Hochwasserschutzkonzept für den Malzbach entsteht

Das sumpfige Gelände hinter dem Jugendklub Sicor – unterhalb der alten Bahntrasse, die heute ein Radwanderweg ist, bietet sich beispielsweise als natürliche Dämpfungsfläche zum Hochwasserschutz an - merkten die Experten der Ingenieurbüros bei einem Vorortbesuch an.
Eisenberg: Grünes Licht für die Erarbeitung eines Hochwasserschutzkonzeptes kam kürzlich aus dem Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz – das heißt, es wurde ein Fördermittelbescheid dafür positiv beschieden. Der Malzbach unterliegt in seiner gesamten Länge der Unterhaltspflicht der Stadt Eisenberg. Die in dem entstehenden Konzept aufgezeigten Maßnahmen sollen künftig für einen nachhaltigen Hochwasserschutz stehen, deren Umsetzung schrittweise und naturnah im Konsens mit bestehenden Nutzungen erfolgen soll.

Das setzt eine ganzheitliche Betrachtung des Malzbaches voraus, darüber hinaus auch mit Sicht auf die Rauda, denn beide Bäche vereinigen sich Nähe Kursdorf und münden bei Crossen in die Weiße Elster. Da Kursdorf in der Vergangenheit öfter mit den Auswirkungen von Hochwasser des Malzbaches zu kämpfen hatte, wurden hier bereits Schutzmaßnahmen durch Verbreiterung und Neufassung seines Bettes umgesetzt. Doch das allein genügt eben nicht. Bei starken Niederschlägen, die in regelmäßigen Abständen auftreten, und durch den hohen Anteil befestigter Flächen im gesamten Einzugsgebiet des Gewässers, entstehen hohe Abflussspitzen, die weit über dem natürlichen Abfluss des unbebauten Geländes liegt.
Das heißt, in enorm kurzer Zeit entstehen große Wassermengen, die oberflächlich abfließen. Denn es fehlt der Dämpfungsraum für diese Spitzen – viele natürliche Überschwemmungsflächen gingen im Zuge der dichten Bebauung verloren. An zahlreichen Stellen reicht die Bebauung unmittelbar an die Uferböschungen heran und über das Bachbett können die Wassermengen bei Hochwasser nicht schadlos abfließen – eine Überschwemmung ist die Folge, die immer wieder hohe Schäden anrichtet. Zumal Häufigkeit und Intensität extremer Niederschläge tendenziell zunimmt.

Diese bestehenden Gefährdungen schrittweise zu beseitigen bzw. zu reduzieren ist ein wesentlicher Ansatzpunkt für das Ingenieurbüro Kretschmar aus Gera, das in Zusammenarbeit mit dem Ingenieurbüro Fischer mit der Erarbeitung des Konzeptes betraut wurde. Dies ist wiederum Voraussetzung für eine künftige Förderung zu seiner Umsetzung, die langfristig erfolgen wird. „In diesem Jahr werden die Planungsarbeiten abgeschlossen, 2013 kann dann frühestens mit der praktischen Umsetzung Schritt für Schritt begonnen werden“, so Bürgermeister Lippert.
Ein klein wenig zum Hochwasserschutz beitragen kann übrigens fast jeder - beispielsweise durch Entsiegelung von Flächen wie Grundstücks- oder Garagenzufahrten etc.
Information zu Weiterempfehlungen Einstellungen für Weiterempfehlungen
 auf anderen WebseitenSenden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.
Anzeige
Anzeige
Anzeige