Signal für Menschlichkeit und gegen Fremdenhass – Geraer Verein AKZEPTANZ! lädt zu einem bunten Fest in die Landesaufnahmestelle Eisenberg ein

Kinderschminken in der Landesaufnahmestelle Eisenberg - Der Verein AKZEPTANZ! setzt mit einem bunten Fest ein Zeichen für Menschlichkeit
 
Thüringer Finanzministerin Heike Taubert unterstützt die Aktion des Vereins in der LAST
Eisenberg: Landesaufnahmestelle |

Zahlreiche Initiativen, Vereine, Kirchen und Bürger setzten mit Gegenaktionen sichtbare Zeichen gegen einen geplanten Thügida-Aufmarsch am 17. August in Eisenberg. Thüringer Aktionsbündnisse gegen Rechts riefen zu Demonstration auf. Vor der Landesaufnahmestelle (LAST) formierte sich ein Zug Richtung Innenstadt mit Spruchbändern "Für eine solidarische Gesellschaft – Gegen Nazis und Rassisten in unserer Mitte". Zur gleichen Zeit organisierte der Geraer Verein AKZEPTANZ! e.V. ein buntes Fest in der Landesaufnahmestelle.

Wie bereits im April waren über 30 Mitglieder und ehrenamtliche Helfer des Vereins mit verschiedenen Angeboten nach Eisenberg gekommen. Trotz strömenden Regens wurden mit vereinten Kräften zwei Pavillons aufgebaut. Kinderschminken, Mal- und Bastelangebote sowie Bewegungsspiele waren nur einige der Aktivitäten, die vor allen die in der Einrichtung lebenden Kinder anlockten. Zahlreiches Spielzeug für Kinder in der LAST sorgte für Spaß. "Ziel der Aktion ist, Flüchtlinge von der fremdenfeindlichen Thügida-Aktion ablenken und natürlich unseren Protest dagegen laut kundtun“, erklärt Claudia Poser-Ben Kahla, die Vorsitzende des Vereins AKZEPTANZ! e. V.

Die Thüringer Finanzministerin Heike Taubert unterstützt diese Aktivitäten der Vereins: "Ich finde es ganz wichtig, dass wir in Thüringen zeigen, auch gerade in Eisenberg, dass wir Menschen, die durch Flucht und Vertreibung gekennzeichnet sind, willkommen heißen. Mir ist es wichtig, dass wir als Gesellschaft, so stark die Belastung objektiv oder subjektiv auch sein mag, nicht das menschliche Mitgefühl verlieren." Dazu ist es natürlich wichtig, so drängte die Ministerin, dass der Bund mehr Menschen zur schnellen Bearbeitung der Anträge einstellt. "Wir haben natürlich auch die Pflicht als Land die notwendigen Unterkünfte bereitzustellen. Wir versuchen jetzt in Mühlhausen und Ohrdruf schnell Flüchtlinge unterzubringen, damit es hier in Eisenberg erst einmal Entspannung gibt."

Derzeit ist die Landesaufnahmestelle in Eisenberg mit 500 Flüchtlingen bis zur Grenze belegt. Auf dem Gelände wurden Asylbewerber zwischenzeitlich in Zelten untergebracht. Heike Taubert lobte die vielen ehrenamtlichen und freiwilligen Helfer, die sich, wie hier der Verein AKZEPTANZ! unermüdlich einsetzen.

Auf Einladung des Vereins besuchte auch die Thüringer Ministerin für Umwelt, Energie und Naturschutz Anja Siegesmund das bunte Fest in der LAST. Sie verteilte Obst an die Kinder und sprach mit Flüchtlingen. "Es ist wichtig, dass es solche Angebote gibt", erklärte sie, "dass man miteinander ins Gespräch kommt, dass man gemeinsam Musik macht und mit den Kindern spielt." In einem emotionalen Gespräch erzählte ihr eine Mutter aus Syrien, dass sie mit ihren beiden Kindern in dieser Einrichtung lebt.

Das Wichtigste was fehlt ist jetzt warme Kleidung, besonders für die Kinder. Viele Flüchtlinge haben nichts weiter, als was sie während Flucht auf dem Leibe trugen. Dafür wird sich der Verein in den nächsten Tagen kümmern und vor allem Kinderkleidung in die Einrichtung bringen. Mit Hilfe von Wael Gad, der als Dolmetscher für Arabisch seit 20 Jahren in Deutschland lebt konnten einige Flüchtlinge ihre aktuellsten Probleme den Mitgliedern erzählen. Der Verein wird versuchen, soweit es ihm möglich ist, sich diesen Fragen annehmen. Unter anderen geht es um ein DHL Paket mit lebenswichtigen Papieren, das nicht ankam oder um eine mögliche Familienzusammenführung. Viele Asylbewerber sind sichtlich froh, einfach mit Jemanden sprechen zu können, der ihre Sprache versteht und dem sie ihre Sorgen mitteilen können.

"Die Aktion", so Claudia Poser-Ben Kahla, "war ein voller Erfolg. Danke an alle, die trotz starken Dauerregens durchgehalten haben. Es war eine gelungene und großartige Aktion und wir würden dies immer wieder gern wiederholen."
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2 Kommentare
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Renate Jung aus Erfurt | 20.08.2015 | 01:05  
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Hannelore Grünler aus Artern | 20.08.2015 | 07:07  
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