hatte Ausländerbeauftragte Petra Heß im Gepäck für die Migrantenkinder.
 
Quirlige "Meute" wartete auf die Überraschung.
Eisenberg: Landesaufnahmestelle | Petra Heß besucht Landesaufnahmestelle für Asylbewerber in Eisenberg
Was für ein Hallo – die über 40 Kinder im Alter zwischen drei und 13 Jahren waren sehr aufgeregt, als sich ein Tross Fremder mit zig Paketen, Tüten und Kisten, mit Filmkamera und Fotoapparaten behangen, die enge Treppe zu
ihrem Kindergarten in der Thüringer Landesaufnahmestelle in Eisenberg empor schlängelte und den ganzen Vorraum in Beschlag nahm.
Große neugierige Kinderaugen beobachteten mit Spannung, was da alles im Gepäck ist. Betreuerin Anke Blumentritt und Mile Nikolic, ein junger Mann, der ein wenig dolmetscht, hatten ziemliche Mühe, die bunte Kinderschar aus Afghanistan, Serbien, Syrien oder dem Irak zu bändigen...
Hauptakteurin der Gäste war Petra Heß, die Ausländerbeauftragte des Freistaates, die mit vielen schönen Weihnachtsgeschenken gekommen war. Sie
setzt sich dafür ein, dass auch Flüchtlinge und Asylsuchende eine besinnliche Zeit erleben können.
„Diese Menschen haben ihre Heimat verlassen, um sich ein besseres Leben
aufbauen zu können. Hinter ihnen liegt eine schwere Zeit. Die Weihnachtsfeiertage sollte auch ihnen etwas Ruhe und Besinnlichkeit bescheren, um Kraft für den weiteren ungewissen Lebensweg tanken zu können“, sagte Petra Heß. „Mir ist es in diesen Zeiten auch ein besonderes Anliegen, auf das friedliche Miteinander und Zusammenleben im Freistaat
aufmerksam zu machen. Dies setzt gegenseitige Akzeptanz und offenen Umgang mit seinen Mitmenschen voraus. Der weihnachtliche Gedanke der Nächstenliebe sollte aber nicht nur zu Weihnachten, sondern das ganze Jahr über aufrechterhalten werden.“
Die Puppen, Fußbälle, Plüschtiere, Tischtennisspiele, Spiele, Holzspielzeuge, Puzzles, Malhefte, Buntstifte und viele Süßigkeiten wurden verteilt. Jedes Mädchen und jeder Junge bekam etwas Schönes ab.
Einige Geschenke sind zudem etwas ganz Besonderes: Holzspielzeug wie Tigerenten und Hello Kitty’s, Puppenbetten aus Holz und das große Holzspiel „Vier gewinnt“ wurden handgefertigt von Jugendlichen, die in der Justizvollzugsanstalt Ichtershausen einsitzen. Harte Jungs mit weichem
Kern…
„Ich hab’ den Auftrag bekommen, ihnen zu erzählen und per Fotos zu dokumentieren, wie ihre Spielzeuge bei den Kindern angekommen sind – das wollen sie unbedingt wissen“, erzählt Petra Heß.
Safet und Ramin freuten sich riesig über ihre neuen Fußbälle, Irfan hätte am liebsten sofort die Tischtenniskellen ausprobiert… Emanuela ist ganz
versunken mit ihrer neuen Puppe und probiert die passenden Anziehsachen aus. Wo man hinschaut – glänzende Kinderaugen.
„Wenn man bedenkt, dass die meisten, die hier zu uns kommen, nicht mehr haben als die Kleidung, die sie am Leib tragen, ist es einfach wunderbar
, ihre Freude zu sehen“, freut sich Burkhard Zamboni, der Leiter der Aufnahmestelle. Er ist froh über diese spontane Überraschungsaktion, denn
eine Weihnachtsfeier für die über 60 Kinder und Jugendlichen
sowie 160 Erwachsene, die zur Zeit in der Landesaufnahmestelle
leben – war nicht drin. „Wir haben dafür einfach kein Geld“, so Zamboni bedauernd. „So viele Asylsuchende wie derzeit waren noch nie hier. Wir platzen aus allen Nähten. Über eine zusätzliche Unterkunft sind wir mit dem Bürgermeister im Gespräch, das soll Januar intensiviert werden.
Von den meisten der Asylbewerber haben nur die wenigsten eine Chance auf einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland. Das ist vielen Bewohnern durchaus bewusst. Aber sie kommen trotzdem, weil sie den Winter
in ihrem Heimatland kaum überleben könnten. Hier haben sie ein warmes Dach überm Kopf und genug zu Essen“, erläutert Burkhard Zamboni.
Heß ergänzt: „Einen Antrag auf Abschiebestopp hat die Opposition im Landtag eingebracht, der an die Ausschüsse verwiesen wurde. Daher werde
mindestens bis zum 19. Januar in dieser Angelegenheit nichts passieren, die Migranten werden also vorerst bleiben können.“
PS: Die Landesaufnahmestelle nimmt gern gut erhaltene Bekleidung
(bitte keine Lumpen) an, gesucht werden dringend Kinderwagen und Reisetaschen. Diese Dinge können beim Pförtner abgegeben werden.
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