Wo Kuh sich „sauwohl“ fühlt

Ministerin Heike Taubert (re.) ehrt AU-Chef Matthias Klippel mit dem Tierschutzpreis
 
Hochleistungskuh Renate mit "ihren" Tierwirten und dem Chef des Tierschutzvereines SHK vor dem Offenfrontstall
Stadtroda: AU Wöllmisse Schlöben | Agrarunternehmen "Wöllmisse" Schlöben für seine Milchviehhaltung mit Thüringer Tierschutzpreis ausgezeichnet
Der ungewohnte Trubel der „Menschendelegation“ im Stall störte die Kühe nicht wirklich. Sie fraßen und kauten, reckten ihre Hälse und schauten neugierig mit munteren Augen. Manch eine ließ sich dazwischen kraulen. Nebenan ein winziges Kälbchen im Stroh, gerade zwei Stunden alt, das Mama Kuh liebevoll leckt. Wer das Bild betrachtete konnte nur zu einer Aussage kommen: Hier fühlt sich Kuh „sauwohl“.
Für diesen „Komfort für die Kuh“ erhielt das Agrarunternehmen „Wöllmisse“ Schlöben am Welttierschutztag vor wenigen Tagen aus den Händen von Sozialministerin Heike Taubert den Thüringer Tierschutzpreis. Genauer gesagt dafür, das dem Unternehmen an der artgerechten Haltung von Rindern liegt, was sich in Investitionen für einen modernen Offenfrontstall und einen Reproduktionsstall mit Tiefstreu-Großbuchten widerspielgelt.

„Das verdeutlicht, dass hier Wirtschaftlichkeit und Tierschutz keine unvereinbaren Gegensätze darstellen, sondern eine Einheit bilden können. Es werden innovative Ideen verfolgt, um die Bedingungen für die Kühe optimal zu gestalten.“, so Taubert bei der Auszeichnungsveranstaltung in Gernewitz, bei der auch die vier weiteren Tierschutz-Preisträger anwesend waren. Vorstandschef Matthias Klippel dankte in seinem und im Namen der Mitarbeiter für diese überraschende Ehrung. „Denn ohne das gesamte Team, das hervorragende Arbeit leistet, wäre eine solche Entwicklung des Unternehmens nicht möglich.“
Bei einem Rundgang in den Stallungen erläuterte er einer neugierigen Runde das Geschaffene direkt vor Ort.
Es seien wirtschaftliche Erwägungen gewesen, die Milchviehhaltung an einem Standort – in Mennewitz – zu konzentrieren. Heute stehen hier insgesamt 470 Rinder. Und obwohl sich die Milchpreise damals gerade im Sinkflug befanden, wurde in den Offenfrontstall investiert. Er ist nach Süden hin offen, und bietet frische Luft, viel Platz und Freilauf. Selbst im Winter halten sich die Kühe gern im Freien auf, Kälte macht ihnen nichts aus. Der Auslauf sorgt zudem für entspannte Tiere, so die Erfahrungen der Stallmitarbeiter.

Diese Faktoren und eine spezielle Fütterung sorgten nachweislich für eine deutliche Leistungssteigerung der Milchkühe. „Unsere Kühe gaben im Jahresdurchschnitt 500 Kilogramm mehr Milch“, so Klippel. Das Futter kommt übrigens fast ausschließlich aus eigenem Anbau. Nur Sojaschrot muss zugekauft werden.

Hintergrund Tierschutzpreis
Sozialministerin Heike Taubert: „Mit dem Thüringer Tierschutzpreis ehren wir Tierschützerinnen und Tierschützer, die sich wegen ihres langjährigen und außerordentlichen Engagements verdient gemacht haben. Ihr überdurchschnittlicher Einsatz bewirkt dreierlei: Erstens sensibilisieren uns die Preisträger für das Thema Tierschutz. Zweitens erfüllen sie den Tierschutzgedanken mit Leben. Und drittens tragen sie zu einem besseren Verhältnis von Menschen und Mitgeschöpfen bei.“
In diesem Jahr werden zwei Tierschützer sowie drei Unternehmen aus dem Bereich der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung prämiert:

Dr. Ernst Woll, Erfurt
Birgit Schneider, Sömmerda,
Agrargenossenschaft Gerstungen
Zuchtzentrum Gleichamberg e. G.
AU Wöllmisse Schlöben
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