Auf und ab bis zur Plinzmühle

Plinz erweckt den Eindruck einer schlafenden Dornröschenidylle. Skulpturen am Straßenrand, in Nischen und Fenstern, zwischen Blumen und Sträuchern. (Foto: Schaffer)
Landradpartie im Saale-Holzland-Kreis (Schaffer)

Treffpunkt am Gasthof „Zu den grauen Ziegenböcken“. Aufgesessen und den Radweg durch den Wald flott hinab, am Senioren- und Pflegehaus im Langethal vorbei nach Thalbürgel. Hier an der romanischen Klosterbasilika beginnt der im vergangenen Sommer vom Gemeindebezirk Gembdental initiierte Kirchenradweg. Gut ausgebaut und markiert führt er über die Radfahrerkirche in Kleinlöbichau, die Kirchen in Großlöbichau und übern Berg in Jenaprießnitz, zu Schillers Hochzeitskirche Unserer Lieben Frau in Wenigenjena und schließlich bis zur Stadtkirche St. Michael im Zentrum Jenas. Rund 15 km durch alle Stilepochen einer 1000-jährigen Kirchenbaugeschichte. Die Landradpartie führte allerdings von der Schillerkirche gleich auf den Saale-Radweg, wegen Brückenbaus mit Durchfragen nach Winzerla, über Ammerbach schier endlos aufwärts nach Schorba und Milda, dem höchstgelegenen Ort im SHK. Mal mit dem Fahrrad den Schorbaer Berg hinauf, abseits der Autobahn und ohne Stau, dafür an der durchaus mit Stuttgart 21 vergleichbaren Großbaustelle für einen Tunnel vorbei, der künftigen Nutzern der Blick auf die schöne ostthüringische Hügellandschaft einmal mehr verwehrt. Weil Grüne ein paar Orchideen schützen wollen, und Straßenbaulobbyisten 60% mehr Verkehrsaufkommen prognostizieren. In 20 Jahren, bei schrumpfender Bevölkerung und steigenden Spritpreisen. Verblüffend.
In Milda erkannte eine Kindergärtnerin den Landrat erfreut, ihre „Kneippknirpse“ aus dem Kneipp-Kindergarten (!) versprachen ihm etwas zögerlich, sich immer ordentlich zu benehmen. Weiter nach Großkröbitz, wo dann ein asphaltierter Fahrweg in Richtung Plinz abzweigt. Mit angezogenen Bremsen kurvend ging’s nun im Koppergraben talwärts. Der Bach speist kurz vor Plinzmühle Forellenteiche, deren Bewohner des klaren Wassers wegen als besonders wohlschmeckend gelten.
Plinz, mit ganzen vier Bewohnern, erweckt den Eindruck einer schlafenden Dornröschenidylle. Skulpturen am Straßenrand, in Nischen und Fenstern, in den verschiedensten Situationen, zwischen Blumen und Sträuchern, wirken wie durch einen Zauber plötzlich erstarrt. Ein einmaliger „Garten der Stille“ führt auf verwundenen Pfaden durch künstlerische Spielereien zu lauschigen Orten, zu Verwunderung, zum Schmunzeln, zum Nachdenken über das Paradies. Gisa und Jochen Bach erwarben in den 70er Jahren einen Teil des Areals um die verfallende Mühle, gestalteten diese um und schufen sich hier ihres. Damals Architekturstudenten, dann Landwirtschaftler, jetzt Kunstschaffende. Jederzeit Lebenskünstler. „Früher wurde hier Getreide gemahlen, heute Bilder“. Getöpfert wird auch.
Am Forellenbach entlang nach Altenberga, dann mehr steil bergab als steil bergan nach Kahla und von dort zurück. Mit der Empfehlung zum „Nachfahren“ !
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